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"Das C in der Politik - zwischen Anspruch und Wirklichkeit", so lautet der Titel eines Sammelbandes, der nun nach zweijähriger Vorbereitung vom Landesverband der Jungen Union Oldenburg vorgelegt wurde. Neben verschiedenen Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft wurde auch Jutta Dinkermann vom Club of Life gebeten, das Thema "Christentum in der Politik" zu behandeln und der Frage nachzugehen, ob es eine christliche Politik in der Praxis geben könne. Derzeit wird der Sammelband von der JU regional und bundesweit an CDU-Bundestagsabgeordnete sowie an überregionale kirchliche Zeitungen verteilt. Der vollständige Text unseres Beitrags kann auf unserer Homepage unter www.club-of-life.de eingesehen werden.
Weitere Autoren sind (u.a.): Jochen Borchert, MdB, Bundesvorsitzender evang. Arbeitskreis der CDU/CSU und ehemaliger Bundesminister; Dr. Wolfgang Schäuble, MdB, ehemaliger Bundesminister; Prof. Dr. Friedrich Janssen, päpstlicher Ehrenprälat und Bundespräses der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung; Georg Konen, Bundesvorsitzender der Vereinigung der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung.
Wer an dem Sammelband interessiert ist, mag seine Anfrage richten an: JU Deutschland, Landesverband Oldenburg, Unterm Berg 20, 26123 Oldenburg, Tel. 0441/92 69 24.
In einem Schreiben des Club of Life an alle deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlamentes werden die Volksvertreter aufgefordert, anläßlich der anstehenden Diskussion um die Vergabe von Forschungsgeldern im Rahmen des VI. Forschungsrahmenprogrammes der EU eindeutig gegen Forschungsförderung zu votieren, die
In dem Schreiben heißt es u.a.: "Medizinischer Fortschritt muß die Menschenwürde achten und darf nicht im Gewande eines modernen Kannibalismus verkleidet daherkommen. Wie anders kann man eine Forschungspraxis bezeichnen, die menschliche Embryonen als eine Art Ersatzteillager für andere herstellt und verbraucht? Dies ist unzweifelhaft eine Instrumentalisierung menschlichen Lebens, die weder das deutsche Grundgesetz noch der Geist des Embryonenschutzgesetzes erlaubt."
Neben einer Intensivierung der ethisch unbedenklichen adulten Stammzellenforschung müsse aber vor allem eine Forschungsförderung betrieben werden, bei "der es darum geht, Leben und lebende Prozesse erst einmal wirklich zu verstehen", so das Schreiben. "Leider sind heute Ausbildung, Gelder, Interessen und Forschungsmacht in einem Maße auf die Molekulargenetik fixiert und an sie gebunden, daß die erforderliche Grundlagenforschung in anderen, vielversprechenden Bereichen der Lebenswissenschaften kaum mehr stattfindet - ein Umstand, der in jedem Fall bei Ihren Beratungen diskutiert werden sollte."
Zudem müsse der politische Hintergrund der Embryonen- und Keimbahnforschung beleuchtet werden. "Schon ein oberflächlicher Blick in die Fülle der für jedermann verfügbaren programmatischen Schriften - verstorbener wie lebender - führender Genetiker, Molekularbiologen und Reproduktionsmediziner offenbart ein erschreckendes Welt- und Menschenbild, in dem es hauptsächlich darum geht, Kontrolle über die Anzahl und die genetische ,Verbesserung' und Selektion des Menschen zu erlangen."
Der vollständige Wortlaut unseres Schreibens kann unter www.club-of-life.de eingesehen werden.
Bundestagsausschuß: Embryonenschutzgesetz soll Maßstab für die Europäische Union werden. Der Bundestagsgesundheitsausschuß hat beschlossen, die Grenzen des deutschen Embryonenschutzgesetzes auch für das 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union zu fordern. Dies teilte der stellv. Vorsitzende der Enquetekommission "Recht und Ethik in der modernen Medizin", Hubert Hüppe (CDU), am 16. Oktober in Berlin mit. Der Beschluß, daß weder das Klonen von Menschen noch Keimbahneingriffe gefördert werden können, sei mit breiter Zustimmung aus allen Fraktionen außer der FDP gefallen. Gleiches gelte für die Züchtung von Embryonen zu Forschungs- und Therapiezwecken, erklärte Hüppe. Damit habe sich der Ausschuß dagegen ausgesprochen, mit europäischen Mitteln und deutschen Steuergeldern Tätigkeiten zu finanzieren, die in Deutschland verboten seien.
