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Aus der Neuen Solidarität Nr. 3/2002 |
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Von Lyndon H. LaRouche
16. Januar 2001. Das folgende Papier über die geopolitischen und strategischen Hintergründe des Anschlags auf das World Trade Center und das Pentagon schrieb der amerikanische Präsidentschaftskandidat Lyndon LaRouche am 23. Dezember 2001. Es folgen Auszüge.
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Für den, der willens und fähig ist, zu akzeptieren, wie Geschichte wirklich funktioniert, lassen die Umstände der Ereignisse des 11. September nur einen bündigen Schluß zu: Die entscheidenden Entwicklungen in den USA in dem Zeitraum zwischen etwa 8.45 Uhr und 11.00 Uhr Ostenküstenzeit waren der Ausdruck eines versuchten Militärputsches gegen die amerikanische Regierung unter Präsident George W. Bush.
Ich kam zu diesem Schluß schon sehr schnell in der ersten Stunde dieses Zeitraums, als ich gerade ein fast zweistündiges Live-Radiointerview gab. Meine Äußerungen in dieser Sendung wurden zu einem wichtigen integralen Bestandteil der Folgeentwicklungen, nicht nur in den USA, sondern auch in ihrer weiteren Ausstrahlung auf die ganze Welt.
Für den, der über die Sache diskutierte, gab es nur zwei denkbare Erklärungen dafür, wie der bekannte Ablauf der Ereignisse - worüber in diesem Zeitraum sehr ausführlich berichtet wurde - überhaupt möglich war:
Die erste, höchst verhängnisvolle Möglichkeit war, daß die Sicherheitsvorkehrungen, die früher einmal gegen solche eventuellen Vorkommnisse eingeführt worden waren, inzwischen praktisch bis zur Wirkungslosigkeit abgebaut wurden - was schon an sich eine große Gefahr für die nationale Sicherheit wäre.
Die zweite, wahrscheinlichere Möglichkeit war, daß irgendwelche hochrangigen amerikanischen Militärs diese ständigen Sicherheitsvorkehrungen, die auf jeden Fall ausgereicht hätten, den Angriff auf das Pentagon abzuwehren, an den entsprechenden Schalthebeln zum erheblichen Teil "abgeschaltet" hatten.
Für jeden mit vergleichbaren Kenntnissen wie meinen eigenen Erfahrungen im Bereich der Raketenabwehrpolitik mußte der Angriff auf das Pentagon mit seinen an sich schon nuklearen Implikationen auf die zweite Alternative hindeuten. Jeder von uns, der genug Kenntnisse in diesen Fragen hatte, erkannte deshalb früher oder später in der Kombination der drei durchgeführten Angriffe das Produkt einer wissentlichen Tat von "Insidern". Schließlich erlaubte mein detailliertes Wissen über den Ansturm der strategischen Krise, innerhalb derer sich die Angriffe abspielten, keinen anderen Schluß, als daß dies ein versuchter Militärputsch war, dessen globalstrategische Absicht die denkbar unheilvollsten Implikationen hat.
Zieht man diese Fakten in Betracht, so ist zu betonen, daß die Politik, die die USA anschließend betrieben, zwei wesentliche Probleme aufweist.
Erstens: Warum haben die führenden Militärs und Geheimdienstleute Präsident Bush offenbar nicht davon abgeraten, den früheren Handlanger amerikanischer "Sonderoperationen" Osama Bin Laden zum Hauptschuldigen in dieser Angelegenheit zu machen?
Die zweite, damit zusammenhängende Frage lautet: Warum bleiben viele offizielle Kreise auf der ganzen Welt - obwohl sich die gegenteiligen Beweise seit dem 11. September massiv angehäuft haben - bei der offiziell abgesegneten Version "Es war Osama Bin Laden", selbst wenn der Öffentlichkeit nach Monaten immer noch kein einziger stichhaltiger Beweis für diese Behauptung vorgelegt wurde?
Die Erkenntnisse, die bereits in den ersten zwei Stunden nach den Ereignissen des 11. September explizit oder implizit vorlagen, sind ein Indizienbeweis des Typs, von dem man sagen kann, er ist "zugegebenermaßen unvollständig, aber trotzdem schlüssig genug", um eine unmittelbare offizielle Reaktion bestimmen zu können, um entsprechende militärische Handlungsvorgaben in Kraft zu setzen oder sogar neu zu definieren. Allein die Fakten, die uns schon während bzw. unmittelbar nach den ersten zwei Stunden der Angriffe des 11. September verfügbar waren, bildeten schon eine Aufforderung zu einem solchen sofortigen, entschiedenen Handeln. Wäre eine derartige klare Entscheidung, wie ich sie während der besagten zwei Stunden äußerte, ausgeblieben, dann wäre das ein potentiell strategischer Führungsfehler gewesen - ob seitens des Präsidenten oder seitens eines Staatsbürgers/Staatsmanns und Präsidentschaftskandidaten mit meinen besonderen Kenntnissen und Verantwortlichkeiten. Die späteren Ereignisse zeigten, daß der Präsident in diesem Zeitraum die richtige unmittelbare Entscheidung traf, und ich ebenso.
