|
|
| Suchen | Abonnieren | Leserforum |
|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 30/2002 |
|
Von Werner Zuse,
Direktkandidat im Wahlkreis 162:
Der große Ökonom Friedrich List sah zu Recht im "geistigen Kapital" jeder Nation die wichtigste Quelle allen Wohlstandes, und diese Auffassung hielt sich noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Doch mit dem in den 80er Jahren eingeleiteten Ausstieg aus der Kernenergie verabschiedete sich Deutschland aus dem Kreise der modernen Industrienationen. Eine Ideologie machte sich breit, in der Wissenschaft und Technik immer mehr zum Feindbild wurden. Dieser Trend muß umgekehrt werden, falls unser Land wieder eine Perspektive für die Zukunft bekommen will.
Diese geistige Verwirrung Westdeutschlands in den letzten 30 Jahren war die Voraussetzung für das, was dann nach der Wiedervereinigung mit den neuen Bundesländern gemacht wurde. Da die DDR über keinen Mittelstand verfügte, gelang es in kürzester Zeit, die Deindustrialisierung der neuen Bundesländer durchzuziehen.
Während im Westen der Widerstand gegen den selbstverordneten Marsch in die nachindustrielle Gesellschaft viel zu zaghaft blieb, begehren die Menschen im Osten sehr viel energischer gegen die Zerschlagung der Industrie auf, die sie sozusagen im Zeitraffer erlebten. Und stärker als im Westen hat sich in den neuen Ländern ein öffentliches Bewußtsein über die große industrielle und technologische Tradition erhalten, die namentlich Sachsen zu verteidigen hat.
In der vor uns stehenden Wahl können die Wähler im Osten Deutschlands mit ihrer Entscheidung gegen die Deindustrialiserung und für den Bau der Eurasischen Landbrücke eine generelle Wende der Politik in Gang setzen.
Historisch ist Sachsen Heimstatt einer Reihe wichtiger industrieller Entwicklungen gewesen. So wurde in Sachsen nach dem Siebenjährigen Krieg die erste Montanuniversität der Welt, die Bergakademie in Freiberg, gegründet. Freiberg steht als Sinnbild dafür, daß ein Volk sich mittels seiner geistigen Fähigkeiten selbst von der Armut befreien kann.
In Freiberg wurden viele Studenten aus aller Welt ausgebildet, und Freiberger Forschern gelangen wichtige Durchbrüche in der Geschichte der Geologie und Chemie. So entdeckte Prof. Clemens Alexander Winkler 1886 an der Bergakademie das Element Germanium, das der russische Wissenschaftler Mendelejew vorausgesagt und mit den zu erwartenden Eigenschaften beschrieben hatte.
Die Verbindung der Bergakademie besonders auch mit Rußland reichen weit zurück. So studierte bereits der Gründer der Universität Moskaus, Lomonossow, in Freiberg, und bis zum Ersten Weltkrieg stellten die Russen das größte Kontingent ausländischer Studenten in Freiberg. Anstatt diese historischen Verbindungen zu kappen, sollte das gute Ansehen Freibergs in Rußland für eine intensive Zusammenarbeit genutzt werden.
Leider zeigt sich immer mehr, daß westliche Vertreter den Wissenschaftsbetrieb nicht nur in Freiberg unterwandern und sich gegen eine Zusammenarbeit mit den natürlichen Wirtschaftspartnern Deutschlands im Osten Europas und Asiens auch aus geopolitischen Gründen stellen. So lehrt z.B. nun in Freiberg ein Studienfreund des Megaspekulanten George Soros, der im Osten nur ein Spekulationsobjekt und keinen gleichberechtigten Partner für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht.
Zwischen Dresden und Leipzig wurde die erste Ferneisenbahn Deutschlands 1839 in Betrieb genommen, und in Dresden wurde von Johann Andreas Schubert im gleichen Jahr die erste Lokomotive in Deutschland, die sogenannte Saxonia gebaut.
Ein weiterer Schatz der früheren DDR, die Friedrich-List-Hochschule, ist heute auch nur noch in sehr reduzierter Form als Fakultät der Technischen Universität Dresden vorhanden. Gerade diese Einrichtung hätte bei der Realisierung der Eurasischen Landbrücke eine wichtige Rolle spielen können. Statt dessen beschäftigt man sich heute hier mit so weltbewegenden Fragen wie der Bedeutung des Nahverkehrs für den Tourismus.
Der weltweite Einsatz der Magnetschwebebahn Transrapid könnte in Sachsen viele neue produktive Arbeitsplätze schaffen, da in Sachsen mit der DWA (Deutsche Waggonbau) noch eine Firma aus dem Bereich Eisenbahnbau existiert.
Gerade für das Grenzgebiet zu Polen könnte hiermit eine wirkliche Perspektive geschaffen werden. Städte wie Görlitz wurden von unseren Politikern bereits abgeschrieben, denen man nur noch touristische Bedeutung zugesteht. Damit wird eine ganze Region zum Aussterben verurteilt.
Nahe Dresden befindet sich das Kernforschungszentrum Rossendorf, wo seit 1957 ein Forschungsreaktor betrieben wurde. Hier war das Zentrum der Kernenergieforschung der früheren DDR. Nach dem Kollaps der Sowjetunion gab es hier Pläne, das wissenschaftliche Know-how zu nutzen, um die Kernreaktoren der früheren Sowjetunion zu modernisieren. Wären nach 1989 die Ideen eines Lyndon LaRouche oder Alfred Herrhausen umgesetzt worden, hätte Rossendorf bei der Modernisierung der Kernkraftwerke der GUS-Staaten sicher eine wichtige Rolle gespielt. Heute wirbt Rossendorf mit seiner Expertise für die Demontage von Kernenergieeinrichtungen.
In Sachsen lag historisch das Zentrum des Maschinen- und Werkzeugmaschinenbaus Deutschlands. Nach der Wende wurden allein im Bereich Werkzeugmaschinenbau 90% der Kapazitäten beseitigt. Dieses Potential könnte wiederbelebt werden, jedoch müssen wir eine solche Entscheidung schnell treffen, solange die nötigen Fachkräfte noch verfügbar sind.
Deshalb gibt es für jeden denkenden Sachsen bei der Bundestagswahl nur eine Wahlmöglichkeit: die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) - da nur die BüSo die Bedeutung und Wichtigkeit der brachliegenden Kapazitäten der neuen Bundesländern erkannt hat und für eine Reindustrialiserung Deutschlands steht. Alle anderen Parteien wollen den katastrophalen Kurs der Deindustrialiserung fortsetzen.
|
|
| Suchen | Abonnieren | Leserforum |