Aus FUSION 2/2001:
Eine "leidenschaftliche Wortmeldung" gegen die "Klimaexperten"
FUSION-Interview mit Prof. Dr.Sc. George W. Stroke
Prof. George W. Stroke ist ein angesehener internationaler
Wissenschaftler sowie Berater von Regierung und Industrie,
ehemaliges Kuratoriumsmitglied des Max-Planck-Instituts für
Quantenoptik u.v.a. Seine Ausbildung erhielt er hauptsächlich in
Frankreich (Ecole Supérieure d'Optique, Sorbonne), von 1952-1977
forschte und lehrte er in den USA (u.a. MIT). Zusammen mit dem
britischen Nobelpreisträger Dennis Gabor entwickelte Stroke die
Holographie (eine Strokesche Wortschöpfung) weiter; er erfand
das Weißlicht-Reflexionshologramm, das dreidimensionale
Farbbild, das von Laserstrahlen erzeugt wird und mit dem bloßen
Auge sichtbar ist. Ab 1979 war Stroke Chefwissenschaftler bei
Messerschmitt-Bölkow-Blohm, dem Vorläufer der heutigen DASA, wo
er im Anschluß weitere zwei Jahre als "Senior Advisor for
Corporate Strategy and Business Development" wirkte.
Prof. Stroke, Sie waren mit Nobelpreisträger Dennis Gabor
maßgeblich an der Erfindung und Entwicklung der Holographie
beteiligt und blicken auf eine lange Forschertätigkeit zurück,
die Ihnen viel Anerkennung und Ruhm eingebracht hat. Sie waren
außerdem in der Wirtschaft als Chefwissenschaftler bei MBB und
als Berater der DASA tätig. Vom Fach sind sie aber kein
Klimatologe. Warum haben Sie sich in der laufenden
Klimadiskussion des öfteren leidenschaftlich zu Wort gemeldet?
Stroke: Als in den USA 1988 mit dem damaligen Senator
Al Gore als Sprecher und verbeamteten Meteorologen als
Hoflieferanten die Treibhausdebatte mit apokalyptischen Aussagen
über eine mögliche Klimaerwärmung begann, mußte ich feststellen,
daß in der öffentlichen Diskussion die nötigen
wissenschaftlichen Voraussetzungen fehlten oder ausgeklammert
blieben, um die über viele hundert Millionen Jahre
nachvollziehbaren Klimaschwankungen zu verstehen. Die
mangelhafte Kompetenz der beteiligten Klimatologen verstärkte
das Spiel mit Computermodellen mit ihren groben Vereinfachungen
der physikalischen und astronomischen Gegebenheiten. Schließlich
schien mir ein Grundfehler der ganzen Debatte darin zu bestehen,
daß man in absurder Weise das komplexe Klimageschehen auf eine
hauptsächliche Ursache zurückführen wollten, nämlich auf das von
Menschen erzeugte CO2. Zum Beispiel legte James Hansen,
der 1988 den Anstoß für das Engagement Al Gores und die
öffentliche Klimadebatte gab, seinen Ausführungen die
Wertetabelle für eine "trockene" Atmosphäre zugrunde. Er
klammerte dadurch den Wasserdampf aus, der mit etwa 97%
Hauptverursacher dessen ist, was man dann "Treibhauseffekt"
nannte. Das mag ein tragischer wissenschaftlicher Irrtum gewesen
sein. Er lieferte den romantischen, pseudoreligiösen Ideologien
selbsternannter Umweltschützer die pseudowissenschaftliche
Tarnung, hinter der sie das Feld für ihre Sonderinteressen
bestellen konnten.