Die Initiative "Stoppt PID und Klonen" hat mit einer Demonstration in Berlin und einer Pressekonferenz eine bundesweite Kampagne gestartet. In einer Presseerklärung hieß es, die Initiative betrachte die Enwicklung der gegenwärtigen bioethischen Debatte in Deutschland mit großer Sorge. In den letzten Jahren habe die medizinische Forschung zahllose beeindruckende und lebenserhaltende Erkenntnisse gewonnen. Vieles davon habe zum Wohle der Menschen Eingang in Therapie und Verhütung von Krankheiten gefunden, wofür man den verantwortungsbewußten Wissenschaftlern und Forschern dankbar sei. Für Schlagzeilen sorgten derzeit jedoch vor allem solche Wissenschaftler und Politiker, die einen Fortschritt propagierten, der grundsätzliche ethische Normen in Frage stelle.
Die Initiative zeigt sich davon überzeugt, daß derartige Bestrebungen bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen, weswegen die Initiative ins Leben gerufen worden sei und ein "Manifest für einen medizinischen Fortschritt nach menschlichem Maß" verbreitet werde.
In diesem Manifest, das bislang u.a. von Ärzte für das Leben, der Aktion Lebensrecht für Alle, dem Bund katholischer Unternehmer, dem Bundesverband Lebensrecht und dem Malteser Hilfsdienst unterzeichnet wurde, wird für einen "Fortschritt nach menschlichem Maß" geworben, wie ihn "auch Bundespräsident Johannes Rau am 18. Mai in seiner Berliner Rede gefordert hat".
Auszug: "Wer mit Hilfe von Medizin und Gentechnik menschliches Leben selektiert, zu Forschungszwecken züchtet oder vernutzt, macht menschliches Leben verfügbar und legt Hand an die unantastbare Würde des Menschen... Die Würde des Menschen ist unantastbar und muß es auch künftig bleiben." Deshalb sage man "Nein" zur Forschung mit Stammzellen menschlicher Embryonen, zum reproduktiven und zum therapeutischen Klonen. Zudem dürfe niemand andere mit Heilversprechen täuschen, um zentrale ethische Normen zu relativieren.
(Initiative Stoppt PID und Klonen, Lüdtgeweg 1, 10597 Berlin, www.stoppt-pid-und-klonen.de)
Zum Thema echter Forschung ein Griff in die Geschichte: Vor einhundert Jahren - im Oktober 1901 - wurde ein ganz besonderer Wissenschaftler mit einem bis dahin unbekannten Preis ausgezeichnet: dem Medizin-Nobelpreis. Emil von Behring erhielt diesen Preis für die Entwicklung eines Heilserums gegen die Diphtherie, den "Würgeengel der Kinder". Vor der Behringschen Serumtherapie starben etwa 75%, bei der Kehlkopfdiphtherie sogar bis zu 90% der an Diphtherie erkrankten Kinder.
Emil Adolph Behring wurde am 15. März 1854 in Westpreußen als Sohn eines Dorfschullehrers geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums erhielt er durch seine freiwillige Verpflichtung zum Militärdienst einen Studienplatz an der militärischen Akademie in Berlin, an der er unentgeltlich Medizin studieren konnte. In seiner späteren Eigenschaft als Militärarzt interessierte ihn vor allem die Bekämpfung bakterieller Erkrankungen. Damals mußte er miterleben, wie eine verheerende Diphtherieepidemie wütete. Dies gab den Ausschlag dafür, wie die Weichen für seine persönliche Entwicklung gestellt wurden.
Behring suchte nach anderen Methoden als den bisher üblichen, um Bakterien und Erreger direkt im Körper abzutöten, da diese für den Körper zu giftig waren. Seine Idee bestand darin, Bakterien nicht direkt im Körper abzutöten, sondern statt dessen den Körper gegen spezielle Krankheitserreger unempfindlich zu machen. Um dieser Herausforderung gewachsen zu sein, lernte Behring noch einmal Chemie und Biologie und wurde, nachdem er am Pharmakologischen Institut von Karl Binz gearbeitet hatte, an das Hygienische Institut der sog. "Hochburg für Mikrobenjäger" unter Leitung von Robert Koch nach Berlin abkommandiert, wo er mit intensiven Studien zur Entwicklung von Heilseren begann.
