In den Kurkliniken schrillen die Alarmglocken. Der Deutsche Bäderverband weist darauf hin, daß in den Kur- und Heileinrichtungen zur Zeit 20000 Betten wegen rückläufiger Kuranträge oder fehlender Finanzmittel leer stehen. Werden diese Betten abgebaut, was der Deutsche Bäderverband befürchtet, verlieren bis zu 15000 Menschen ihren Arbeitsplatz. In den vergangenen Jahren seien bereits durch die Gesundheitsreform etwa 30000 Stellen gestrichen worden. "Durch die Sparmaßnahmen stehen viele Kurkliniken vor dem Aus", so ein Sprecher des Verbandes. Die Pflegesätze seien auf eine Auslastung von 95% kalkuliert, diese liege aber nur noch bei 45 bis 70%. 1997 seien von den 1600 Kureinrichtungen etwa 250 geschlossen worden. Für 1998 sei mit der Schließung von weiteren bis zu 150 Kliniken zu rechnen.
Bei deutschen Krankenhäusern wächst der Trend zur Privatisierung. Ursache dafür ist der Kostendruck, der immer mehr Kliniken rote Zahlen schreiben läßt oder gänzlich zur Aufgabe zwingt. Neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge mußten 212 öffentliche Akutkrankenhäuser und damit jedes fünfte städtisch oder kommunal geführte Haus zwischen 1990 und 1996 schließen. Dagegen vermehrte sich die Zahl privater Kliniken im selben Zeitraum um 53. Viele Kommunen geben ihre Kliniken an private Geschäftsführungen ab, wobei der öffentliche Träger zwar Eigentümer bleibt, das Management aber privat ist. Vor einer vollständigen Umwandlung in private Trägerschaft schrecken viele Kommunen noch zurück, da sie - wie die Klinikmitarbeiter - Personalabbau, Tarifflucht und Leistungseinschränkung befürchten.
Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung müssen 1998 voraussichtlich rund ein Fünftel der Arzneimittelkosten aus eigener Tasche zahlen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hätten die Versicherten demnach einen Eigenanteil von über 7 Mrd. DM zu leisten. 1997 steuerten die Versicherten 5,5 Mrd. DM selbst bei; das entspricht rund 17% der Gesamtausgaben für Arzneimittel.