Mir erging es wie dem Nobelpreisträger Erwin Schrödinger und
seiner Kritik an der damaligen empirischen Biologie, Zoologie
und Pflanzengenetik. Schrödinger erkannte, daß die damaligen
Grundsatzfragen der Biologie nur von der ganz anders arbeitenden
Physik her entschieden werden könnten, und hat das in seinem
Buch von 1943 "Was ist Leben. Die lebende Zelle mit den Augen
des Physikers betrachtet" dann auch geleistet. Allerdings fielen
Fragen der Wärmestrahlenabsorption, die in der wissenschaftlich
verqueren Treibhausdebatte eine wesentliche Rolle spielen, in
mein Arbeitsgebiet bei MBB und bei der DASA. Dort hatte ich
nämlich auch mit Infrarot-, also Wärmebild- oder
Nachtsichtgeräten zu tun. Dabei war deutlich geworden, daß in
unseren Breiten die geringfügige Wärmeabsorption durch CO2
(etwa 3%) eine unwesentliche Rolle spielt. Außerdem war ich seit
der gemeinsamen Arbeit an der Ultraschalldiagnostik mit einem
Kreis weltbekannter Wissenschaftler der USA, allen voran Prof.
Dr. F. Seitz, dem ehemaligen Präsidenten der
Rockefeller-Universität und der US National Academy of Sciences,
im Gespräch. Sie kamen in der Klimafrage zu ähnlichen Antworten
wie ich.
Unmittelbarer Anlaß für mein Eingreifen war, daß mich der
frühere bayerische Umweltminister Dr. Thomas Goppel 1993 zu
einem Vortrag vor seinem "Aktionskreis Wirtschaft Politik
Wissenschaft" einlud, und ich begann die Klimadiskussion zu
erklären. Dem folgten dann weitere Einladungen. So sprach ich
zum Beispiel vor dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik in
Anwesenheit des bayerischen Staatsminister für Wissenschaft
a.D., Dr. W. Wild, vor den Direktoren der berühmten MITI/Agency
for Industrial Science and Technology in Tokio und sogar zweimal
vor dem bedeutenden Club ausländischer Korrespondenten in Japan
über das Thema "Es gibt kein CO2-Problem.
Klimaschwankungen sind ein natürliches Phänomen".
Zu meiner - wie Sie sagen - "leidenschaftlichen Wortmeldung"
veranlaßte mich auch die Erfahrung, daß es heute offensichtlich
nicht mehr genügt, wissenschaftliche Erkenntnisse zu
veröffentlichen, um etwas zu bewegen. Man muß sich darüber
hinaus auch in den Medien Gehör verschaffen. Das ist natürlich
mit Risiken verbunden, da man auch dort auf "vorgefaßte"
Meinungen stößt. Veranlaßt hat mich schließlich ein Gefühl für
Ehrlichkeit verbunden mit dem Empfinden, daß unser Berufsstand
als Wissenschaftler in Gefahr geriet, seine professionelle
Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Sie nannten in Ihrem Beitrag "Strategische Wende in der
Klimadiskussion" (im Rundbrief des Andechser Studienkreises,
Strategische Unternehmensführung Nr. 2, Herbst 2000) die
gegenwärtige Klimarettungskampagne ein "Musterbeispiel
politisierter Pseudowissenschaft". Was macht Sie so sicher, daß
das vom Menschen bei der Verbrennung freigesetzte CO2
nicht wesentlich zur Klimaerwärmung beiträgt?
Stroke: Ich habe mich in dem erwähnten
wissenschaftlichen Austausch mit dem Kreis um Professor Seitz
sehr eingehend mit den wissenschaftlich nachweisbaren Grundlagen
der CO2-Kampagne befaßt. Statt darauf einzugehen, möchte
ich darauf hinweisen, daß inzwischen sogar zwei Urheber des
"globalen Klimaerwärmungsmärchens" in anerkannten
wissenschaftlichen Zeitschriften zugeben mußten, daß sie sich
geirrt haben. So etwas tut man nicht leichtfertig, das fällt
einem Wissenschaftler sehr, sehr schwer.
- Der erwähnte Professor James Hansen vom berühmten Goddard
Institute for Space Studies widersprach in den offiziellen
Veröffentlichungen der US National Academy of Sciences (am 29.
August 2000) seinen früheren Behauptungen mit den Worten: "Man
vertritt allgemein die Ansicht, daß die gegenwärtige
Klimaerwärmung sich im bisherigen Maß (in Folge des steigenden
CO2-Gehalts in der Atmosphäre, aus dem Kontext ergänzt)
fortsetzt oder sogar noch steigert. Wir aber argumentieren nun,
daß die rapide Erwärmung der letzten Dekaden hauptsächlich von
anderen, also nicht von CO2-Treibhausgasen angetrieben
wurde..., nicht von Verbrennungsrückständen fossiler
Brennstoffe, also CO2."
