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Aus der Neuen Solidarität Nr. 34/2002

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Der "Rütli-Schwur" aus Wilhelm Tell

Von Friedrich Schiller

...Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht,
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last - greift er
Hinauf getrosten Mutes in den Himmel
Und holt herunter seine ew'gen Rechte,
Die droben hangen unveräußerlich
Und unzerbrechlich wie die Sterne selbst -
Der alte Urstand der Natur kehrt wieder,
Wo Mensch dem Menschen gegenübersteht -
Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr
Verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben -
Der Güter höchstes dürfen wir verteid'gen
Gegen Gewalt - Wir stehn vor unser Land,
Wir stehn vor unsre Weiber, unsre Kinder!

Alle an ihre Schwerter schlagend:
Wir stehn vor unsre Weiber, unsre Kinder!

...

Rösselmann:
Bei diesem Licht, das uns zuerst begrüßt
Von allen Völkern, die tief unter uns
Schweratmend wohnen in dem Qualm der Städte,
Laßt uns den Eid des neuen Bundes schwören.

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
In keiner Not uns trennen und Gefahr.

Alle sprechen es nach mit erhobenen drei Fingern.

Wir wollen frei sein wie die Väter waren,
Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wie oben

Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

Wie oben. Die Landleute umarmen einander.


Lesen Sie dazu bitte auch Bürgerrechtsbewegung "Rütli" in dieser Ausgabe.

 

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