Betrachtet man diese und verwandte Fragen mit einem Mindestmaß an kompetentem Wissen über den augenblicklichen Stand der Geschichte der modernen europäischen Zivilisation als ganzer, so kommt man jenseits aller Zweifel, wenn auch nicht auf die Namen im einzelnen, so doch auf die Führung der politischen Fraktionen, deren Interessen der Putschversuch diente. Angesichts dieser und verwandter Fakten werden Personen mit den entsprechenden Vorkenntnissen das von den meisten Massenmedien weltweit rituell verbreitete Märchen nur noch rechtfertigen, wenn sie besondere, falsche Motive dafür haben, an einer mehr oder weniger der gerade vorgegebenen offiziellen Linie entsprechenden Interpretation festzuhalten.
Um die vorliegenden Fakten klar zu verstehen, muß der Leser erkennen, daß es nicht nur ein, sondern drei unterschiedliche Elemente gibt, die im Gefolge der Ereignisse des 11. September untersucht werden müssen.
Erstens der Putschversuch selbst, den man als intendierten "Zünder" der Gesamtoperation beschreiben könnte. Die schlimmste vorstellbare Folge dieses Militärputsches, eine potentielle sich aufschaukelnde nukleare Eskalation zwischen den Supermächten, wurde durch ein rechtzeitiges Telefongespräch zwischen US-Präsident George W. Bush und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vermieden.
Zweitens der allgemeine politisch-strategische Faktor der Politik des "Kampfes der Zivilisationen" von Zbigniew Brzezinski, Samuel Huntington u.a., wovon der Putschversuch lediglich ein untergeordneter Teil war. Diese Politik ist der Hauptschuldige und der zentrale Teil der Gesamtoperation. Sie ist der Hauptgegenstand und die Zielscheibe dieses Aufsatzes. Dieser Faktor spiegelt sich seither sehr lebhaft in den erbitterten Fraktionskämpfen innerhalb der US-Regierung und der führenden Nachrichtenmedien, beispielsweise in der Debatte um die Forderung nach einem Angriff auf den Irak.
Drittens die einem Selbstmordattentäter nicht unähnliche Rolle des jetzigen israelischen Regimes, das erkennbar die Absicht verfolgt, einen größeren Krieg in Gang zu setzen - einen Krieg, der unter anderem die Selbstauslöschung Israels als Staat zur Folge haben würde. Diese immer deutlichere Gefahr der Selbstauslöschung bei einer Fortsetzung der jetzigen israelischen Politik war erklärtermaßen die Sorge, die Ministerpräsident Rabin zur Unterstützung der Osloer Verträge motivierte. Der Abschluß dieser Osloer Verträge war das Motiv für den Staatsstreich in Israel in Form der Ermordung Rabins. Falls Israel seine derzeitige Kriegspolitik fortsetzt, würde es sich im Laufe der sich entfaltenden Ereignisse bald selbst zerstören, und das so sicher, wie man 1939 das Ende Hitlers hätte voraussehen können.
Die offizielle Aufmerksamkeit muß sich ganz besonders auf das zweite dieser drei miteinander verknüpften Elemente richten. Dennoch ist keine kompetente Einschätzung der Ereignisse möglich, wenn man auch nur eines dieser drei Glieder in der Gleichung des 11. September vernachlässigt. Erst wenn wir die drei genannten Elemente als zusammenhängende Facetten eines einzigen Effekts erkannt haben und alle drei in dem Umfeld der globalen Wirtschaftskrise, in dem sie existieren, eingeordnet haben, wird eine rationale Bewertung der Ereignisse dieses Tages möglich. Jeder andere Ansatz führt zu einer Fehleinschätzung, einer falschen Bewertung der Fakten.
Wie ich im Laufe meiner Ausführungen zeigen werde, sind die Fakten, die auf die tatsächlichen Urheber dieses Angriffes auf die USA in seinen drei Aspekten hinweisen, nicht nur massiv, sondern beweiskräftig. Die Beweise haben sich seit Jahren, ja seit Jahrzehnten und länger angesammelt. Die meisten von Ihnen, für die der Morgen des 11. September überraschend kam, sollten daran erinnert werden: Das Monster, das uns angegriffen hat, hat sich über Jahrzehnte hinweg an Sie herangeschlichen, in denen Sie - wie Washington Irvings Gestalt des Rip van Winkle - geschlafen haben.
Um die tief zugrundeliegenden, weit zurückreichenden Verbindungen zwischen den drei unterschiedlichen Teilen dieses Prozesses zu verstehen, müssen wir etwas berücksichtigen, was man in einer Riemannschen (physikalischen) Differentialgeometrie als "Mehrfachverknüpfung" beschreiben würde.
Ein Beispiel: Zu den relativ einfacheren, aber äußerst wichtigen Umständen, die man betrachten muß, gehört die folgende Frage. In welchem Ausmaß hat die massive und implizit feindselige Bespitzelung und Unterwanderung der politischen und militärischen Führung der USA durch den israelischen Militärgeheimdienst den versuchten Militärputsch und sein politisch-strategisches Pendant mit geprägt?