- In Deutschland bekannter ist Professor Dr. Hasselmann vom MPI
für Meteorologie in Hamburg. Er schrieb ganz anders als in
seinen früheren dramatisierenden Behauptungen in den Medien nun
zusammen mit zehn Kollegen in dem weltweit maßgeblichen
Bulletin of the American Meteorological Society (Vol 80,
Nr. 12 vom Dez. 1999, S. 2631 ff.): "Treibhausgase können
alleine nicht die beobachteten (Klima)Veränderungen erklären...
Zur Zeit ist es nicht möglich, etwas Zuverlässiges über die
relativen Beiträge einzelner natürlicher und vom Menschen
verursachter Einflüsse (forcings, d.h. ,Verstärkungen') auf den
beobachtbaren Klimawandel auszusagen".
Diese Kehrtwendung in den Behauptungen der führenden "Experten"
der sogenannten Klimakatastrophe geht sicher auch auf die
Bemühungen meines geschätzten Kollegen President Dr. Frederick
Seitz und meinen eigenen zurück.
Manche rechtfertigen ihre öffentliche Klimarettungsaktion
im privaten Gespräch damit, daß dies doch zum sinnvollen
Energiesparen beitrage. Muß man zu diesem Zweck auf eine
"politisierte Pseudowissenschaft" zurückgreifen?
Stroke: Auch ich glaube, daß es klug und vernünftig
ist, mit den vorhandenen Energieressourcen sparsam umzugehen,
das hat aber nichts mit den Maßnahmen der sogenannten "no
regrets actions" zu tun, die gerne von Vertretern partikulärer
Sonderinteressen ins Spiel gebracht werden. Wenn gesagt wird:
"Auch wenn wir nichts Genaues über die Rolle wissen, die
CO2 bei der Klimaerwärmung spielt, müssen wir jetzt schon
etwas zur Klimarettung tun", dann ist das so, als wollte ein
Arzt eine nicht vorhandene Krankheit kurieren. Das "Etwas"
entspricht natürlich den jeweiligen Sonderinteressen (z.B.
Anhebung der Energiepreise), vorgefaßten Ideologien oder
politischen Zielen. Deshalb sprach ich von "politisierter
Pseudowissenschaft".
Wie erklären Sie sich, daß viele "anerkannte"
Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitutionen, die einen guten
Ruf zu verlieren haben, sich zu Propagandisten dieser
"politisierten Pseudowissenschaft" machen? Teilen diese Leute
die dort vertretenen unwissenschaftlichen Ziele oder
durchschauen sie deren Fehler nicht?
Stroke: In meiner wissenschaftlichen Laufbahn war ich
stets darauf bedacht, die "professionelle Ehrlichkeit", auf der
sich unsere wissenschaftlich-technische Zivilisation gründet, zu
wahren. Das verpflichtet jeden Wissenschaftler, Irrtümer und
Falschaussagen, auf die er in seiner Arbeit stößt,
bloßzustellen. Es hat mich natürlich sehr betrübt gemacht, so
viele anerkannte Wissenschaftler unter denen anzutreffen, die
gebetsmühlenartig eine "drohende globale Klimakatastrophe"
ankündigen, um irgendwelche politischen Ziele durchsetzbar zu
machen. Ich habe zwei prominente Vertreter und ihren Canossagang
bereits erwähnt. Schon der kluge Georg Christoph Lichtenberg
mußte vor 1799 feststellen: "Wir leben in einer Welt, worin ein
Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige weise macht".
Oder nehmen Sie Schopenhauers Spruch: "Es gibt keine noch so
absurde Meinung, die Menschen nicht leicht zu der ihrigen
machen, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, daß
eine solche allgemein angenommen ist".
