Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 51/2002

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

Die BüSo-Kandidaten stellen sich vor

Das Erbe der Denker und Ingenieure wiederbeleben!

Der Vermessungstechniker Andreas Richter kandidiert im Wahlkreis 2 (Braunschweig Südost) für den Niedersächsischen Landtag. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes.

Der Kanzler fährt nach China, und das ist sehr begrüßenswert. Es dürfte aber jeden vernünftigen Bürger in unserem Lande nachdenklich stimmen, daß er diese lange Reise auf sich nimmt, um dort die weltweit erste wirtschaftlich genutzte Transrapid-Strecke einzuweihen. Offensichtlich läuft da etwas falsch, wenn Deutschland, das solche technischen Meisterleistungen wie den Transrapid hervorbrachte, es nicht schafft, diese auch selber zur Anwendung zu bringen.

Nun mag der Bürger schimpfen, daran seien die Grünen schuld, daß Deutschland keine Transrapid-Strecke hat, was zum Teil stimmt. Allerdings trifft er damit nur die halbe Wahrheit, denn den wirklichen Todesstoß versetzten dem Projekt die Sparpolitiker und Buchhalter, die ihm die Wirtschaftlichkeit absprachen.

Abgesehen davon, daß man in China offenbar an die Wirtschaftlichkeit des Transrapid glaubt, ist es bedeutsam, sich den Unterschied zwischen dem heutigen deutschen und dem chinesischen Denken vor Augen zu führen. In China gibt es einen Aufbauwillen, einen Willen, eine bessere Zukunft für die künftigen Generationen zu bauen und damit auch riesige Umwälzungen - wobei ganz sicher auch Fehler gemacht werden - in Kauf zu nehmen.

Der Deutsche hingegen hat sich zu einem Pessimisten entwickelt - worin sich der Grüne und der Buchhalter gleichen - , der nicht mehr an Veränderung glaubt und damit auch den Willen verloren hat, politische Konzepte zu entwickeln, wie unsere heutige Krise gelöst werden kann. Der größte Teil des Volkes schimpft auf die schlechten Politiker, stimmt aber gleichzeitig in den Chor derer ein, die immer behaupten, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt und müßten nun den Gürtel enger schnallen. In dieser Form geistiger Selbstbeschränkung, die vor allem ein Ergebnis des fast 40jährigen Wertewandels in diesem Lande ist, liegt die Hauptursache der heutigen Krise.

Dabei sollte es ein Land wie das unsrige besonders einfach haben. Schließlich ist hier die Tradition der Weimarer Klassik und die Tradition großer Ingenieure zu Hause, die sich besonders in der Gründerzeit entwickelte und ein Ergebnis des Humboldtschen Bildungsideals war.

Und so sollten die Stadt Braunschweig und die Bürger dieser Stadt heute ihre Aufgabe verstehen: das große geistige Erbe, das einigen wichtigen Söhnen dieser Stadt wie z.B. Carl-Friedrich Gauß und Gotthold-Ephraim Lessing zu verdanken ist, und das der Ingenieure, die den hoffentlich bald auch in Deutschland fahrenden Transrapid entwickelten, wieder zu erwecken, weiter zu tragen und damit einen fruchtbaren Beitrag zu leisten, der gesamten Menschheit eine bessere Zukunft zu bauen. Denn ohne den Glauben an die Fähigkeit zur Veränderung des Menschen wären die großen Geister nicht das geworden, was sie uns heute sind. In diesem Sinne sollte es ein leichtes sein, mit den Ideen der Bürgerrechtsbewegung Solidarität einen Ausweg aus der Krise zu weisen.

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Suchen Abonnieren Leserforum