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Aus der Neuen Solidarität Nr. 46/2002 |
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Die Agrarproduktion könnte um Millionen Tonnen gesteigert werden.
Die Mekong-Kaskade (siehe nebenstehende Karte) ist der Kern eines Entwicklungsplans für das Mekongtal, dessen Details schon vor Jahrzehnten ausgearbeitet wurden. Diese Großprojekte sind jedoch nicht nur durch Kriege oder andere Konflikte aufgehalten worden, sondern vor allem am Widerstand der internationalen Finanzinstitutionen und Mächte gescheitert, die gegen Entwicklung überhaupt sind. In den Vorschlägen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) für die Region fehlt interessanterweise eine Karte mit Staudammprojekten, die offensichtlichsten Großprojekte werden kaum erwähnt.
1983 skizzierte Lyndon LaRouche auf einer Konferenz in Bangkok mehrere Großprojekte für den Mekong und andere Regionen zur Entwicklung der gewaltigen Ressourcen der Länder um den Pazifischen und den Indischen Ozean. Für die Mekong-Region konzentrierten sich diese Vorschläge auf die Regulierung des gewaltigen Stroms.
Die Mekong-Kaskade ist ein integriertes System von Dämmen und Wasserspeichern, die den 2000 km langen Unterlauf des Mekong regulieren, Strom erzeugen, Hochwasser verhindern, Bewässerung ermöglichen und zahlreiche weitere Vorteile böten. 1990 wurden die Kosten des Gesamtprojekts auf etwa 20 Mrd. Dollar geschätzt.
Der Unterlauf des Mekong liegt im Monsun-Gürtel, und seine Wasserführung ist durch die gewaltigen Veränderungen der Niederschläge bestimmt. Fast jedes Jahr richten gewaltige Überschwemmungen riesige Schäden an Ernten, Siedlungen und wirtschaftlichen Einrichtungen an. In der Trockenzeit hingegen geht die Wasserführung stark zurück. Der Bau von Infrastrukturen zur Regulierung des Stroms könnte die Grundlage für ein sagenhaftes, langfristiges Wachstum der Region legen.
Neben den eingezeichneten Dämmen der Mekong-Kaskade können weitere Projekte verhindern, daß Salzwasser ins Mekong-Delta eindringt. Ein entsprechendes Deichbau-Programm gehörte schon vor 25 Jahren zu den "Welt-Projekten" des japanischen Globalen Infrastruktur-Fonds.
Bei drei verschiedenen Gelegenheiten seit dem Zweiten Weltkrieg, als Frieden in Sicht war - beim Abschluß des Genfer Abkommens von 1954, 1972-73, als der Vietnamkrieg zu Ende ging, und wiederum 1990 - wurden Pläne zur Nutzung des Mekong vorgelegt, um die regionale Stabilität und Zusammenarbeit zu fördern. Aber bis heute harren die Projekte immer noch der Verwirklichung.
Im Mai 1947 setzte die UN-Wirtschaftskommission für Asien und den Fernen Osten (ECAFE) mit Hauptquartier in Bangkok eine Untersuchung in Gang, deren Ergebnis im Mai 1952 unter dem Titel "Vorläufiger Bericht über die technischen Probleme der Hochwasserkontrolle und der Entwicklung der Wasserresourcen des Mekong - Ein internationaler Strom" vorgestellt wurde. Darin wurden zahlreiche mögliche Projekte aufgezählt. Spätere Arbeiten, die von Experten aus Indien, Japan, Frankreich und den Vereinigten Staaten geprüft wurden, identifizierten die besten Standorte für Mehrzweckprojekte.
Ein 1957 gebildetes vorläufiges Mekong-Komitee überwachte Studien, Planung und Durchführung. Das Mekong-Sekretariat dieses Komitees befindet sich in Bangkok. Das Komitee gab einen umfassenden Plan für die Jahre 1970-2000 in Auftrag, und sein 600seitiger Bericht enthielt 180 Entwicklungsprojekte unterschiedlicher Größe und Bedeutung. Aber unter dem Druck der letzten Jahre wurden die großen Projekte entweder stark beschnitten oder aufgegeben.
Zu Beginn der 90er Jahre wurde nicht einmal ein Prozent des Wassers der Region zur Bewässerung oder Wasserversorgung genutzt. Die installierte Kraftwerkskapazität liegt mit 254 MW ebenfalls nur bei einem Prozent des Möglichen. Der potentielle Nutzen des Mekong-Entwicklungsprogramms durch Stromerzeugung und Bewässerung ist also enorm. Die installierte Kapazität der fünf wichtigsten Kraftwerksprojekte der Mekong-Kaskade liegt bei 18950 MW. Die Kontrolle der Wasserführung ermöglichte massive Ertragssteigerungen beim Anbau von Reis und anderen Projekten sowie doppelte Ernten, wodurch die Agrarproduktion um Millionen Tonnen gesteigert werden könnte.
Marcia Merry-Baker
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