Und nun zu Ihrer Frage. Offensichtlich schlagen sich viele
Wissenschaftler durch das Leben, indem sie ihre weniger hoch
gesteckten Ziele hinter Aussagen von als "anerkannt" erklärten
Wissenschaftlern verstecken. Dabei mögen bestimmte politische
oder ideologische Ausrichtungen eine Rolle spielen oder ein
Wunsch, sich auch ohne eigene wesentliche wissenschaftliche
Leistung ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu schieben. Dabei
mag es - wie wohl in dem spektakulären Beispiel des
Pseudogenetikers Trofim Lysenko unter Stalin oder beim
französischen Physiker René Blondlot - zu bewußter Täuschung
gekommen sein. Man setzte dabei seinen "wissenschaftlichen Ruf"
aufs Spiel. Wenn sich in einem solchen Fall erste Kritiker zu
Wort melden, schießen diese Leute in der Regel mit allen, auch
unlauteren Mitteln zurück. Die Kritiker werden dann gern zu
einer nicht vertrauenswürdigen "Minderheit" erklärt, und
ähnliches.
Ferner spielen oft auch unmittelbare materielle Interessen eine
Rolle. Das war auch beim CO2 der Fall. Es wurde zum
gefährlichen Schreckgespenst, um die friedliche Nutzung der
Kernenergie, die an sich zu befürworten ist, ohne großen Aufwand
gegen verbreitete Atomängste durchzusetzen. Ich habe gleich am
Anfang vor solchen Versuchen mit dem berühmten Spruch des
US-Präsidenten Lincoln gewarnt, der sinngemäß gesagt hatte, man
kann einige Leute immer und alle Leute eine Zeit lang für dumm
verkaufen, aber auf keinen Fall kann man das mit allen Leuten
auf alle Zeit". Ich weiß aus der Wissenschaftsgeschichte, daß
mit der Zeit, oder weil sich einige "leidenschaftlich zu Wort
melden", jeder Irrtum in der Wissenschaft einmal auffliegen
wird. Leider steht nun unsere wichtige Kernkraftindustrie mit
leeren Händen da, und es ist kaum eine strategische
Rückzugsposition zu erkennen, von der sie wieder vordringen
könnte, wenn man das politisch wollte.
Die Bundesregierung hat nach dem Ausstieg aus der
Kernenergie Maßnahmen beschlossen, um auch den Gebrauch der
Verbrennungsenergie um ein Viertel zu mindern. Dazu bürdet sie
den Bürgern in den nächsten Jahren Kosten in Höhe mehrerer
hundert Milliarden auf. Was halten Sie davon?
Stroke: Ich bedauere das natürlich, vor allem in einem
Land, das einmal als das der Dichter und Denker und auch der
Wissenschaftler galt. Der aufwendige Alleingang der
Bundesregierung gründet sich auf die angeblichen Verpflichtungen
durch das Protokoll von Kyoto. Aber eine solche Verpflichtung
besteht nicht, weil die USA, die selbst 25% der fossilen
Brennstoffe verbraucht - im Vergleich dazu verbraucht
Deutschland nur 4%, Frankreich 3% und Japan 6% - diese
Absichtserklärung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht
unterschreiben wird. Der US-Senat hat einstimmig die sogenannte
Byrd-Hagel-Resolution beschlossen. Sie verbietet, das
Kyoto-Protokoll zu einem für die USA bindenden Staatsvertrag zu
machen. Ich erwarte daher, daß das Kyoto-Protokoll wie vor ihm
52 ähnliche Versuche, einen vergleichbaren Staatsvertrag zu
ratifizieren, abgelehnt und damit beerdigt wird. Die USA werden
- wie sich jüngst in Den Haag gezeigt hat - von mehreren
Ländern, nicht nur von Japan unterstützt. Der Alleingang
Deutschlands würde den anthropogenen CO2-Ausstoß weltweit
um nur ein Prozent mindern. Schon daran sollten auch
Nichtfachleute leicht erkennen können, welch geringe
"ökologische" Bedeutung einem solchen Schritt zukommt und dabei
Mittel verschwendet würden, die wir für viel dringendere
Aufgaben in unserer Verantwortung benötigen.
Erdgeschichtlich gab es auf unserem Planeten nie so wenig
CO2 wie heute. Könnte dies im Gegensatz zu den
Behauptungen der Klimarettungskampagne nicht die Versorgung
unserer Pflanzenwelt und damit das Leben auf diesem Planeten
insgesamt gefährden?
