Aus der Neuen Solidarität Nr. 38/97:

[Buergerrechtsbewegung]

Kurznachrichten: Bürgerrechtsbewegung International


Grußbotschaften der politischen Gefangenen
Uganda-Veranstaltung in Washington

Dringender Appell: Hilfe für Korea

Grußbotschaften der politischen Gefangenen

Neben Michael Billington, dessen Grußbotschaft an die Konferenz des Schiller-Instituts in Washington wir schon in der letzte Woche abdruckten, übermittelten auch drei andere inhaftierte LaRouche-Mitarbeiter der Konferenz ihre Grüße, die wir hier zusammenfassen.

Anita Gallagher: Vor uns steht die gewaltige Aufgabe, die Denkprämissen der Menschen zu verändern, damit der amerikanische Präsidenten die Möglichkeit erhält, zusammen mit anderen Nationen ein neues Bretton-Woods-System aufzubauen und die eurasische Landbrücke zu verwirklichen. Nur so kann das britische Empire endgültig überwunden werden.

Der große Dichter und Philosoph Friedrich Schiller lehrt uns, daß die Gottesebenbildlichkeit des Menschen sein Schicksal ist. Unter Bezug auf Leibniz schreibt Schiller in seiner frühen Schrift Die Philosophie der Physiologie, die glücklichste Seele sei die, die an der Verwirklichung des "großen Plans" der göttlichen Vorsehung mitarbeite. Alles, was zur Vervollkommnung des Menschen beitrage, bereite ihm Freude, alles, was ihn davon abhalte, erzeuge das Gegenteil.

Später stellt Schiller die Frage, warum uns mit allen anderen Menschen eine universelle Liebe verbinde. Der Grund dafür sei, so die Antwort, ein dem Menschen innewohnender Wille, die Vervollkommnung seiner Mitmenschen zu befördern. Damit tritt noch ein weiterer Aspekt unserer Aufgabe hervor: In der "Übergangszeit", in der das alte System noch nicht untergegangen ist und das neue System noch nicht geboren wurde, in jedem Menschen das in ihm angelegte Streben nach Glückseligkeit und Vervollkommnung zu befördern.

Lawrence Hecht erläuterte in seinem kurzen Beitrag die Bedeutung eines von Ampères grundlegenden Experimenten zur Elektrodynamik, das in einer pädagogischen Ausstellung auf der Konferenz zu sehen war. Niemand solle sich durch angeblich fehlende algebraische oder mathematische Kenntnisse davon abhalten lassen, sich mit diesem Thema zu befassen, da im Prinzip jeder in der Lage sei, Ampères Fragestellung und seine überraschende geometrische Lösung nachzuvollziehen.

Donald Phau erklärte, die kommende Zeit werde mit Sicherheit aufregend und "alles andere als langweilig" sein. Immer deutlicher werde, daß LaRouche als einziger eine Antwort auf die sich zuspitzende weltweite Krisenlage hat. Und nur LaRouche habe die moralische Herausforderung formuliert, die die Menschen heute erfüllen müßten: Niemand darf seine Identität aufgeben und sich von blinden Leidenschaften beherrschen lassen. Keiner von uns hat Zeit zu verschwenden und daher sollten wir uns "umgehend an die Arbeit machen".

Uganda-Veranstaltung in Washington

Das Nachrichtenmagazin EIR veranstaltete am 10. September ein Seminar in der amerikanischen Hauptstadt über die katastrophale Lage in Uganda unter Diktator Yoweri Museveni mit dem Thema: "Die Kultur des gewaltsamen Regierungswechsels und das Märchen vom ugandischen Wirtschaftsaufschwung". Unter den 40 Gästen waren sechs Vertreter afrikanischer Botschaften, ein ehemaliger Minister, Politiker und Aktivisten aus Afrika sowie Washington und Umgebung.

Hauptrednerin war Cecilia Atim-Ogwal, führende Oppositionspolitikerin aus Uganda, die direkt von einem Treffen mit dem Ausschuß afro-amerikanischer Kongreßabgeordneter kam. Frau Atim-Ogwal ist Parlamentsabgeordnete in Kampala und Vorsitzende des Interimsvorstands des Ugandischen Volkskongresses. Sie verwies darauf, daß Uganda eines der ärmsten Länder der Welt ist, die Menschen sterben an Hunger oder Mangel an einfachsten Medikamenten. Die Auslandsschulden hätten sich unter Museveni verdreifacht, die Zahl der Kinder, die Schulen besuchen, sei stark gesunken. Der Niedergang sei eine logische Folge der Politik des IWF, welche das Regime getreu ausführe: "Man braucht einen Diktator wie Museveni, um diese Art von Politik durchzusetzen." Sie wolle für eine Änderung der Uganda-Politik der US-Regierung kämpfen, schloß Atim-Ogwal und forderte die Gäste auf, es ihr gleichzutun.

Danach sprach Linda de Hoyos von EIR: Hinter der brutalen Politik Musevenis und seiner Kumpane, etwa Paul Kagame in Ruanda, stehe die Politik des britischen Commonwealth, der zwei ideologische Elemente bei dieser Clique ausnutze: die Philosophie der "revolutionären Gewalt" von Frantz Fanon, die sie früher in Daressalam studierten, und den Mythos von den Tutsi als einer "Herrenrasse", der von der britischen Kolonialmacht bestärkt wurde. Diese Clique sei in Zentralafrika für den Tod von fünf Millionen Menschen verantwortlich und müsse gestoppt werden, sagte de Hoyos. Statt dessen müsse eine echte industrielle Entwicklung einsetzen.

Auf dem Seminar wurde auch eine neue englischsprachige Dokumentation mit den Reden und Debatten des von EIR mitveranstalteten Afrika-Seminars im Rheingau vom Frühjahr vorgestellt.

Dringender Appell: Hilfe für Korea

Seit 9. September verbreitet das Schiller-Institut im Namen und im Auftrag von Dr. Syngman Rhee, einem führenden Vertreter der Presbyterianischen Kirche in den USA, international einen dringenden Aufruf zur Nahrungsmittelhilfe für Nordkorea. Dr. Rhee, der selbst vor vielen Jahren aus dem kommunistischen Nordkorea geflohen ist, fordert die USA auf, ausreichende Nahrungsmittelhilfe zu leisten und so Herz und Geist der Koreaner zu gewinnen - andernfalls drohe ein neuer Korea-Krieg. Rhee verweist auch auf den internationalen Hilfsappell der australischen Abgeordneten Pauline Hanson.