Eine tiefgehende Untersuchung der langdauernden, immer weitgehenderen und aggressiveren Aktivitäten israelischer Spione in den USA - z.B. das berüchtigte "Mega"-Projekt, die jahrelange Durchdringung der Sicherheit des Weißen Hauses unter Clinton durch die Agenten der israelischen Geheimdienste - deutet darauf, daß eine zumindest erhebliche, wenn auch zufällige israelische Mitwirkung an der Schaffung des Umfeldes für die Ereignisse des 11. September wahrscheinlich ist.
Betrachten wir die jeweils unterschiedliche Rolle sowie den gemeinsamen historisch-strategisch-wirtschaftlichen Rahmen dieser Kombination mehrerer voneinander abhängiger Elemente.
Man muß also, wenn man die drei Aspekte des Angriffs betrachtet, bei der Untersuchung der Kombination der Ereignisse stets davon ausgehen, daß diese Kombination auch der unmittelbare Ausdruck der Planung eines militärischen Putschversuches ist - einer versuchten kriminellen Militäroperation hochrangiger Verräter innerhalb des amerikanischen Militärestablishments. Man bedenke dabei folgendes.
Wenn wir die Hinweise auf eine Absicht hinter dem ersten dieser Elemente des Putsches bewerten wollen, dürfen wir an die Untersuchung nicht mit der kindischen Tatsachenverdrehung herangehen, auf die sich die meisten Presseorgane auf der Welt stützen. Wenn jemand eine militärische "Palastrevolution" gegen die führende Atommacht der Welt plant - oder auch "nur" gegen die Regierung einer strategisch minder wichtigen Atommacht, wie Israel - , dann müssen diese Verschwörer sich an strengste Maßregeln halten. Bei Putschversuchen dieser höchsten Risikostufe ist die strengste nur vorstellbare Geheimhaltung unerläßlich.
Bei der Untersuchung derartiger Putschversuche werden rationale Leute an höchster Stelle deshalb davon auszugehen haben, daß selbst die meisten mehr oder weniger eingeweihten Komplizen nicht genug wissen, oder vielleicht nicht lange genug leben, um den höchsten Kreis ihrer Auftraggeber zu belasten. In solchen Fällen ist das Aufspüren und Verhören der "Auftragskiller" wahrscheinlich nicht der beste Weg zu verläßlichen Beweisen gegen die hochrangigen Verschwörer, die den Anschlag organisiert haben. Deshalb muß man, statt bei den Ermittlungen die Richtungen zu verfolgen, die die Verschwörer selbst leicht vorhersehen konnten, die Untersuchung auf Wege zu verläßlicheren Beweisen verlagern.
Abgesehen von glücklichen Zufallstreffern der Ermittler werden sich die Erkenntnisse, die man nach einem solchen Putschversuch findet, im wesentlichen auf die Dinge beschränken, die man im Gefolge einer Tat unter den sehr speziellen Regeln eines solchen risikoreichen Verschwörungsspiels zu erwarten hat. Bei der Untersuchung muß man deshalb die Beweise von einer offensichtlichen Flanke her sammeln. Man muß sich auf eine Erkenntnis stützen, die eigentlich elementar sein sollte: Es gibt kein Motiv für einen Putschversuch dieser Art, wenn nicht eine plausible Absicht dahintersteckt, die außerhalb und jenseits des Putschversuchs als solchem liegt. Ein solcher versuchter Staatsstreich ist überhaupt nur möglich, wenn vorher bereits feststeht, wie es nach dem Putsch weitergehen soll - etwa indem signalisiert wird, daß mit einer bestimmten, schon vorbereiteten Aktion fortgefahren werden soll.
Für den kompetenten Spionageabwehrspezialisten war deshalb die erste Frage, die sich allein schon aus der Tatsache der Angriffe auf New York und Washington an sich stellte: Was für eine Aktion sollte anschließend durch die Wirkung dieser Angriffe entfesselt werden? Man hätte den Putschversuch nicht mobilisieren können, wenn nicht schon von Anfang auch solche umfassenderen Absichten existiert hätten. Diese Absichten sind allen relevanten Institutionen geläufig:
a) einen immer weiter eskalierenden Nuklearalarm auszulösen und
b) fast auf dem ganzen Planeten endlose religiöse und andere Kriege zu entfesseln - die derzeit laufenden Operationen der israelischen Streitkräfte sind der wesentlichste Ausdruck davon. Nach den Ereignissen des 11. September gibt es nun keinen vernünftigen Zweifel mehr an solchen breit anlegten Absichten. Jede kompetente Spionageabwehr-Untersuchung und anschließende strategische Lagebeurteilung muß also entsprechend angelegt sein.
So wie bei den früheren Ermittlungen im Fall der vermuteten Komplizen des israelischen Spions Jonathan Pollard oder wie in Edgar Allan Poes Kriminalgeschichte Der stiebitzte Brief können wir anhand des jetzt vorliegenden Indizienbeweises für diese beiden Absichten erkennen, "welche Gattung von Raubtier" den Impuls und die Fähigkeiten für einen solchen Putschversuch besaß, auch wenn wir noch nicht genau sagen können, welche bestimmten Personen dieser Gattung an der Spitze des eigentlichen Putsches standen.