Stroke: Die Frage ist interessant, ich höre sie in
dieser Form zum ersten Mal. In der Tat war der CO2-Gehalt
der Atmosphäre in den vergangenen tausend Millionen Jahren nie
so gering wie heute. Die Natur ist aber nie etwas nur
Vorgegebenes, sie ist im Fluß. Die Menschen haben gelernt, damit
umzugehen. Sie haben, wenn sie sich ihres wissenschaftlichen
Verstand bedienten, gelernt, mit großen Schwierigkeiten, zum
Beispiel der allmählichen Auslaugung der Ackerlandböden, fertig
zu werden. Justus Liebig hat mit Stickstoff und anderen
mineralischen Grundstoffen künstliche Düngemittel hergestellt,
als die natürlichen nicht mehr ausreichten. Ähnlich wird man
verfahren, falls CO2 einmal wirklich knapp werden sollte.
Wie das gehen könnte, wissen wir im Grunde schon heute. In
diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant - worauf ich
in meinem erwähnten Aufsatz in "Strategische
Unternehmensführung" hingewiesen habe - daß die Menschen etwa
soviel CO2 ausatmen, wie sie durch Verbrennen fossiler
Brennstoffe freisetzen.
Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Hubert
Markl, sagte in einem am 9.1.2001 in der Frankfurter
Rundschau abgedruckten Interview: "Wir sollten es schaffen,
die Weltbevölkerung in den nächsten Jahren wieder auf ein bis
zwei Milliarden Menschen absinken zu lassen". Könnte es sein,
daß die Klimarettung unter anderem auch diesem Ziel dient?
Stroke: Ich kenne leider das erwähnte Interview von
Professor Markl nicht, es erinnert mich aber an die
unglücklichen Bestrebungen des Club of Rome, der mit seinen
apokalyptischen Forderungen nach "Grenzen des Wachstums" und
ähnlichen Computer-Modellierungsversuchen Anfang der siebziger
Jahre das vorbereitet hat, was später mit der sogenannten
Klimakatastrophe und ähnlichem versucht wurde. Ich habe am MIT
noch den berühmten Whirlwind-Computer erlebt, bevor ich 1957 das
erste digitale Programm für die Fouriertransformation auf der
IBM 704 geschrieben habe, damals noch in der Assembler-Sprache,
weil es Fortran noch nicht gab. Schon damals ging im
Zusammenhang mit den Modellierungsversuchen von "Fluid
Aerodynamics" der sicher flapsige, aber richtige Spruch um:
"Garbage in, garbage out". Aus falschen oder unzureichenden
Vorgaben kann auch ein Computer nur Falsches errechnen. Das wird
bei den Klimamodellen zuwenig berücksichtigt. Ich hatte schon
das Beispiel von James Hansen erwähnt, der mit einer "trockenen
Atmosphäre" gerechnet hatte, obwohl Wasserdampf etwa 97% dessen
ausmacht, was man den Treibhauseffekt nannte.
Das auf Robert Malthus zurückgehende Problem der Überbevölkerung
der Erde ist ein Folgeproblem, das eintritt, wenn man das viel
wichtigere nicht in Angriff nimmt, das der Präsident der
Weltbank Dr. Wolfensohn richtig die "Unterversorgung eines
großen Teils der Weltbevölkerung" genannt hat. Er sprach am
10.11.1998 vor dem gleichen Club der Auslandskorrespondenten in
Tokio, vor dem ich, wie erwähnt, tags zuvor meinen Vortrag "Es
gibt kein CO2-Problem" gehalten hatte. Dr. Wolfensohn
leitete nun seinen Vortrag mit der Bemerkung ein: "Nachdem
Professor Stroke gestern abend berichtet hat, daß es
letztendlich kein CO2-Problem gibt und daß
Klimaveränderungen natürliche Prozesse sind, kann ich als
Weltbankpräsident meine Finanzierungsprioritäten ändern". Er
strich in dem Zusammenhang als neue Priorität der Weltbank "das
Bedürfnis eines großen Teils der Weltbevölkerung auf sauberes
Wasser" heraus und fand dabei die Unterstützung des
Nobelpreisträgers für Wirtschaftswissenschaft aus dem Jahr 1998,
des in Cambridge lehrenden Inders Professor Amartya Sen.