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Aus der Neuen Solidarität Nr. 45/2001:

Die "Bin-Laden-Story"
bricht in sich zusammen

Wie von uns vorausgesagt, erweist sich Afghanistan als Treibsand für die amerikanische Kriegsführung. Vor diesem Hintergrund spielen politische Kräfte in Europa und im arabischen Raum den Medien gezielt Informationen zu, die belegen, daß die offizielle Version der Anschläge vom 11. September - "Bin Laden und Al-Qaida waren es" - unhaltbar ist.


Bin Laden und die CIA
Was wußten die US-Dienste?

Eine Enthüllung zieht die andere nach sich

Nur Stunden nach den Anschlägen vom 11. September gab die US-Regierung - die gleichzeitig behauptete, keinerlei Vorwarnungen erhalten zu haben - die Alleinschuld Osama Bin Laden und seiner Organisation Al-Qaida unter den Fittichen des afghanischen Taliban-Regimes. Die "Cover-Story" über Bin Ladens angebliche Urheberschaft der Anschläge, die von den Weltmedien hinausposaunt und von den Mitgliedern der "Anti-Terror-Allianz" nachgebetet wurde, ist Ausgangspunkt und Grundlage des Kriegs in Afghanistan.

Auf einige der eklatantesten Widersprüche der offiziellen Version hat die Neue Solidarität von Anfang an hingewiesen. Nun aber tun dies auch europäische Medien, die als Sprachrohre des Establishments gelten können. Zu den offensichtlichen Ungereimtheiten gehören, daß die angeblichen Flugzeugentführer unmöglich über das fliegerische Können verfügten, um die Flugzeuge so punktgenau ins Ziel steuern zu können; daß die Namen der angeblich Tatbeteiligten dem FBI und den anglo-amerikanischen Nachrichtendiensten schon lange vorher bekannt sein mußten; daß die USA nicht nur genaue Informationen über das Al-Qaida-Netz hatten, sondern ihm sogar unter dem Dach der UCK auf dem Balkan Unterschlupf gewährten; daß es durchaus Warnungen über die Anschläge gab, die aber alle nicht weiterverfolgt wurden. Die neueste, explosivste Nachricht - in der französischen Tageszeitung Figaro - lautet, daß US-Geheimdienste mit Osama Bin Laden wenige Wochen vor den Anschlägen persönlich in Kontakt standen.

Die nun in europäischen Medien erschienen Darstellungen der Ereignisse um die Anschläge vom 11. September herum, müssen nicht als die "letzte Wahrheit" betrachtet werden, ihre Bedeutung liegt vielmehr darin, die angeblichen "Fakten" der Bin-Laden-Coverstory zu widerlegen, indem eklatante Widersprüche aufgezeigt werden. Wenn Elemente von Al-Qaida oder ähnlichen Gruppen bei der Operation am 11. September am Rande überhaupt beteiligt waren, waren sie nur "dekorative Randfiguren", wie es Lyndon LaRouche ausdrückte, die man wie ein Papiertaschentuch benutzt und dann wegwirft.

Entscheidend ist: Der 11. September war der Startschuß für einen Putschversuch in den USA, hinter dem Elemente aus Sondereinheiten des Militärs und dem Geheimdienstmilieu in den USA selbst stehen müssen. Die US-Regierung soll in eine diktatorisches Notstandsregime verwandelt werden, indem man sie in einen aussichtslosen Krieg treibt und gleichzeitig die Bevölkerung durch Terror einschüchtert und hilflos macht. Die tiefere Ursache des Putschversuchs ist der Zusammenbruch des Weltwirtschafts- und Währungssystems: Hochrangige oligarchische Kreise sehen darin die letzte Möglichkeit, den Verlust ihrer Macht durch den Finanzkollaps zu verhindern.

Auch wenn öffentlich nicht darüber geredet wird, haben wichtige politische Kräfte in Europa und der arabischen Welt diese Realität mehr oder weniger erkannt. Soweit sie nicht eigenständig zu der Erkenntnis gelangten, wurden sie durch die Erklärungen und Interviews Lyndon LaRouches darauf gestoßen, der die Ereignisse schon am 11. September als Teil einer "verdeckten strategischen Operation" gegen die USA bezeichnete.

