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Aus der Neuen Solidarität Nr. 36/2002 |
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Richard Albrecht, BüSo-Direktkandidat im Wahlkreis 258/Ostallgäu, selbständiger Schreiner in Siebnach, 39 Jahre, verheiratet, drei Kinder.
Ich kandidiere bei diesen Bundestagswahlen für die BüSo, weil ich bei den großen Volksparteien nichts Vernünftiges mehr entdecken kann. Man hört und sieht nur noch gegenseitige Schuldzuweisungen, aber zu gravierenden Änderungen, wie sie in der gefährlichen heutigen Lage notwendig wären, ist keiner der Politiker mehr fähig.
Für humanitäre Aktionen und den Aufbau von Infrastruktur soll die Bundeswehr jederzeit im Ausland, wenn Not am Mann ist, eingesetzt werden können. Aber die heutigen Auslandseinsätze der Bundeswehr wie in Afghanistan und Kuwait haben nichts mehr mit dem Auftrag der Bundeswehr, nämlich der Landesverteidigung, zu tun. Bald sind wir, wenn es so weitergeht, in einen Angriffskrieg gegen den Irak verwickelt, etwas, was uns unsere Verfassung ausdrücklich verbietet! Warum sollen deutsche Soldaten für amerikanische geopolitische Kriegsspiele ihr Leben opfern? Ich wäre nicht bereit, einem solchen Befehl Folge zu leisten.
Ich will diesen Bundestagswahlkampf dafür nutzen, in der breiten Öffentlichkeit vor diesen Gefahren, die schnell völlig außer Kontrolle geraten können, zu warnen. Der Krieg gegen den Irak muß verhindert werden! Niemand in Deutschland außer der BüSo hat frühzeitig und ernsthaft dagegen mobilisiert. Das schlechteste Beispiel sind die NATO-oliv-Grünen.
All die vielen Skandale zeigen es deutlich: Der Weg in die nachindustrielle Finanzdienstleistungsgesellschaft war ein einziger Fehlschlag. Schauen wir uns um: Fabriken mit Hunderten von Arbeitern werden geschlossen, und nebenan entstehen Vergnügungsparks! Die Banken behandeln Handwerker, die einen Kredit für solide Investitionen beantragen, wie Aussätzige. Für Beträge von 50000 Euro muß man heute in der Bank buchstäblich "die Hosen ausziehen" und Romane darüber schreiben, wie die "Unternehmensstrategie" aussieht! Als ob schon nicht mehr bekannt ist, was ein Schlosser oder Schreiner produziert! Und dann wird man zu lächerlichen Umweltverträglichkeitsgutachten und Genehmigungen von Behörde zu Behörde geschickt, so daß Kosten und Aufwand ohne Ende entstehen. Schließlich sind es die Unternehmer, die künftige Arbeitsplätze schaffen und damit auch die Steuern, von denen letztlich auch die Gehälter der Beamten bezahlt werden.
Wir brauchen wieder eine solide staatliche Kredit- und Förderungspolitik für den produzierenden Bereich: für Mittelstand und Handwerk!
In meinem Wahlkreis gibt es glücklicherweise noch Landwirte. Aber unter welchen Bedingungen müssen sie arbeiten? Kein Landwirt, den ich kenne, möchte von staatlichen Subventionen abhängig sein, sondern einfach kostendeckende Preise für seine Produkte erzielen - genau wie jeder andere Geschäftsmann. Dann kann in Zukunft auch vernünftig gewirtschaftet werden, die ländliche Bevölkerung hat wieder eine Perspektive und unsere Nahrungsmittelversorgung ist gesichert - statt immer mehr von einigen wenigen großen Kartellen abhängig zu sein!
Die heutige "Kultur" ist nur noch eine oberflächliche "Kleidungs- und Eßkultur": Jeanshosen, Pokemons, McDonalds, Coca-Cola. Ich möchte, daß meine Kinder bereits im Kindergarten eine Erziehung erhalten, in der sie Freude an ihrer eigenen Entwicklung haben und ihre Gedanken entwickeln können. Dafür brauchen wir wieder ein klassisch-humanistisches Erziehungskonzept für Geist, Herz und Seele.
Bitte helfen Sie mir dabei, daß diese Prinzipien wieder in der Politik eine Rolle spielen! Zuviel steht heute auf dem Spiel, als daß wir es anderen überlassen können.
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