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Aus der Neuen Solidarität Nr. 49/2002

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Irak-Nachrichten


"Saddam-Nachfolger" als Kriegsverbrecher verhaftet
Niederlage für Cyberkriegsmethoden

US-Fernsehen sendet zweistündiges Irak-"Kriegsspiel".

"Saddam-Nachfolger" als Kriegsverbrecher verhaftet

Äußerst peinlich für die "Regimewechsler" der Washingtoner Kriegspartei ist die Verhaftung des irakischen Generals Nizar Khazraji, der im dänischen Exil lebt und als möglicher Nachfolger Saddam Husseins gehandelt wurde. Khazraji, der in Dänemark unter Hausarrest stand, hatte ein Visum beantragt, um, wie er erklärte, nach Saudi-Arabien auszureisen. Gegenüber der Washington Post sagte Khazraji jedoch, er wolle in den kurdischen Norden des Irak gehen - der von den USA und Großbritannien kontrolliert wird - , um mit gleichgesinnten Offizieren einen Aufstand zu unternehmen. Daraufhin wurde Khazraji von der dänischen Polizei verhaftet. Khazraji wird nämlich vorgeworfen, 1987-88 als Offizier an Giftgaseinsätzen gegen kurdische Zivilisten beteiligt gewesen zu sein.

Niederlage für Cyberkriegsmethoden

Nach Angaben des ehem. Generals der US-Marines Van Riper sollten diesen Sommer mit der Übung "Millenium Challenge", bei der ein Angriff auf den Irak simuliert wurde, neuartige effect-based. d.h. "auf Wirkung berechnete Operationen" (EBO) und ähnliche "schnelle und entscheidende Operationen" getestet werden. Van Riper spielte dabei den "feindlichen" Kommandeur und machte später Versuche bekannt, das völlige Fehlschlagen des Manövers zu vertuschen. Van Riper gelang es, 16 Schiffe der US-Flotte, die im oberen Teil des persischen Golfs "eingesetzt" wurden, zu "versenken", indem er die ausgeklügelten Hightech-Waffen und Sensoren mit primitiven Mitteln überlistete. Mitten im Manöver quittierte Van Riper seinen Dienst, weil sich die "amerikanischen Kommandanten" weigerten, ihre Niederlage anzuerkennen.

US-Fernsehen sendet zweistündiges Irak-"Kriegsspiel".

Nachdem die UNO-Inspektoren in den Irak gelassen wurden, brachte der US-Sender MSNBC am 25.November ein zweistündiges "Dokudrama" über ein simuliertes "Stabsmanöver" des "Komitees der Prinzipale", in dem die wichtigsten Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrats der USA vertreten sind. Die Hauptrolle des Verteidigungsministers spielte der frühere CIA-Chef Woolsey, der in der simulierten Konferenz fordert: "Wir müssen einmarschieren... sonst hält uns die Welt für unentschlossen." Überhaupt ging bei diesem "Manöver im kleinen Kreis" alles nach Wunsch der Kriegsbefürworter: Jassir Arafat wird bei einem Angriff der israelischen Streitkräfte auf sein Hauptquartier lebensgefährlich verwundet, und Präsident Bush läßt sich durch nichts und niemanden davon abbringen, im Irak "aufzuräumen" - weder durch die Vernichtung der Palästinenser, noch einen Staatsstreich in Qatar, wo das Hauptquartier der US-Streitkräfte am Golf liegt, noch durch die Tatsache, daß der Irak mit den UNO-Inspektoren kooperiert. Am Ende der Sendung sind sämtliche mitspielenden "Experten" überzeugt, daß Saddam sie übers Ohr gehauen habe, und raten, den Krieg zu beginnen.

 

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