Wir müssen deshalb noch einmal betonen, daß angesichts der Eigenart des Falls das relevante Vorgehen gegen die Verschwörer niemals durch eine reduktionistische fieberhafte Jagd nach "Sherlock-Holmes"-artigen Hinweisen auf bestimmte Hintermänner hintertrieben werden darf. In solchen Fällen dürfen wir uns nicht zu einer Art "Schnepfenjagd" auf die einzelnen Verschwörer verleiten lassen, sondern müssen die inhärent begrenzten Ressourcen des Ermittlers auf die bescheidenere und dringlichere Aufgabe konzentrieren, die eigentlichen Ziele hinter dem Komplott zu neutralisieren. Nur notorische Verlierer halten mitten in der Schlacht inne, um Rache oder Skalps zu nehmen und zu zählen.
Man muß daher bei der Untersuchung das Komplott hinter dem 11. September als ein Mittel zum Zweck begreifen, und es ist dieser Zweck, auf den wir die Aufmerksamkeit richten und gegen den wir unsere Anstrengungen bündeln müssen. Es ist wie im Krieg: Sobald die Verschwörung fehlgeschlagen ist, werden die Verschwörer verwundbar und lassen sich enttarnen, und man kann sicher, ruhig und mit relativer Gelassenheit ermitteln, wer im einzelnen wie beteiligt war.
Die Ereignisse jenes Tages stellten den Präsidenten also vor zwei Aufgaben. Das eigentliche Endziel hinter dem Putsch zu vereiteln, war das längerfristige Problem, vor dem Präsident Bush und sein Kreis an diesem Morgen des 11. September standen. Die unmittelbar drängendste Aufgabe für den Präsidenten jedoch bestand an diesem Tag darin, die nuklearen Streitkräfte der USA unter seine volle persönliche Kontrolle zu bringen. Gemessen an den Umständen muß man feststellen, daß er auf diese unmittelbare Herausforderung gut reagierte.
Um ganz zu ermessen, vor welcher Herausforderung der Präsident stand, ist es angebracht, zu betonen, daß ich selbst während des erwähnten fast zweistündigen Radiointerviews, das zwischen 9 und 11 Uhr live ausgestrahlt wurde, vor der gleichen Herausforderung stand.
Zur Verdeutlichung: In dieser Zeit befand ich mich in der Situation, daß meine Bewertung des Angriffs, die von der Radiostation gesendet wurde, genauso erfolgen mußte, als hätte der Präsident der USA seine operationellen Schlußfolgerungen zu ziehen gehabt, wäre er damals in meiner Position gewesen, oder ich in seiner. Denn das ist von einem ernsthaften Kandidaten, der sich um das Präsidentenamt der führenden Weltmacht bewirbt, zu fordern. Wir können beispielsweise äußerst dankbar sein, daß in diesem kritischen Augenblick nicht der frühere Vizepräsident Al Gore an Präsident Bushs oder an meiner Stelle saß.
So gesehen scheint es mir, daß Präsident Bush in diesen annähernd zwei Stunden, in denen ich auf Sendung war, im wesentlichen die richtigen ersten Entscheidungen getroffen hat. Dies wissen wir aus den Fakten, die uns explizit oder implizit vorliegen. Eine Tatsache, die meine jetzige positive Bewertung von Präsident Bushs Handlungsweise in dieser Hinsicht stützt, ist meiner Einschätzung nach der spätere, wiederholte Bericht des Präsidenten über das Gespräch, das er in diesem entscheidenden Zeitraum mit dem russischen Präsidenten Putin geführt hat.
Was jedoch die Entscheidungen der US-Regierung angeht, die offenbar viel später an diesem Tag getroffen wurden, war die Qualität der Arbeit des Weißen Hauses gemischt. Die spätere Entscheidung, gegen Osama Bin Laden und Afghanistan mit Bombenangriffen vorzugehen, war definitiv ein strategischer Fehler, und es zeigt sich immer mehr, daß daraus internationale Konsequenzen erwachsen - so der sich verschärfende Konflikt zwischen Pakistan und Indien - , die strategisch gesehen zunehmend gefährliche Implikationen für die ganze Welt haben.
Abgesehen davon, daß es ein korrekter Impuls des Weißen Hauses war, schnell etwas Geeignetes zu unternehmen, um den Verschwörern die strategische und innenpolitische Initiative aus der Hand zu nehmen, war die Entscheidung, Afghanistan zu bombardieren, ein Fehler. Der Leser wird mir sicherlich zustimmen, daß dieser Fehler verständlich war, wenn man die immer neuen und größeren Dimensionen und Aspekte der weltstrategischen Krise berücksichtigt, denen sich der Präsident in den Stunden und Wochen nach den dramatischen Ereignissen jenes Morgens gegenübersah.
