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Aus der Neuen Solidarität Nr. 49/2002

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Aus den Landesverbänden der BüSo


Aktionswoche in Berlin
Amelia Boynton Robinson spricht auf BüSo-Kundgebung in Wiesbaden

"BüSo-Universität" in Radebeul

Berlin

Aktionswoche in Berlin

Die "Büso-Jugend" hatte für Ende November zu einer Aktionswoche in Berlin aufgerufen. Junge Leute aus Dresden, Düsseldorf, Berlin und den USA konzentrierten ihre Aktivitäten an einem Punkt, um für maximale Bewegung in der Hauptstadt zu sorgen. Die drei Universitäten - Freie Universität (FU), Technische Universität und Humboldt-Universität - waren der Ort von Kundgebungen und Informationsständen, bei denen es um zwei Hauptthemen ging: Kriegsverhinderung und Ausweg aus der wirtschaftlichen Depression. Von der FU kommt z.B. der Politologe Prof. Baring, der vor kurzem einen "vielbeachteten" Artikel in der FAZ verfaßt hat, in dem er angesichts der katastrophalen Wirtschaftskrise Notverordnungen à la Brüning und eben zu diesem Zweck eine Verfassungsänderung fordert. Die Büso-Jugend kommentierte dies mit dem Schild: "Auf Brüning folgte Hitler - wer folgt auf Baring?" Dies löste heftige Diskussionen aus - genau das also, was dieses Land braucht.

Die BüSo-Jugend verteilte auch Tausende Exemplare des "Offenen Briefes an Kanzler Schröder" der Büso-Vorsitzenden Helga Zepp-LaRouche an die Mitarbeiter verschiedener Ministerien und bei einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi gegen den Verkauf der Berliner Bankgesellschaft und Sparkasse an einen dubiosen amerikanischen Investor. Dieser Offene Brief hat schon jetzt zu einer fundamentalen Veränderung der Debatte in Deutschland geführt, was man daran sieht, daß der eigentlich eingefleischte Neoliberale Prof. Giersch vom Kieler Weltwirtschafts-Institut kürzlich in der Welt am Sonntag die Bedeutung der staatlichen produktiven Kreditschöpfung im Sinne Lautenbachs hervorhob. Genau dies ist das Thema des Offenen Briefes, dessen konzentrierte Verbreitung in der Hauptstadt angesichts der eskalierenden Krise ihre Wirkung nicht verfehlen wird.

Ein anderes Beispiel dafür, wie die Jugend Politik in Zukunft mitgestalten kann, war der Besuch in der Sprechstunde eines CDU-Bundestagsabgeordneten. Eine kleine gemischte deutsch-amerikanische Delegation konfrontierte den Abgeordneten mit der Weltwirtschaftskrise sowie Vorschlägen zu ihrer Lösung und forderte ihn auf, er solle sich ein Beispiel nehmen an seinen italienischen Parlamentskollegen, die Ende September eine Resolution für ein neues Weltfinanzsystem verabschiedet hätten. Obwohl anfangs überhaupt unwillig zu diskutieren, mußte der Parlamentarier zugeben, daß man in der Tat eine dramatische Krisenzuspitzung erlebe. Als ein junges Mitglied der LaRouche-Bewegung aus den USA sagte, man wolle nicht weitere sechs Jahre mit Bush im Weißen Haus ertragen, und kämpfe deswegen für die einzige wirkliche Alternative, nämlich Lyndon LaRouche als US-Präsident im Jahre 2004, wurde es dem "gequälten" Abgeordneten zu viel, und er murmelte etwas wie "das ist mir zu revolutionär".

Hessen

Amelia Boynton Robinson spricht auf BüSo-Kundgebung in Wiesbaden

Amelia Boynton Robinson, die große alte Dame der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die sich seit 1920 für die Rechte der Schwarzen in den USA einsetzte, in den sechziger Jahren Dr. Martin Luther King nach Selma (Alabama) einlud und dort mit ihm den berühmten "Marsch nach Montgomery" organisierte, war am 23.November Ehrengast einer Kundgebung der BüSo auf dem Wiesbadener Mauritiusplatz. In ihrer Ansprache versicherte sie den Wiesbadenern, daß die große Mehrheit der Amerikaner die Kriegspläne der Scharfmacher in der US-Regierung nicht gutheiße, und forderte sie auf, sich gemeinsam mit der BüSo gegen die Kriegspläne und für eine gerechte Weltordnung einzusetzen. Michael Weißbach, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der BüSo für die hessischen Landtagswahlen, stellte das Programm der BüSo der Forderung Arnulf Barings nach einem Notverordnungsregime wie in der Weimarer Republik gegenüber, und der Wiesbadener Landtagskandidat Alexander Hartmann forderte seine Mitbürger auf, nicht darauf zu warten, "daß der Weihnachtsmann bessere Politiker bringt", sondern die Politik selbst in die Hand zu nehmen.

Sachsen

"BüSo-Universität" in Radebeul

Wie denken große Geister? Um diese Fragestellung der klassisch-humanistischen Erziehungsmethode, die man heute weitgehend vergeblich an Schulen und Universitäten sucht, ging es am 23.November in Radebeul bei Dresden am Beispiel des großen Mathematikers und Astronomen Johannes Kepler. Knapp 20 vorwiegend jugendliche Teilnehmer trafen sich, um sein Leben und Wirken kennenzulernen. Ralf Schauerhammer von der Zeitschrift Fusion berichtete fast vier Stunden lang vor konzentrierter Runde über Keplers revolutionäre Ideen in der Astronomie, über die Wissenschaft lebendiger Prozesse und über Keplers platonische Methode der Hypothesenbildung. Auch die verheerende Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde wachgerufen, in der Kepler lebte und in der er die Grundlage für die Naturwissenschaften schuf.

In der abschließenden Diskussion ging es darum, daß es auch heute große Ideen wie die "Eurasische Landbrücke" und das "Neue Bretton Woods" gibt, die in die Realität umgesetzt werden müssen - wie eine Teilnehmerin sagte: "Wir müssen ins Universum eingreifen!" Außerdem wurden viele Pläne für Aktivitäten, Büchertische, Verteilaktionen und Diskussionstreffen geschmiedet. Ab Januar werden in regelmäßigen Abständen solche Veranstaltungen der "BüSo-Universität" zu grundlegenden Themen der menschlichen Universalgeschichte stattfinden. Denn wie schon Schiller sagte: Jeder kann ein "philosophischer Kopf" werden, seinen Beitrag zur Fortentwicklung der menschlichen Zivilisation leisten und die Welt damit verändern, während die "Brotgelehrten" eng und klein nur immer ängstlich ihr eigenes "Wissen" bewahren wollen und die allergrößte Angst vor Veränderung haben. Wer mehr wissen will, wende sich bitte an Thomas: 0171-6088377.

 

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