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Aus der Neuen Solidarität Nr. 46/2001:

Arafat: Verbindung vom Ze'evi-Mord zum israelischen Geheimdienst. Am 1. November antwortete Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premier Tony Blair in Gaza auf die provokante Frage, warum er die Mörder des israelischen Ministers Ze'evi nicht verhaftet habe: "Lassen Sie mich dies in der Gegenwart von Premierminister Blair sagen. Bis vor kurzem kannten wir keine Namen der beteiligten Personen. Wir kennen jetzt zwei der vier beteiligten Personen, dank Informationen, die wir nicht von den Israelis erhalten haben." Man habe die Namen erhalten, aber die Personen noch nicht verhaften können. "Aber wir haben ihre Brüder verhaftet. Die ersten Untersuchungen ergaben, daß die Brüder der an dem Mord Beteiligten für den israelischen Geheimdienst gearbeitet haben. Wenn Sie eine Antwort darauf wollen, sollten Sie nicht mich, sondern den israelischen Geheimdienst fragen."

"Afghanzi"-Operation wurde aus dem Pentagon gesteuert. Es heißt häufig, "die CIA" habe in den 80er Jahren den afghanischen Widerstand gegen die sowjetische Besatzungsmacht organisiert. Das ist jedoch eine starke Vergröberung. Tatsächlich war es ein gemeinsames paramilitärisches Projekt der Abteilung des US-Außenministeriums für Sondereinsätze, verdeckter Operationen der CIA sowie des berüchtigten "Iran-Contra"-Netzwerks im Nationalen Sicherheitsrat. Die Gelder für die geheimen Waffenlieferungen liefen über "schwarze Kassen" des US-Verteidigungsministeriums.

Wenig bekannt ist auch, daß Afghanistan 1986 eine wichtige Rolle in den "Waffen-gegen-Geiseln"-Geschäften mit dem Iran spielte. Aus jetzt freigegebenen Dokumenten geht hervor, daß bei den Verhandlungen mit dem Iran der Kampf gegen die Sowjetunion als "gemeinsamer Feind in Afghanistan" eine wesentliche Rolle spielte. Etwa ein Fünftel der an den Iran gelieferten Lenkraketen sollte den afghanischen Widerstandskämpfern zukommen.

"Larry Mitchell" ist Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Le Figaro schrieb am 31. Oktober, ein "CIA-Mann" habe im Juli Osama Bin Laden in Krankenhaus in Dubai besucht, und einen Tag später wurde der Name des Mannes im französischen Radio mit "Larry Mitchell" angegeben. Neue Solidarität hat festgestellt, daß ein Larry Mitchell für das US-State Department arbeitet und im Sommer zwei oder drei Monate in Dubai stationiert war. Nach Informationen von Mitarbeitern des US-Konsulats in Dubai leitete Mitchell dort einige Monate lang die Konsularabteilung und wurde Ende August nach Washington zurückberufen.

Vor seinem kurzen Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitete Mitchell in der Visastelle der Konsularabteilung des Ministeriums in Washington, für die er auch derzeit wieder tätig ist. Auf die Frage, was er denn jetzt mache, hieß es im Ministerium: "Das ist kompliziert... Er ist viel in Übersee unterwegs." Die Konsularabteilung und ihre Visastellen dienen oft als Tarnung für verdeckte Operationen der CIA - wobei man nicht vergessen darf, daß "CIA"-Operationen in Wirklichkeit oft Operationen der Militärgeheimdienste sind.

Es wäre völlig abwegig, aus den jüngsten Enthüllungen zu mutmaßen, die CIA stehe hinter den Anschlägen vom 11. September. Abzuleiten ist daraus lediglich, daß die US-Regierung von Bin Ladens Anwesenheit in Dubai wußte und über offizielle Kanäle mit ihm in Kontakt stand.

Ägyptischer Historiker greift LaRouches Analyse der Ereignisse vom 11. September auf. Unter der Überschrift "Tagebuch eines Historikers" schreibt Dr. Abduladhim Ramadan am 7. November in der Kairoer Zeitung Al-Ginhuria, die größte Tragödie für die amerikanische Regierung sei, "daß niemand auf der Welt ihre Behauptung glaubt, Bin Laden sei für die Angriffe vom 11. September verantwortlich - aus dem einfachen Grunde, daß diese Verbrechen hinsichtlich Planung und Vorbereitung ein Niveau erreichen, das die Fähigkeiten und Möglichkeiten eines Terroristen wie Bin Laden weit übersteigt."

Ramadan fährt fort: "So wie das Verbrechen durchgeführt wurde, erscheint es eher als ein gut vorbereiteter Kriegsplan, ersonnen von Militärexperten mit einem hohen Maß an Wissen, Kompetenz und Erfahrung." Sie hätten "jedes Detail im großen wie im kleinen berücksichtigt". Ramadan geht ausführlich auf die verschiedenen technischen und politischen Erwägungen ein, warum die Täter Washington und New York als Ziele aussuchten. Die wahren Täter und Hintermänner hätten auf einem intellektuellen und wissenschaftlichen Niveau gearbeitet, dem Bin Laden und seine Gruppe wohl kaum zuzuordnen seien. Mit der frühen Festlegung auf Bin Laden als Verantwortlichem hätte die US-Regierung die wirklichen Täter gedeckt. Und selbst wenn sich im Zuge der gegenwärtigen Ermittlungen herausstellte, daß Bin Laden an den Anschlägen nicht beteiligt war, werde sie dies nicht zugeben, da ihre militärischen Vorbereitungen bereits zu weit gediehen seien.

Ramadan erklärt dann, die Taliban hätten das Recht, von den USA und Großbritannien die Vorlage der angeblichen Beweise für die Schuld Bin Ladens zu fordern, denn "genau das gleiche erklärten Großbritannien und die USA jedesmal, wenn Ägypten die Auslieferung verurteilter Terroristen aus England und den USA forderte. Selbst nach Vorlage der entsprechenden Beweise verweigerten Großbritannien und die USA [die Auslieferung]."

 

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