Ich will hier die Entscheidungen des Präsidenten nicht zu rechtfertigen versuchen, ich möchte aber betonen, daß man bei der Beurteilung seines Verhaltens unter diesen Umständen in Rechnung stellen muß, in welcher schwierigen Lage sich der Präsident befand. Anders als die meisten heutigen politischen Berater auf der Welt bin ich persönlich fest davon überzeugt, daß die Grundlage des Handelns in jeder Krise die Wahrheit sein muß, und keine scheinbar bequemen Lügen, denn was auf den ersten Blick als eine "nützliche" und "bequeme" offizielle Lüge erscheinen mag, führt immer nur zur Suche nach neuen Lügen, mit denen man die Probleme, die die erste Lüge verursacht, zu vertuschen sucht.
In jeder Krise auf Leben und Tod, wie der jetzigen, muß sich der Präsident der USA einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit erwerben und erhalten. Der Versuch, vermeintlich nützliche Lügen zu rechtfertigen, wird am Ende diese Glaubwürdigkeit unterminieren - möglicherweise mit schrecklichen Konsequenzen. So ist die Politik der USA nach Ablauf jenes Tages, des 11. September, immer weiter den Pfad der Lügen herabgerutscht, die eine nach der anderen fabriziert wurden, um frühere Lügen zu rechtfertigen oder ihnen den richtigen Public-Relations-"Dreh" zu geben. Wenn man einen solchen "Schutzwall von Lügen", selbst "gutgemeinter" Lügen, errichtet, führt das stets auf die eine oder andere Weise zu Ergebnissen, die oft genauso so schlimm oder schlimmer sind als das Problem, das man mit der ersten Lüge umgehen wollte. Am Ende ist man dann oft hoffnungslos im Netz der eigenen Lügen gefangen.
Deswegen muß ich in einer solchen Krise die Rolle übernehmen, die ich mit diesem Aufsatz ausführe.
Um die derzeitige amerikanische Lage kompetent einzuschätzen, müssen wir das übliche Hin-und-her-Gerede völlig außer acht lassen und begreifen, in welcher Zwickmühle sich der Präsident, und wer immer sich als seine vertrauenswürdigen Berater erwiesen haben mögen, befunden haben. Wir müssen die Lage so sehen, wie der Präsident und diese Berater sie gesehen haben müssen, als sich das Dunkel über die gerade verstrichenen Stunden dieses gefährlichen Tages legte. Wir müssen implizit alle wichtigen Umstände berücksichtigen, die in die Entscheidungen eingeflossen sind, die ab der Zeit kurz nach 20 Uhr amerikanischer Zeit dieses ersten Abends öffentlich bekannt wurden. Wir müssen dabei unser Augenmerk auch auf den vergiftenden Einfluß jener Maulwürfe in der Regierung selbst lenken, die sich - wie die Kreise um Richard Perle - seither als Komplizen entweder der israelischen Streitkräfte oder von Brzezinskis "Kampf der Kulturen" oder beider gezeigt haben.
In dieser Hinsicht darf man keine der grundlegenden Umstände übersehen, unter denen die Entscheidung fiel, Osama Bin Laden zum Schuldigen zu machen:
1. Dieser Osama Bin Laden, von dem es heißt, er sei früher ein Playboy gewesen und sei heute der "Alte Fagin"(*) des internationalen Terrorismus, war und ist wohl immer noch wirklich eine so elende Kreatur, wie es diese Vorwürfe implizieren. Er war bösartig genug, daß er die Rolle von Emma Goldmans Killer oder von Emma Goldman selbst bei dem Mord an US-Präsident McKinley gespielt haben könnte - aber hätte der Bin Laden von heute die Möglichkeit und die Mittel, diesen Angriff auf Präsident McKinley auszuführen? Er ist der widerliche, verdreckte Trinker, der wegen Vorwurfs des Kindesmißbrauchs in Zelle Nr. 1313 einsitzt, aber wenn man ihn wegen des 11. September aburteilte, würde das die Gefahr für die USA und für die menschliche Zivilisation, die weiterhin von den frei herumlaufenden wahren Tätern ausgeht, aus der Welt schaffen?
2. Den USA war der widerliche Charakter Bin Ladens längst bekannt; er gehörte zu jenen Halunken, die die USA und andere erst gegen die Sowjetunion und dann gegen Rußland, Zentralasien, den Transkaukasus und andere Ziele einsetzten, und er war mit den Taliban eine der Schaltstellen des Drogenhandels in Zentralasien. Aber er befand sich nicht an einem Ort der physikalischen Raumzeit, von dem aus er Teddy Roosevelt [McKinleys Nachfolger] ins Weiße Haus hätte bringen oder jetzt die Schrecken des 11. September hätte organisieren können.
3. Zwar hat das von Präsident Bush wiederholt öffentlich mitgeteilte Telefongespräch zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Putin bewirkt, daß die ursprünglichen nuklearstrategischen Ziele des Putschversuchs scheiterten, aber die Verantwortlichen dieses Putschversuchs laufen immer noch frei herum und verbergen sich in den hohen Positionen, die sie bereits am frühen Morgen des 11. September bekleideten, und sie sind auch heute noch gewillt, gegen die US-Regierung und den Präsidenten loszuschlagen.