Bin Laden und die CIA

Am 31. Oktober ließen in Frankreich die regierungskontrollierte Radiostation Radio France Internationale und die führende Tageszeitung Le Figaro eine wahre "Bombe" hochgehen: Sie enthüllten, daß Osama Bin Laden noch im Juli, während er sich im Amerikanischen Krankenhaus in Dubai einer Nierenbehandlung unterzog, persönlich von einem CIA-Beamten kontaktiert wurde.

Die Titelstory des Figaro trägt die Überschrift "Juli 2001: Bin Laden trifft CIA in Dubai". Dort heißt es, der spätere "Volksfeind Nummer Eins" sei am 4. Juli vom pakistanischen Quetta aus in Dubai eingetroffen und direkt in das Krankenhaus gebracht worden, begleitet "von seinem Leibarzt und treuen Gefolgsmann - möglicherweise der Ägypter Ayman al-Zawahiri - , vier Leibwächtern sowie einer algerischen Krankenschwester". Dort hätten ihn nicht nur Familienangehörige besucht, sondern auch der "örtliche CIA-Mann". Letzterer wurde am folgenden Tag von Radio France International als ein Lary Mitchell identifiziert. Mitchell besuchte Bin Laden am 12. Juli und flog am 15. Juli, einen Tag nach Bin Ladens Abreise, in die USA zurück.

Was wußten die US-Dienste?

Le Figaro berichtet weiter: "15 Tage später verhaftete der Grenzschutz der Vereinigten Arabischen Emirate am Flughafen Dubai einen franko-algerischen islamischen Aktivisten namens Djamel Beghal. Die französischen und amerikanischen Behörden wurden alarmiert. In Dubai verhört, sagte Beghal aus, er sei Ende 2000 von Abu Zoubeida - einer Führungsfigur in Bin Ladens Al-Qaida-Organisation - nach Afghanistan gerufen worden. Beghals Mission: die amerikanische Botschaft in Paris in die Luft zu sprengen." Unter Berufung auf arabische Diplomaten und französische Nachrichtendienste heißt es weiter, man habe "sehr präzise Informationen über terroristische Anschläge gegen amerikanische Interessen in der Welt an die CIA weitergegeben".

Und nun kommt die zweite, dramatische "Enthüllung" in Figaro: "Im August wurde in der US-Botschaft in Paris eine Krisensitzung mit dem DSGE [franz. Auslandsgeheimdienst] und den höchsten Vertretern der amerikanischen Geheimdienste einberufen. Äußerst beunruhigt forderten letztere von ihren französischen Kollegen sehr präzise Informationen über den algerischen Aktivisten, ohne jedoch den allgemeinen Zweck ihrer Forderung zu erklären. Als man fragte: ,Was befürchten Sie in den kommenden Tagen?', antworteten sie mit einem unverständlichen Schweigen."

In einem begleitenden Artikel schildert der Figaro die Geschichte der Kontakte zwischen Bin Laden und der CIA seit 1979. Besonders interessant ist die Information, daß das FBI bei der Untersuchung der Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) vom August 1998 entdeckte, "daß die von der Detonation hinterlassenen Spuren von einem militärischen Sprengstoff der US-Armee stammten und daß dieser Sprengstoff drei Jahre zuvor an arabische Afghanen - die berühmten internationalen Freiwilligenbrigaden, die während des Afghanistankrieges mit Osama Bin Laden gegen die Sowjetarmee kämpften - geliefert worden war." Le Figaro merkt an: "Bei ihren Ermittlungen entdeckte das FBI ,Strukturen' die die CIA seit Jahren mit ihren ,islamischen Freunden' entwickelt hatte."

Obwohl das CIA-Hauptquartier erwartungsgemäß alles dementierte ("völliger Blödsinn") wurde diese Enthüllung in den folgenden Tagen von zahlreichen europäischen Medien aufgegriffen. Es sei hier nochmals betont, daß der Figaro-Artikel nicht als das Ergebnis normaler journalistischer Recherchen anzusehen ist, sondern daß französische Nachrichtendienstkreise diese - auch nur von Nachrichtendiensten zu beschaffenden - Informationen der Zeitung zugespielt haben.

