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Aus der Neuen Solidarität Nr. 43/2002 |
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Im Februar 1983 erschien in Venezuela ein interessantes Interview über den Unterschied zwischen Club of Life und Club of Rome.
Nachdem am 22.Oktober 1982 der Club of Life mit Konferenzen in Rom, Wiesbaden, Paris, Washington, New York, Philadelphia, Buenos Aires, Bogota, Medellin, Mexiko-City und Guadalajara gegründet worden war (siehe Neue Solidarität letzte Woche), weitete die neue internationale Organisation ihre Tätigkeit überall schnell aus - nicht zuletzt in Lateinamerika. Allein im Februar und März 1983 fanden auf dem südamerikanischen Kontinent sieben Konferenzen des Club of Life in Mexiko, Kolumbien, Peru, und Venezuela statt.
Zu den Gründungsmitgliedern des Club of Life gehörten u.a. der Generalsekretär der lateinamerikanischen Bischofssynode (CELAM) Dr.Carlos Corsi, der Generalsekretär der Arbeiterpartei der Andenstaaten (PLAN) sowie der Vizepräsident des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbandes UTC Jorge Carillo und das UTC-Vorstandsmitglied Pedro Rubio. Carillo organisierte im Februar 1983 eine gewerkschaftliche Massendemonstration gegen das Absinken des Lebensstandards, führte die Verhandlungen mit der Regierung von Präsident Belisario Betancur und erreichte eine Anhebung des Mindestlohns um 25%, was immerhin den Verlust durch die Inflation ausglich. Später wurde er Arbeitsminister von Kolumbien.
Am 8.Februar 1983 erschien in der venezolanischen Abendzeitung El Mundo ein Interview mit Dennis Small, dem Lateinamerika-Experten des Nachrichtenmagazins EIR, über den Club of Life. Miguel Angel Capriles, der die Fragen stellte, schrieb:
"Was ist der Club of Life?, fragten wir. 'Der Club of Life wurde im Oktober 1982 als Initiative der deutschen Politikerin Helga Zepp-LaRouche geboren, und der Zweck der neuen Institution ist, dem negativen Einfluß des Club of Rome und anderer malthusianischer Organe entgegenzuwirken, die behaupten, daß es für die Menschheit und den einzelnen Menschen keinen Fortschritt gäbe und daß Entwicklung unmöglich sei. Die Grundprinzipien des Club of Life sind u.a. die absolute Verteidigung des Lebensrechts aller Völker der Erde und die Sicherung ihres Wohlergehens durch wirtschaftliche, industrielle und soziale Entwicklung, damit die enorme gegenwärtige Finanzkrise nicht noch weitere Zerstörung anrichtet als bisher.'"
Dann kommt das Gespräch auf den Club of Rome, und El Mundo zitiert Small:
"Weniger bekannt, aber noch wichtiger, ist eine andere Seite des Club of Rome. Er wurde Ende der 60er Jahre als Projekt ideologischer Kriegführung der NATO gegründet. Unterentwickelten Ländern soll damit eingeredet werden, daß wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung unmöglich und unerwünscht ist, und daß sie deshalb ihren nationalen Entwicklungsplan aufgeben und sich mit der Entindustrialisierung und Entvölkerung ihrer Länder abfinden sollen...
Im Mai 1967 kamen zwei mit der NATO verknüpfte Institutionen, das Scientific Committee of the North Atlantic Assembly und das Institute for Foreign Policy Research im französischen Ort Deauville zusammen, um über das 'nachindustrielle Zeitalter' zu diskutieren. Die Hauptredner waren Aurelio Peccei, der derzeitige Präsident des Club of Rome, der 1967 Chef des Wirtschaftsausschusses der NATO-Denkfabrik Atlantic Institute in Paris war, und Zbigniew Brzezinski. Die dritte Person, die bei diesem Treffen den Ton angab, war Alexander King, der wissenschaftliche Leiter der NATO. Ein Jahr später gründeten Peccei und King den Club of Rome. Einige Quellen behaupten, der eigentliche Mentor des Projekts sei nicht Peccei, sondern King. King, ein Top-Mann bei der NATO, ist nicht nur ein fanatischer Verfechter von Entindustrialisierung und Entvölkerung, sondern auch ein ausgesprochener Rassist. Anfang 1982 sagte er zu einem Journalisten, seine größte Sorge sei die Möglichkeit, daß die 'weiße Rasse ihre Hegemonie über die farbigen Rassen verlieren könnten, weil letztere sich aufgrund der Bevölkerungsexplosion schneller vermehrten'."
So beschrieb El Mundo damals die Einstellung des Club of Rome.
gal
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