4. Die atomare Eskalation, die wie der Angriff auf das Pentagon zeigte, das unmittelbare Ziel dieses Angriffes auf das Verteidigungsministerium war, sollte offenbar als Sprungbrett für ein weiteres, großstrategisches Ziel dienen. Dieses großstrategische Ziel des Putschversuches war klar, damals wie heute. Es war bereits in dem Moment klar, als die parallelen Angriffe gegen New York City und die Hauptstadt der USA liefen. Viele führende Kreise in Europa und anderswo haben dies sehr bald in den Stunden nach den Ereignissen erkannt. Der Zweck des Putschversuchs war es, die USA zu zwingen, die Politik der jetzigen israelischen Regierung und Armee zu unterstützen und sich damit für das von Zbigniew Brzezinski entwickelte Szenario weltweiter Religionskriege, den "Kampf der Kulturen", zu entscheiden.
5. Die Urheber dieses großstrategischen, geopolitischen Zieles waren führenden Europäern und anderen bereits gut bekannt. Der frühere US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski und sein stets dienstfertiger "Leporello" Samuel P. Huntington hatten das Szenario vom "Kampf der Zivilisationen" berühmt und berüchtigt gemacht. Es war bereits ziemlich populär unter den "moralisch nicht ganz zurechnungsfähigen" Kongreßmitgliedern beider Parteien, unter mächtigen US-Finanzkreisen sowie bei einem erheblichen Teil wichtiger Stellen in der Bush-Administration selbst. Richard Perle und Paul Wolfowitz sind typisch dafür, daß in den offiziellen Positionen und politischen Planungsstrukturen der Administration sowie einflußreichen Stellen in den beiden großen Parteien solche Raubtiere lauern.
6. Die strategische Reaktion der USA auf den Putschversuch bestand darin, gegen ausgewählte Ziele auf der "Liste der üblichen Verdächtigen" vorzugehen, darunter die Drogenhändlerregierung der Taliban und Bin Laden. Dies hatte den offensichtlichen Nutzen, daß es der Bush-Präsidentschaft einen Weg bot, die strategische Initiative zurückzugewinnen und die mit Brzezinskis Geopolitik verbundenen Kräfte vorübergehend auszumanövrieren.
7. Schon bald jedoch drohte diese Politik zum Bumerang zu werden.
Die Ablenkungstaktik, die internationalen Energien gegen diese bewußt ausgewählten und zugegebenermaßen widerwärtigen Ziele zu richten, hatte den Effekt, die unmittelbare, größere strategische Gefahr - nämlich einen größeren Krieg gegen islamische Nationen - zumindest für den Augenblick abzuwenden. Aber ebendiese größere strategische Gefahr blieb nicht nur bestehen, sondern verschärfte sich noch unter der Wirkung der Afghanistan-Bombardierung. Es gab immer massivere Erpressungsversuche - sogar von einer mächtigen Fraktion in der politischen Führungsstruktur der USA - , um Präsident Bush zu zwingen, sich hinter einen Religionskrieg der israelischen Militärführung gegen die arabischen Nationen des Nahen Ostens, etwa den Irak, zu stellen und einen sich aufschaukelnden "Kampf der Kulturen", d.h. einen geopolitisch motivierten Krieg zwischen den islamischen und anderen Völkern Asiens, zu unterstützen.
8. Der heftige Fraktionskampf, der seither in der US-Regierung offen tobt - u.a. die Vorstöße von Tom Lantos und seiner Konföderierten im Kongreß - , macht deutlich, daß die Angriffe des 11. September ein integraler Bestandteil der Absicht waren, die Bush-Administration entweder hinwegzufegen oder andernfalls zu zwingen, sich in einen Religionskrieg zu stürzen, wie ihn Ariel Scharon mit seinem Scheinangriff auf eine der heiligsten islamischen Stätten, den Al Haram Al Scharif in Jerusalem, in Gang zu setzen versuchte.
9. Wenn der Plan der gegenwärtigen israelischen Regierung unter Scharon nicht vereitelt wird, wird die Kombination aus einem sich beschleunigenden, kettenreaktionsartigen Zusammenbruch des Weltfinanz- und Währungssystems, einer Eskalation des israelischen Kriegs gegen die islamischen Bevölkerungen und Israels geplanter Vergewaltigung der drittheiligsten Stätte des Islam, Al Haram Al Scharif, die Welt in eine diesmal weltweite und nukleare Neuauflage des Dreißigjährigen Kriegs von 1618-48 stürzen. Es war zweifellos genau ein solcher weltweiter geopolitischer Krieg, ein unlöschbarer religiöser Weltenbrand, den die Urheber des 11. September entflammen wollten.
Die eben angeführten Fakten sind notwendig, aber nicht hinreichend. Wie müssen auch die Kompetenzen entwickeln, die erforderlich sind, um das sehr spezielle, tiefergehende Problem, das die genannten Fakten implizieren, zu untersuchen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wir müssen sehr genau den Hintergrund der Leute anschauen, deren Sonderinteressen in den anhaltenden, eskalierenden Implikationen der Ereignisse des 11. September zum Ausdrucke kommen.
