Man sollte die Welt daran erinnern, um was es in der Hongkong-Frage ging und geht. Sicherlich nicht darum, daß "der Sozialismus eine Bastion des Freihandels schluckt". Tatsache ist vielmehr, daß eines der zahlreichen Verbrechen des britischen Empire nun an sein Ende kommt.
Wie wurde Hongkong von China abgetrennt? Im Jahr 1830 ließ Lin Zexu, ein Beamter der Qing-Dynastie (1644-1911), 1500 Tonnen - drei Millionen Pfund - Opium vernichten, weil der von den Briten kontrollierte Handel mit dem Rauschgift die Existenz der chinesischen Nation gefährdete. 500 Arbeiter vermischten das Rohopium mit Kalk und Salzwasser und spülten es ins Meer. Die Führung des britischen Empire war wütend und begann als Vergeltung die Opiumkriege. Die kaiserliche chinesische Armee wurde besiegt, und der britische Premierminister Lord Palmerston ließ Kronkommissar Captain Charles Elliott den Besiegten diktieren, Opium werde in China als "legaler Handelsartikel" zugelassen.
Ist es nicht merkwürdig, daß noch die 15. Auflage der Encyclopaedia Britannica aus dem Jahr 1977 über jenen Helden Lin Zexu schreibt: "Er verstand nicht die Bedeutung der britischen Forderungen nach freiem Handel und internationaler Gleichstellung, die auf der Vorstellung eines Handelsimperiums gründeten... Lin redete in einem aggressiven, moralischen Ton; gleichzeitig ging er rücksichtslos gegen britische Kaufleute vor, in einer Weise, die deren Regierung nur beleidigen konnte."
Mit dem Vertrag von Nanking sicherten sich die Briten als Teil der Beute die Kontrolle über Hongkong, das weiterhin das Zentrum für den britischen Drogenhandel samt Geldwäsche blieb.
Soeben ist der offizielle chinesische Film Der Opiumkrieg herausgekommen, mit dem die Rückkehr Hongkongs gefeiert wird. Darin vergleicht Regisseur Xie Jin die britischen Verbrechen der Opiumkriege mit den Verbrechen der Nazis an den Juden und mit den Ausschreitungen während der "Großen proletarischen Kulturrevolution".
Die Geschichte Hongkongs zu kennen, ist auch deshalb wichtig, weil das britische Empire über sein Finanzzentrum London und den Commonwealth das gleiche neokoloniale Unwesen bis heute fortsetzt - auch wenn die meisten Massenmedien uns das Gegenteil weismachen wollen. Heute steht das britische Empire hinter dem Völkermord Musevenis und Kabilas, um sich die strategischen Rohstoffe der afrikanischen Region der Großen Seen anzueignen, während es gleichzeitig versucht, China zu destabilisieren und in möglichst viele Teile zu spalten.
Freuen wir uns also über diesen großen Schritt zu einem einigen, großen China und über die Niederlage des britischen Empire - oder, wie de Gaulle zu sagen pflegte, Perfide Albion!
Es lebe das Gedenken an Lin Zexu!
Es lebe das Gedenken an Sun Yat-sen!
Es lebe das einige und starke China!
Helga Zepp-LaRouche,
Präsidentin des internationalen Schiller-Instituts