Zusammen mit seinem japanischen Kollegen Shibasaburo Kitasato machte Behring die Entdeckung, daß das Blut von Tieren, die gegen Diphtherie und Tetanus unempfindlich waren, sich für die Immunisierung von Tieren eignete, die nicht so immun waren. Weiter beschäftigte die beiden die Frage, wie man ausreichende Mengen aus diesem tierischen sog. Immunblut gewinnen könne, um damit an Diphtherie erkrankte Kinder wirkungsvoll zu behandeln. Es folgten Publikationen und Vorträge und bald die ersten Impfversuche am Menschen.
Behring war nicht der Mensch, der sich auf seinen Lorbeeren ausruhte. Nachdem er den Nobelpreis bekommen hatte, forschte er weitere 16 Jahre und gründete dann die Behring-Werke in Marburg. Sein unermüdliches Wirken forderte seinen Tribut. Körperliche und geistige Zusammenbrüche prägten seine letzten Lebensjahre, bevor dieser "Retter der Kinder und vieler tausend Menschen" am 31. März 1917 verstarb.
An den Schulen des Gesundheitswesens geht der Abbau der Ausbildungsplätze unvermindert weiter. Wie aus dem kürzlich vorgelegten Berufsbildungsbericht 2001 hervorgeht, ist die Zahl der Ausbildungsplätze auch im Jahr 1999 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. In der Zeit von 1997 bis 1999 sind allein in der Krankenpflege rund 4000 Ausbildungsplätze abgebaut worden, in der Kinderkrankenpflege über 400. Gegenüber dem Vorjahr fiel die Zahl der Auszubildenden in der Krankenpflege um 2670. Stark rückläufig ist auch die Berufsausbildung für die Berufe des Masseurs und medizinischen Bademeisters bzw. der Masseurin und medizinischen Bademeisterin. Die Zahl der Auszubildenden ging von 1478 (1977) um 670 auf 808 (1999) zurück. Der Abbau an Ausbildungsplätzen in den Pflegeberufen ist besonders problematisch, weil schon heute regional über Fachkräftemangel geklagt wird und sich der nächste Personalnotstand bereits am Horizont abzeichnet.
Auch im Bereich der Altenpflege gibt es gravierende Probleme. Von den rund zwei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden 575000 in den 8000 Alten- und Behinderteneinrichtungen versorgt. Nimmt man den Bereich Betreutes Wohnen hinzu, bietet diese Institution fast 800000 Menschen Platz. Mit dem steigenden Anteil der über 60jährigen (derzeit 23%, im Jahr 2050 werden es etwa 35% sein) wächst die Zahl der Hilfebedürftigen. Derzeit gibt es rund 400000 Altenpflegekräfte; in zehn Jahren werden 510000 benötigt. Die jährlich 7000 Absolventen dieser zwei- oder dreijährigen Ausbildung decken den künftigen Mehrbedarf nicht. Zudem geben rund 80 Prozent der Altenpfleger ihren Beruf in den ersten fünf Jahren frustriert wieder auf wegen der zum Teil haarsträubenden Unterfinanzierung sowie der vielen Mängel im Bereich der Altenpflege.
Das Münchener "Forum zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger alter Menschen in Deutschland" hat in Genf vor dem Ausschuß der Vereinten Nationen für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte in einer Anhörung auf die katastrophale Situation der Heimbewohner hingewiesen. Vertreter der Bundesregierung mußten vor dem Ausschuß einräumen, daß die Situation der Menschen in Pflegeheimen ein Anlaß zur Sorge sei und viele Einrichtungen nicht den staatlich vorgeschriebenen Standards entsprechen. Der Ausschuß der Vereinten Nationen bestätigt die Tatsache, daß Menschen in Heimen zum Teil sogar verhungern und verdursten, mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden und aufgrund der Pflegemängel offene Wunden erleiden. Mit tiefer Besorgnis hat der Ausschuß die unmenschlichen Bedingungen in Deutschlands Pflegeheimen zur Kenntnis genommen und die Regierung aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen.
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