Wenn wir uns der Herausforderung stellen, vor die diese Fakten die Führer der Welt stellen, müssen wir die närrische reduktionistische Praxis vermeiden, nach plausiblen Erklärungen für mehr oder weniger isolierte Einzeltatsachen zu suchen. Wir müssen die Geometrie des Denkens definieren - den Wahnsinn, der die Schriften Brzezinskis, Huntingtons und ihresgleichen seit dem 1957 erschienenen Buch "Der Soldat und der Staat" durchzieht. Wie ich weiter unter in diesem Aufsatz betone: Es ist dieser verrückte, pervertierte Geisteszustand, wofür alle die Hauptschriften Brzezinskis, Huntingtons u.a. nur beispielhaft sind, der die widerstreitenden Kräfte und politischen Pläne in Bewegung gesetzt hat.
Die Position auf der politischen Landkarte, von der aus man diesen speziellen Wahnsinn definieren sollte, ist das Musterbeispiel eines modernen Mephistopheles, der Nashville-Agrarier Prof. William Yandell Elliott - Anhänger der Ideen von H.G. Wells, der wie die legendäre Frau des Rabbis von Prag eine ganze Parade von Golems produzierte, angeführt von Zbigniew Brzezinski, Samuel P. Huntington, Henry A. Kissinger u.a., Monster, die der "Zauberlehrling" Elliott offenbar quasi aus dem Schlamm erschuf.
Betrachten wir, um die Ereignisse des 11. September besser zu verstehen, noch einmal Hitlers Staatsstreich vom Januar-März 1933. Es gab und gibt nichts, was die explizit anglo-amerikanischen Handlungen, durch die Hitler in Deutschland an die Macht kam, entschuldigen könnte. Hätte der von Montagu Normans Komplizen korrumpierte Reichspräsident Hindenburg nicht Reichskanzler von Schleicher gestürzt, so hätte der Amtsantritt von Präsident Franklin Roosevelt in den USA im März 1933 den Zweiten Weltkrieg verhindert. Wäre von Schleicher bis zu Roosevelts Inauguration im Amt geblieben, dann hätten Deutschland und die Vereinigten Staaten praktisch identische erfolgreiche Wirtschaftsprogramme gehabt, und es wäre niemals zum Zweiten Weltkrieg gekommen.
Kurz, die dem Londoner Hitler-Unterstützer Montagu Norman nahestehenden anglo-amerikanischen Finanzinteressen haben im Januar 1933 gezielt gehandelt, damit der Zweite Weltkrieg nicht verhindert wurde. Sie hinderten führende Kreise Kontinentaleuropas daran, ein Bündnis mit Amerika einzugehen, mit dem eine der amerikanischen intellektuellen Tradition entsprechende Politik weltweit vorherrschend geworden wäre. Wie Henry Kissinger später, so war Montagu Norman und seinen Kumpanen die Hölle auf Erden lieber als eine Welt unter dem Einfluß der amerikanischen intellektuellen Tradition.
Ich habe Mitte der 70er Jahre persönlich eine vergleichbare kleine Erfahrung gemacht.
Bei einem Treffen mit einem führenden Vertreter einer großen britischen Partei faßte ich zusammen, vor welcher Alternative das IWF-System der freien Wechselkurse der Jahre 1971-75 stand. Ich argumentierte in Kürze, es wäre besser, wenn bestimmte britische Interessen, die meine Vorschläge normalerweise rundweg ablehnten, vielleicht doch den Weg der von mir vorgeschlagenen Weltwährungsreform einschlügen, wenn sie sich nur daran erinnerten, was dabei herauskam, als ihre Vorgänger den Schacht-Günstling Hitler in Deutschland an die Macht brachten. Ich schilderte die Lage kurzgefaßt als eine Alternative zwischen dem "Schock" einer notwendigen Währungsreform und den Folgen einer Fortsetzung der damals betriebenen Wiederbelebung der Schachtschen Austeritätspolitik.
Die Antwort auf meine Argumente war abrupt und kühl: "Ich bin mir sicher, wir würden Schacht Ihrem Schock vorziehen." Ein Vierteljahrhundert später kann man feststellen, daß ich offensichtlich recht hatte und die britische Reaktion auf meine Argumentation - wenn man den Zustand der britischen Wirtschaft heute bedenkt - leider bedauernswert falsch war.
So wurde also jener Schacht, der Hitler im Dienste der mit Montagu Norman verbundenen anglo-amerikanischen Finanziers an die Macht brachte, im März 1933 Präsident der Reichsbank. So verließ Schacht sich in Sicherheit wiegend auf die Genehmigung der anglo-amerikanischen Finanzgrößen, Hitlers Mobilisierung für den späteren Einmarsch in die Sowjetunion zu beginnen, wie sie in dessen geopolitischem Buch Mein Kampf angekündigt war. Wegen der Verhandlungen zwischen Molotow und Ribbentrop verliefen die Geschehnisse dann ein wenig anders, als England es sich vor der Abdankung König Edwards VIII. vorgestellt hatte, aber davon einmal abgesehen war der Zweite Weltkrieg bereits um 1934-36 unausweichlich geworden.