Eine Enthüllung zieht die andere nach sich

Der Bericht des Figaro war nur der (bisherige) Höhepunkt einer subtilen, doch gezielten Kampagne gegen die offizielle Legende. Am 23. Oktober erschien im dänischen Ekstra Bladet ein aufsehenerregender Artikel von Kenan Seeberg. Die Zeitung habe "versehentlich" eine vertrauliche Liste von 370 Verdächtigen des FBI im Zusammenhang mit dem 11. September erhalten: Namen, Decknamen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen. Sie legte die Liste dem ehemaligen Mitarbeiter des Marinenachrichtendienstes und der auf elektronische Spionage spezialisierten National Security Agency (NSA) Wayne Madsen vor, der weiterhin gute Kontakte zu den Geheimdiensten unterhält.

Madsen schlußfolgerte, das FBI könne unmöglich in der kurzen Zeit seit dem 11. September diese umfangreichen Informationen gesammelt haben, die Personen seien mit Sicherheit schon länger gründlich überwacht worden. Außerdem lägen viele der in der FBI-Liste genannten Adressen in der Nähe hochsensitiver Militärbasen und Ausbildungszentren von Sondereinheiten - u.a. Fort Smith in Arkansas bei dem berühmt-berüchtigten Flugplatz Mena, den die Iran-Contra-Netzwerke für illegale Waffen- und Drogentransporte benutzten. Fred Stock vom kanadischen Funkabhördienst CSE sagte Ekstra Bladet, ein Foto des angeblich unerkannten "Schläfers" und "Terrorpiloten" Mohammed Atta "hing schon 1993 an der Wand des CSE-Hauptquartiers."

Derweil hat der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak schon wiederholt in Frage gestellt, daß die angeblichen Flugzeugentführer die Verkehrsmaschinen selbst steuerten, so erneut Ende Oktober in der halbamtlichen Wochenzeitung Al Ahram. In einem längeren Interview wurde Mubarak gefragt, warum angeblich so viele Ägypter - wie der angebliche Rädelsführer und Terrorpilot Atta - und Araber aus den Golfstaaten unter den Tätern waren. "Ich kann nicht glauben", antwortete er, "daß Leute, die in Florida fliegen lernten, innerhalb von eineinhalb Jahren lernen konnten, große Verkehrsmaschinen zu fliegen und präzise die Türme des World Trade Centers zu treffen, obwohl diese dem Piloten in der Luft nicht größer als ein Bleistift erscheinen. So etwas konnte nur ein Berufspilot ausführen, nicht aber jemand, der in Florida erst seit 18 Monaten das Fliegen lernte. Die Fluglizenz für Verkehrsflugzeuge enthält strenge Anforderungen an Ausbildung und Training." Mubarak kritisierte auch scharf westliche Regierungen, insbesondere die britische, weil sie trotz seiner zahlreichen Warnungen schon seit vielen Jahren Terroristen aus seinem und anderen Ländern Asyl gewähren.

Die Verbindungen der USA und Großbritanniens zu Bin Ladens Netzwerk behandelte am 25. Oktober auch die Neue Züricher Zeitung. Sie berichtete über Aktivitäten von Al-Qaida-Aktivisten u.a. in Großbritannien und dem von der NATO besetzten Kosovo. Die NZZ zählt frühere Aktionen des "Dschihad", des ägyptischen Zweiges von Al-Qaida, auf - so den Mord an Präsident Sadat und die "Karriere" eines Bruders von Bin Ladens Stellvertreter Zawahiri. Dann heißt es: "Nach Angaben der ägyptischen und französischen Geheimdienste schleuste Bin Laden, der gemeinsam mit zahlreichen gesuchten Islamisten seit 1996 das Gastrecht der Taliban genießt, Ende der 90er Jahre 500 arabische Mudschaheddin nach Tirana ein. Sie sollen Seite an Seite mit der UCK in Kosovo gekämpft haben und an besonders brutalen Racheakten an serbischen Zivilisten beteiligt gewesen sein."

Das bedeutet, daß die NATO und Al-Qaida 1999 Seite an Seite im Kosovo kämpften, obwohl bekannt war, daß diese Gruppe den Staatschef des amerikanischen Partnerlandes Ägypten ermordet hat. Mazedonische Regierungskreise haben EIR gegenüber bestätigt, daß auch noch im Frühsommer Al-Qaida- und UCK-Kämpfer gemeinsam mit amerikanischen Militärberatern im kosovo-mazedonischen Grenzgebiet operierten.

Muriel Mirak-Weißbach

 

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