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Von Michael Liebig
Am 26. September traten in Brüssel die NATO-Verteidigungsminister zusammen. Zuvor hatten NATO-Generalsekretär Robertson und Verteidigungsminister Scharping erklärt, daß die NATO nach Vorlage von Beweisunterlagen über das Bin Laden/Al-Qaida-Terrornetzwerk formell das Eintreten des Bündnisfalls gemäß Artikel 5 des Washingtoner Vertrages feststellen werde.Aber US-Vizeverteidigungsminister Wolfowitz legte keine Beweisunterlagen vor, und der Bündnisfall wurde nicht erklärt. Nicht nur die Öffentlichkeit staunte.
In der rauhen Wirklichkeit sind die generalstabsmäßig geplanten und durchgeführten Anschläge in Washington und New York nur unter aktiver Beteiligung nachrichtendienstlicher Kreise in Amerika selbst möglich. Hinter vorgehaltener Hand wird im nachrichtendienstlichen Milieu auch eingeräumt, daß am 11. September die Expertise von Geheimdiensten und Sondereinsatzverbänden im Spiel war - aber natürlich nicht von solchen in den USA, sondern von "Schurkenstaaten" wie dem Irak.
Weitgehend allein auf weiter Flur hat Lyndon LaRouche seit dem 11. September immer wieder erklärt, daß die Anschläge eine "strategische verdeckte Operation" waren, bei der terroristische Elemente benutzt wurden. Es handele sich um einen "fortdauernden Putschversuch" in den USA vor dem Hintergrund der systemischen Finanz- und Wirtschaftskrise. Es gehe darum, in den Vereinigten Staaten ein wirtschaftlich-finanzielles und politisch-militärisches Notstandsregime zu etablieren. Doch noch sei nichts entschieden. Über das, was am 11. September wirklich geschehen ist und welche Schlußfolgerungen daraus zu ziehen seien, toben, so LaRouche, massive Auseinandersetzungen hinter den Kulissen des offiziellen Washington.
In dem Meer von Desinformation, das die Ereignisse vom 11. September umgibt, ist eines sicher: Sie fanden inmitten einer dramatischen Zuspitzung der Finanz- und Wirtschaftskrise statt. Da dies schwer zu bestreiten ist, versucht man, die Anschläge nun als "Ursache" der Krise hinzustellen. Tatsächlich haben die Anschläge die Krise nur noch weiter verschärft. Zugleich aber haben die Anschläge finanz- und wirtschaftspolitische Notstandsmaßnahmen ermöglicht, die zuvor undenkbar gewesen wären.
"Wirtschaftsliberale" und geschworene Feinde des "Staatsdirigismus" in der Bush-Administration und unter republikanischen Kongreßmitgliedern preisen plötzlich den Keynesianismus! Inflation und Staatsverschuldung scheinen keine Themen mehr zu sein. Die bislang gepriesenen Wundermittel gegen die Krise - Zins- und Steuersenkungen - sind kaum noch der Rede wert.
Vorschläge für "Stimulus"-Programme für die US-Wirtschaft überschlagen sich. Alan Greenspan denkt an ein 100-Millarden-Dollar-Programm, im Kongreß will man eher 200 Mrd. ausgeben, und der politisch einflußreiche Finanzier Felix Rohatyn denkt an 250 Mrd. Dollar. Mit diesem Geld sollen notleidende Wirtschaftszweige subventioniert, soll Manhattan wiederaufgebaut und die tatsächlich desolate Infrastruktur Amerikas ausgebessert werden.
Genau das ist heute nicht der Fall: Jahrzehntelange Investitionsdefizite, betriebliche "Kostensenkungen" im Namen von "Shareholder Value", das systematische "Auslagern" ganzer Industriezweige, das Abwürgen von Zukunftstechnologien, die Degeneration im Erziehungs- und Bildungswesen, das Entstehen riesiger nichtproduktiver Wirtschaftssektoren und ein geradezu unvorstellbarer Schuldenberg der Haushalte und Unternehmen machen es heute unmöglich, die amerikanische Realwirtschaft "schnell wieder anzufahren". Das wird sich nicht zuletzt in der Rüstungsindustrie und ihrem Umfeld ganz schnell zeigen.
Das Wiedererstarken der amerikanischen Realwirtschaft wird nur im Rahmen einer radikalen Reorganisation des Finanzsystems und des internationalen Währungssystems - Stichwort Neues Bretton Woods - möglich sein. Dann muß es um infrastrukturelle und industrielle Großprojekte in transkontinentalen Dimensionen gehen - Stichwort Eurasische Landbrücke. Genau das wollen die eigentlichen Urheber der Anschläge vom 11. September verhindern.
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