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In seiner Eröffnungsrede zum Wirtschaftskongreß der diesjährigen Asien-Pazifik-Wochen sagte der Bundeskanzler am 17. September in Berlin, auch wenn dieser Tage der globale Kampf gegen den Terrorismus im Zentrum der Diplomatie stehe, dürfe man nicht den Ausbau der deutschen und europäischen Wirtschaftsbeziehungen zu Asien vernachlässigen. Statt eines "Kampfes der Kulturen" brauche die Welt einen "Kampf für Kultur" und für "wirtschaftliche Entwicklung", sagte Schröder. Deutschlands enge Zusammenarbeit mit China im Bereich der Elektrotechnik, im Automobilbau und beim Transrapid sei ein Modell für die generelle Entwicklung der wirtschaftlichen Kontakte. Die Rolle des deutschen Mittelstandes hierbei wurde vom Kanzler besonders erwähnt.
Der bis zum 19. September dauernde deutsch-chinesische Wirtschaftskongreß hatte neben den von Schröder genannten Bereichen auch die Pläne der Regierung in Beijing für die Entwicklung von Infrastruktur und Industrie in Westchina zum Thema.
Deutsch-chinesische Kooperation in der Raumfahrttechnik war ein Thema von Gesprächen, die Bremens Bürgermeister Henning Scherf in der ersten Septemberhälfte in Beijing führte. Chinas Raumfahrtbehörde CNSA und die Bremer Firma Astrium (vormals DASA) planen eine direkte Zusammenarbeit in der Satellitentechnik und bei der Entwicklung neuer Geräte für Raumfahrtmissionen. Scherf besuchte auch Bremens Partnerstadt Dalian, eine aufstrebende Hafenstadt an der Ostküste des Chinesischen Meers, die sich in den letzten paar Jahren zu einem der führenden Handels- und Industriezentren Asiens entwickelt hat. Als Hafenstädte bisher über die See verbunden, werden Bremen und Dalian nach der Fertigstellung des 10000 Kilometer langen transkontinentalen Eurasischen Bahnkorridors auch direkten Kontakt über die Schiene aufnehmen können.
Nach wochenlangen diplomatischen Vorbereitungen in Gesprächen zwischen Moskau, Pjöngjang und Seoul trat jetzt auch der gemeinsame interministerielle Ausschuß der beiden koreanischen Regierungen zu seiner 5. Sitzung zusammen. Am 18. September beschloß der Ausschuß in Seoul, die Errichtung einer neuen Industriezone im nordkoreanischen Kaesong zu beschleunigen und hierzu auch eine Autobahnverbindung zwischen Kaesong und Munsan zu bauen. Beschlossen wurde weiterhin die Wiederzusammenführung der seit dem Ausbruch des Koreakriegs 1950 getrennten Bahnlinien, um so eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Südkorea nach Europa über die Transsibirische Bahn Rußlands herzustellen. Ebenso sollen Gasrohrleitungen miteinander verbunden werden, so daß Südkorea künftig Erdgas aus Rußland beziehen kann.
Das Projekt einer Bahnverbindung China-Kirgistan-Usbekistan ist mit der vergangene Woche gegebenen Zusage der chinesischen Regierung, hierfür einen Kredit an die Kirgisen zu vergeben, einen Schritt weitergekommen. Die beiden Premierminister Zhu Rongji und Kurmanbek Bakiew hatten dies am Rande der Konferenz der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit im kasachischen Almaty am 14. September beschlossen. Vor der Presse betonten beide Politiker die Bedeutung dieser Strecke für den Ausbau des asiatisch-europäischen Bahnkorridors, von dem viele Länder, nicht nur China, Kirgistan und Usbekistan, profitieren werden. Weiterhin erwägen die Chinesen und die Kirgisen die gemeinsame Errichtung zweier neuer Großkraftwerke im wasserreichen Kirgisistan am Fluß Naryn. Hiermit kann künftig der Energiebedarf Westchinas zu einem erheblichen Teil gedeckt werden, und auch Exporte in die zentralasiatischen Nachbarrepubliken, vor allem nach Usbekistan, werden möglich.
Kurz vor den Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft am 23. September forderte Anfang vergangener Woche der Präses der Industrie- und Handelskammer erneut den Bau einer Transrapid-Trasse von der Hansestadt nach Amsterdam. Allein unter dem Aspekt zahlreicher internationaler Flugverbindungen, die Amsterdam im Gegensatz zu Hamburg besitze, sei eine "Eurorapid"-Verbindung mit Reisezeiten von einer Stunde äußerst attraktiv, sagte Präses Schües. Wenn Hamburg die Amsterdamer Flugverbindungen nicht nur in die USA, sondern auch nach Asien mitnutzen könne, erübrige sich das umständliche Umsteigen auf dem Frankfurter Flughafen. Auch nach dem Ausbau des Hamburger Flughafens bis 2010 sei nicht sicher, ob und in welchem Umfang internationale Fluglinien Direktflüge in die Hansestadt einrichteten.
Mit Hinweis auf die kritische Überbelastung des amerikanischen Luftraums raten Verkehrsexperten von einem weiteren Ausbau des Luftverkehrs in Europa nach dem Modell der USA ab und empfehlen den Transrapid als ebenso schnelle Alternative für Reisen zwischen den europäischen Großstädten.
Schweriner Jusos für Transrapid. Die Jungsozialisten der SPD in Schwerin brachten Mitte September das vor 18 Monaten abgesagte Projekt Hamburg-Berlin erneut in die Debatte, und zwar im Rahmen der laufenden Vorüberlegungen zum Bau eines "Eurorapid" von Hamburg nach Amsterdam. "Der Transrapid ist schnell, leise und energieverbrauchsarm", sagte Juso-Chef Daniel Meslien. "Die A 24 würde entlastet, der Flugverkehr zwischen den Metropolen könnte eingeschränkt und der Güterverkehr dank freier Gleise auf die Schiene verlegt werden." Sobald sich Holland (voraussichtlich vor dem Jahresende) für den Transrapid auf der geplanten Neubautrasse Amsterdam-Groningen entscheide, werde Hamburg eine eigene Studie über die Machbarkeit einer Verbindung in die Niederlande vorlegen, sagte Meslien. "Spätestens dann muß wieder über die Weiterführung nach Berlin über Schwerin nachgedacht werden." Der "Eurorapid" eröffne Schwerin die große Chance, später einmal im künftigen transeuropäischen Magnetbahnnetz direkt mit anderen europäischen Großstädten wie Warschau, Moskau, Prag, Wien und Budapest verbunden zu sein. Das sei auch für die Ansiedlung neuer Industrien in der Nähe der mecklenburgischen Landeshauptstadt ein wichtiger Gesichtspunkt, fügte Meslien hinzu.
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