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Aus der Neuen Solidarität Nr. 34/2002 |
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Wiederaufbau. Bei einem Seminar der Bürgerrechtsbewegung Solidarität in Dresden sprachen Vertreter aus Polen und Tschechien über die Bedeutung ihrer Region für den Aufbau der Eurasischen Landbrücke.
Am 8. August, als noch niemand die verheerende Flutkatastrophe in Tschechien und Sachsen vorhersah, fand in Dresden ein Seminar der Bürgerrechtsbewegung Solidarität statt, das nun im Rückblick eine noch größere Bedeutung erhält.Neben der BüSo-Vorsitzenden und Spitzenkandidatin Helga Zepp-LaRouche sprachen zwei hochrangige Gäste über die Bedeutung der Region Sachsen-Polen-Tschechien für den Ausbau der Eurasischen Landbrücke: Dr. Zbigniew Kwiczak aus Warschau, ehemals Botschaftsrat der polnischen Botschaft in Moskau und polnischer Handelsattaché in Brasilien und heute Berater der regierenden Bauernpartei PSL, und Dr. Stanislaw Fischer aus Prag, bis vor kurzem Abgeordneter der kommunistischen Partei im tschechischen Parlament.
Ralf Geisendörfer, der Landesvorsitzende der sächsischen BüSo und Kandidat in Zwickau, hatte in seiner Begrüßung der zahlreich erschienenen Zuhörer auf die historische Bedeutung der Region hingewiesen, die schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg zu den produktivsten Zentren in Europa gehörte und auch unter den Kommunisten einen industriellen Schwerpunkt im Ostblock bildete. Aufgrund dieser langen Tradition der Zusammenarbeit, namentlich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, biete sich nun eine große Chance, die Ziele neu zu stecken.
Helga Zepp-LaRouche war die Hauptrednerin des Abends, und in ihrem ausführlichen Referat erläuterte sie - vor dem Hintergrund der Gefahr einer Kernschmelze des internationalen Finanzsystems und eines drohenden militärischen Angriffs der USA auf den Irak - die Vision der Eurasischen Landbrücke. Sie erinnerte daran, daß ihr Ehemann Lyndon LaRouche die ursprüngliche Idee des Ausbaus des "Produktiven Dreiecks Paris-Berlin-Wien" in den Tagen der Wende 1989 entworfen hatte; später wurde aus dem ursprünglichen Plan, über Entwicklungskorridore den gesamten osteuropäischen Raum zu entwickeln, die "Eurasische Landbrücke" oder "Neue Seidenstraße," ein Projekt, an dem beispielsweise in China seit Jahren konkret gearbeitet wird. Helga Zepp-LaRouche schloß ihre Ausführungen mit einer Beschreibung ihres "Lieblingsprojekts:" der Perspektive eines Dialogs der Kulturen, der zu einer ungeheuren Bereicherung für alle Völker entlang der Eurasischen Landbrücke führen werde und ganz besonders für die Jugend einen wunderbaren Ausblick bedeute.
Nach dem Beitrag von Dr. Kwiczak (siehe gesonderten Artikel) sprach Dr. Fischer, der zu Anfang des vergangenen Jahres im tschechischen Parlament viele weitere Abgeordnete - darunter damals die gesamte Fraktion der kommunistischen Partei - für die Unterstützung des Appells für ein Neues Bretton-Woods-System gewonnen hatte. Dr. Fischer, der dem neugewählten Parlament nicht mehr angehört, wies auf die Instabilität der neuen tschechischen Koalitionsregierung hin, die gerade 24 Stunden zuvor mit einer hauchdünnen Mehrheit bestätigt worden war. Diese Instabilität reflektiere das drastisch gesunkene Vertrauen in die Politik: Lediglich 58,2% aller Wahlberechtigten hatten gewählt; 1998 waren es noch 74% gewesen. Dr. Fischer bedauerte, daß die LaRouche-Initiativen für ein Neues Bretton Woods in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt seien, er regte an, diese Forderung beispielsweise in die internationale Friedensbewegung hineinzutragen, die ja in Westeuropa gerade wieder stärker werde. Auf jeden Fall wünsche er der BüSo viel Erfolg in ihrem Wahlkampf.
Am Ende der Veranstaltung erklärten sich viele Teilnehmer bereit, aktiv im Wahlkampf zu helfen, Flugblätter und das besonders an die Wähler in den neuen Bundesländern gerichtete BüSo-Extra zu verteilen.
Gewiß ist man zur Zeit in Dresden mit anderen Dingen als mit dem Wahlkampf beschäftigt, aber das Programm der BüSo für den wirtschaftlichen Wiederaufbau der gesamten Region ist für die kommenden Wochen und Monate aktueller denn je.
Ortrun Cramer
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