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Aus der Neuen Solidarität Nr. 24-25/2002 |
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Grußbotschaft. Auf dem Pobisk-Kusnezow-Symposium in Moskau verlas Konferenzpräsident Jurij Gromyko die folgende Erklärung Lyndon LaRouches.
Das Schiff sank, weil der Kapitän einer alten Seekarte - der zu folgen, man ihn angewiesen hatte - blind vertraute. Befinden sich nicht heute die meisten Regierungen und führenden politischen Parteien in genau dieser Situation? Lassen sich nicht Regierungen von Annahmen leiten, die über keinerlei beweisbare wissenschaftliche Grundlage verfügen, die aber allgemein akzeptiert sind und denen man der politischen Autorität wegen, diplomatischer Vereinbarungen wegen oder einfach auf der Grundlage eines weit verbreiteten Wunschdenkens blind folgt?Oder nehmen wir den noch schlimmeren Fall, wenn das Schiff bereits Schlagseite hat und kurz davor steht, in die Tiefe hinabzusinken. Genau in dieser Situation versichert ein Schiffsoffizier den aufgeschreckten Passagieren: "Das sind alles nur Gerüchte. Das Schiff sinkt gar nicht. Sehen Sie her," - und er hält dabei triumphierend ein Schaubild der Aktienkurse in die Höhe - "es gibt überhaupt keine Riffe in dieser Gegend."
Dies ist durchaus eine zutreffende Beschreibung des Zustands der politischen Führung und der offiziellen Wirtschaftsprognostiker im größten Teil der Welt. Und dieser Zustand ist ebenso vorherrschend in der offiziellen Wissenschaft, in der willkürliche politische Ideologien, anstelle von Wissenschaft, so behandelt werden, als handele es sich um unfehlbare universelle Prinzipien. Statt Wissenschaft zu betreiben, entwickeln Mathematiker und andere Spiele, die viele Menschen mit der Besessenheit eines Spielsüchtigen spielen, der drei Tage lang, ohne Schlaf zu finden, gespielt hat und nun sein Leben auf den letzten Wurf der gezinkten Würfel setzt.
Der Großteil der Welt schwimmt in einem solchen Meer des Wahnsinns. Die Welt steckt in den letzten Zügen eines Systems, das zu lange geherrscht hat. In dieser Welt wird zu oft gesagt: "Es gibt keine Wahrheit, sondern nur Meinungen." Und: "Man kann sich nicht gegen die öffentliche Meinung stellen."
In dem berühmten Märchen "Des Kaisers neue Kleider" des dänischen Dichters Hans-Christian Andersen machen zwei Betrüger dem dummen Kaiser, seinen Beratern und seiner Umgebung weis, sie webten wundervolle neue Kleider für ihn, [die die wunderbare Eigenschaft besäßen, daß sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder unverzeihlich dumm sei]. Diese Kleider gibt es überhaupt nicht, aber die Bereitschaft daran zu glauben, ist beim Kaiser, seiner Umgebung und selbst der Bevölkerung sehr stark. Und so spaziert am festgesetzten Tag der Kaiser vom Palast in die Stadt hinein, um seine neuen wundervollen Kleider der bewundernden Menge seiner Untertanen zu präsentieren. Alles geht gut, bis die Stimme eines kleinen Jungen die häßliche Stille durchbricht: "Aber er hat ja gar nichts an."
Wir brauchen heute wieder eine solches Kind, das seine Stimme erhebt. Vielleicht sollten einige von uns diese Stimme des arglosen Kindes sein, die bei der wartenden, leidenden Welt Gehör findet.
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