Aus der Neuen Solidarität Nr. 45/2001:
Aus Wirtschaft & Finanzen
Geldmenge steigt weltweit steil an
Neue Wirtschaftszeitschrift in Moskau mit LaRouche-Feature
Die Zentralbanken der Welt drucken derzeit Geld in
Rekordgeschwindigkeit. Das beispiellose Liquiditätspumpen
der letzten Jahre - das sich jetzt im September nochmals massiv
beschleunigte - drückt sich zwar noch nicht sichtbar in der
offiziellen Verbraucherpreisinflation aus, aber die
Geldmenge steigt in allen G-7-Nationen mit atemberaubendem
Tempo:
- Nach den letzten Zahlen der Federal Reserve stieg im September
die Geldmenge M1 in den USA saisonal bereinigt um 36,4 Mrd.
Dollar oder 3,2% - das ist die höchste monatliche
Wachstumsrate seit 30 Jahren. Aufs Jahr gerechnet schoß die
Geldmenge M1 um 45,7% in die Höhe, d.h. wenn sie kontinuierlich
weiter so anstiege wie bisher, würde sie in einem Jahr um 45,7%
wachsen. Die aufs Jahr hochgerechneten Wachstumsraten für die
Geldmengen M2 (+23,6%) und M3 (+21,9%) sind ebenfalls die
höchsten seit 30 Jahren. Verglichen mit dem Vorjahresmonat war
M1 Ende September um 7,6%, M2 um 10,5% und M3 um 12,0%
angestiegen.
- In Japan war das Volumen der Geldmenge M1 Ende September 11,8%
größer als vor einem Jahr. Ende 2000 lag die jährliche
Wachstumsrate von M1 in Japan noch bei 4%.
- Die Europäische Zentralbank berichtete am 26. Oktober, das
Wachstum der Geldmenge M3 habe sich in der Eurozone im
September weiter beschleunigt; die jährliche Wachstumsrate
liegt nun bei 7,6%, jenseits der Zielvorgabe der EZB von 4,5%.
Am 30. Oktober wurde in Moskau die erste Ausgabe der neuen
Wirtschaftszeitschrift Russkij Predprinimatel ("Der
russische Unternehmer") vorgestellt. Zu der Veranstaltung in der
großen, neu renovierten Kathedrale Christus des Erlösers kamen
400 Gäste, darunter Unternehmer, Wirtschaftswissenschaftler
und Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche. Die Herausgeber
der Zeitschrift erklärten, sie wollten mit Der russische
Unternehmer vor allem wieder Moral in die
Wirtschaftspolitik und in die unternehmerische Praxis
zurückbringen. Der stellv. Herausgeber Andrej Kobjakow sagte in
seiner Rede, angesichts dieses Zieles einer moralisch
engagierten Wirtschaft sei es nur angemessen, daß die erste
Nummer der Zeitschrift ein langes Interview mit Lyndon LaRouche
enthalte.
Der Themenschwerpunkt von Russkij Predprinimatel Nr. 1
heißt "Die Krise der unmoralischen Ökonomie". Chefredakteur
Andrej Tschernakow erinnerte das Publikum daran, daß in der
Wirtschaft "Geld nicht das Wichtigste ist". Das Blatt werde sich
auf religiöse und moralische Vorgaben für den
Wirtschaftsbereich konzentrieren, fuhr er fort. Die erste
Ausgabe enthält auch einen Artikel über Präsident Putin - der
zusammen mit dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche,
Alexej, abgebildet ist - , worin gelobt wird, daß Putin damit
begonnen habe, die russische Wirtschaft "aus der
Intensivstation" herauszuholen, wenn sie auch noch nicht wieder
gesund sei. In diesem Zusammenhang werden die Medien
aufgefordert, nicht mehr eine destabilisierende Rolle in der
Gesellschaft zu spielen, sondern ein stabilisierender,
konstruktiver Faktor zu werden.
Andrej Kobjakow führte in seiner Rede aus, eine
Wirtschaftspolitik und -aktivität ohne Moral müsse in einer
Katastrophe für die Wirtschaft enden. Der russische
Unternehmer werde eine "leidenschaftliche" Publikation sein,
die Stellung bezieht und sich für bestimmte Werte einsetzt. Man
wolle eine breite, hochkarätige Debatte über diese Fragen
befördern. Deshalb enthalte die Erstnummer auch ein Interview
mit dem "universellen Geist" Lyndon LaRouche, der einer der
tiefschürfendsten Denker der Gegenwart sei.
Der Titel des Features mit LaRouches Interview, "Ein Titan von
einem Mann", solle an die Bezeichnung der Renaissancezeit für
herausragende Menschen als "Titanen" erinnern, erläuterte
Kobjakow. Das Interview selbst, das mit einem Farbfoto LaRouches
illustriert ist, trägt die Überschrift "Der Motor des
Fortschritts ist das Streben, Gutes zu tun".
Die Zeitschrift bringt auch einen Artikel von Kobjakow über den
Zusammenbruch der Finanzblase in den USA, worüber er auch am
29. Juni vor dem Wirtschaftsausschuß der Duma gesprochen
hatte. LaRouche hatte an dem Tag die Hauptrede vor dem
Duma-Ausschuß gehalten. Mehrere Beteiligte dieser Anhörung vom
29. Juni waren auch bei der Vorstellung der neuen Zeitschrift zu
Gast. Jonathan Tennenbaum vom Schiller-Institut sprach kurz im
Namen von LaRouches Bewegung.