Aus der Neuen Solidarität Nr. 5/2001:


Wissenschaft und Menschenbild

Am 20. Januar fand in Wiesbaden die jährliche Mitgliederversammlung des Club of Life (CoL) statt, welche diesmal als gemeinsame Seminarveranstaltung mit dem Fusions-Energie-Forum (FEF) konzipiert war, um das zentrale Anliegen des Club of Life zu unterstreichen, nämlich die Verteidigung des menschlichen Lebens, die mit einem christlichen Menschenbild in Einklang stehen muß. Die wissenschaftliche Forschung wird ebenfalls nur insofern erfolgreich sein, wie sie einem solchen Menschenbild folgt.

Die gespannte Konzentration der Teilnehmer auf so grundlegende Fragen wie Menschenrechte, Bevölkerungspolitik, bis hin zu BSE und optischer Biophysik zeigte, daß die Kombination wissenschaftlicher und ethischer Fragen glücklich gelungen war.

Für den Vorstand des Club of Life schilderte Jutta Dinkermann in ihrem umfangreichen Rechenschaftsbericht nicht nur, wie unverzichtbar die Rolle des Club of Life als epistemologischer Ideengeber für die sonst recht zersplitterte Lebensrechtsbewegung ist, sondern auch wie es in der Debatte um Sterbehilfe, Euthanasie und Klonen gelang, zumindest einige der schlimmsten menschenfeindlichen Vorstöße der "Todeslobby" abzuwehren.

Schon bei der Gründung des Club of Life 1982 habe Helga Zepp-LaRouche den diametralen Gegensatz des Club of Life zum Club of Rome betont, der damals propagierte, der Mensch sei ein abfallerzeugendes, ressourcenfressendes Krebsgeschwür, und die Erde platze aus allen Nähten. Wohingegen der Club of Life immer betont habe, menschliches Leben sei in allen Stadien seiner Existenz prinzipiell unantastbar.

Jutta Dinkermann schloß mit den Worten: "Wir vom Club of Life haben eine zentrale Bedeutung bei der politischen Durchsetzung der Programme (von Lyndon LaRouche): indem wir kompromißlos, einfallsreich und liebevoll den Grundsatz der Unantastbarkeit menschlichen Lebens verteidigen" (siehe auch den nebenstehenden Wortlaut des Rechenschaftsberichts).

Nach der Entlastung und Neuwahl des CoL-Vorstandes in unveränderter Besetzung mit Elisabeth Neudecker (Vorsitzende), Jutta Dinkermann (stellvertretende Vorsitzende) und Carla Horn-Friesecke (Schatzmeisterin) folgte ein Seminar, das in Zusammenarbeit mit dem FEF vorbereitet worden war. So wie der Club of Life ein absoluter Gegenpol zu der menschenfeindlichen Ideologie des Club of Rome sei, könne man auch die Wissenschaftsrichtung der "optischen Biophysik" als grundlegende Gegenrichtung zur dominierenden Ausrichtung der Molekularbiologie und Gentechnologie ansehen, begann Dr. Wolfgang Lillge vom Fusions-Energie-Forum seinen Vortrag über neue Ansätze in der biologischen Forschung.

In den 20er Jahren, als der russische Biologe Alexander Gurwitsch erste Hypothesen über die Rolle extrem schwacher, aber biologisch wirksamer Lichtabstrahlung aus lebenden Zellen und Geweben ("mitogenetische Strahlung") aufstellte, war diese Tradition eines ganzheitlichen wissenschaftlichen Ansatzes noch lebendig, bei dem man davon ausging, daß sich der Lebensprozeß grundsätzlich von allen anderen nichtlebenden Zuständen unterscheidet. Die heutige Molekularbiologie, so Lillge, stelle die Frage nach der Qualität des Lebens gar nicht mehr, was sich am deutlichsten in der Anmaßung des Humanen Genomprojekts ausdrücke, mit der bloßen Entschlüsselung des Erbgutes den Schlüssel zum Verständnis des Lebens gefunden zu haben.

Doch die Gurwitsch-Tradition sei nicht völlig ausgelöscht worden; es sei vor allem das Verdienst von Prof. Fritz-Albert Popp in Deutschland gewesen, die Forschung über die "mitogenetische Strahlung" wiederaufzugreifen und durch die Entwicklung eines extrem empfindlichen Lichtverstärkers auf eine objektive wissenschaftliche Grundlage gestellt zu haben. Popps Versuchsergebnisse hätten zweifelsfrei erwiesen, daß Zellen eine zwar sehr schwache, aber für die Kommunikation und Regulierung extrem wichtige Strahlung abgeben, die kohärent sei, d.h. wie Laserlicht wirke.

Heute arbeiteten zahlreiche Gruppen in aller Welt, koordiniert durch ein neu gegründetes Internationales Institut für Biophysik bei Neuß, an der weiteren Erforschung dieser Phänomene, die für die Zukunft der Wissenschaft bahnbrechende Bedeutung haben werden, berichtete Lillge. So hätten russische Forscher gezeigt, wie sich z.B. Fischeier in verschiedenen Entwicklungsstadien mittels Biophotonen gegenseitig in ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit beeinflussen.

Dr. Jonathan Tennenbaum, der Europa-Koordinator des FEF, beschrieb in seinem Beitrag die Ansichten des russischen Forschers Wladimir Wernadskij, dessen Vorstellung von der Rolle "lebender Substanz" in der Biosphäre der entscheidende konzeptionelle Unterbau der Biologie sein müsse. Wenn wir es heute angesichts von AIDS und vielen anderen neu entstandenen Seuchen wieder mit einem biologischen Holocaust wie der Schwarzen Pest des 15. Jahrhunderts zu tun hätten, sei ein Ausweg nur mit einer wissenschaftlichen Ausrichtung möglich, die das Denken von Kepler, Leibniz, Wernadskij, Gurwitsch u.a. im Sinne einer "Harmonie des Universums" ausdrücke. Die geringen Erfolge der molekularbiologischen Forschung bei Problemen wie AIDS, BSE, Gentherapie usw. seien ein deutlicher Beleg hierfür, sagte Tennenbaum.

Die beiden Referenten wurden mit interessierten Fragen geradezu eingedeckt. Neben direkten Verständnisfragen waren es aber vor allem Fragen nach den Grundlagen der Wissenschaft und dem damit einhergehenden Menschenbild des Forschers, die die Teilnehmer des Seminars besonders fesselten.

wol