Es gab im Verlauf der bekannten Geschichte immer wieder klar definierte kritische Augenblicke der Entscheidung, an denen der allgemeine Trend einer nachfolgenden, neuen Geschichtsepoche so oder so praktisch schon vorausbestimmt war. Die Ereignisse in Deutschland vom Januar-März 1933 waren typisch für solche entscheidenden historischen Momente. Es ist grausam, aber wahr und auch notwendig, zu berichten, daß mit der Entscheidung der deutschen Militärführung im Jahr 1934, trotz der Ermordung des Kanzlers von Schleicher nichts gegen Hitler zu tun, der Untergang der deutschen Generäle vom Juli 1944 schon vorauszuahnen war. Nach diesem Mord war der Tod Hindenburgs nur noch die letzte Formsache, die den Weg für Hitlers Machtkonsolidierung freimachte. Nur die führenden Persönlichkeiten in Deutschland, die diese fatalen, von London gewünschten Entscheidungen der Jahre 1933-34 zuließen, trifft eine wesentliche Mitschuld an den Schrecklichkeiten, die aus diesen Entscheidungen folgten.
Die Auswirkung des voluntaristischen Prinzips in der Geschichte hat also oft seine Schattenseiten.
Die britische Rolle bei Hitlers Machtübernahme und das Versagen der deutschen Generäle, die nicht verhinderten, daß Hitler erst Reichskanzler und dann Diktator wurde, ist nur ein typisches Beispiel für diese Schattenseite. Wäre auch noch der Militärputsch gegen Franklin Roosevelt zu Beginn seiner Amtszeit erfolgreich gewesen, dann wäre das 20. Jahrhundert eines der finstersten Zeitalter der ganzen Menschheitsgeschichte geworden.
Deshalb ist für mich das Fallbeispiel, wie bestimmte deutsche Militärführer zuließen, daß Hindenburg Hitler an die Macht brachte, auch heute noch eine der furchtbarsten Lehren der neuzeitlichen Geschichte. Die Ereignisse des 11. September sind, wenn man sie im Lichte des "Kampfs der Kulturen" von Huntington-Brzezinski-Lewis betrachtet, für uns der wichtigste unmittelbarste Grund ähnlicher Art, heute um das Schicksal der Menschheit zu bangen.
Es ist kein irgendwie gearteter Faktor des objektiven nationalen Interesses der Vereinigten Staaten, der die Kräfte hinter den gefährlichen Verrückten wie Brzezinski und Huntington dazu treiben würde, schreckliche Religionskriege und universalfaschistische Diktaturen zu entfesseln. Wie die Lakaien der todgeweihten Götter des Olymp, für die sie sich implizit halten, und wie die kriminell wahnsinnigen Hintermänner von Scharons Feldzug, würden sie eher das Universum zerstören, als einen Rückschlag für die Sache ihrer wahnsinnigen Ideologie hinzunehmen. Teuflische Wesen der Art, wie sie Scharon, Brzezinski oder Huntington verkörpern, würden lieber in ihrer eigenen Hölle regieren, als nach einem erhabenen Frieden im Himmel zu streben.
Es gibt keinen vernünftigen Grund für das, was Scharon tut, oder für das, war die Unterstützer von Brzezinskis geopolitischem Wahnsinn vorhaben; doch weiß jeder, der die Geschichte wirklich kennt, daß es dennoch geschehen kann, wenn man es nicht verhindert.
Ironischerweise ist die pervertierte Mentalität von Brzezinski u.a. ein Echo der gleichen Konföderierten, die im Ku-Klux-Klan-Erbe von Professor Elliotts Nashville-Agrariern auferstanden sind. Konzentrieren wir uns auf den Versuch Elliotts und seiner Mitläufer, eine globale imperiale Strategie zu entwerfen, die auf einer Vorliebe für das Bild des Konföderierten von der "verlorenen Sache" rückständiger Ländlichkeit und Sklaverei beruht. Dadurch wird etwas bloßgestellt, worin man die leicht auszunutzende axiomatische strategische Schwäche jedes Dogmas von Elliotts Handlangern wie Kissinger, Brzezinski, Huntington und ihren Konföderierten erkennen sollte.
Das gleiche, was man von Elliotts intellektuellem Harvard-Gezücht heute sagen kann, ließe sich - mit einer wichtigen Einschränkung - auch darüber sagen, wie Adolf Hitlers Ideologie seinen eigenen Untergang herbeiführte.
Diesen und ähnlichen Beispielen liegt ein tiefergehender, gemeinsamer Ausdruck dieses Prinzips zugrunde, das in bestimmter Art und Weise die ganze neuzeitliche Geschichte durchzieht. Beschäftigen wir uns jetzt mit dem entscheidenden Fehler, der - genauso wie Hitler - die Konföderierten und Anhänger von erbärmlichen Schurken wie dem Nashville-Agrarier Elliott sich selbst vernichten ließ.
Seit dem Zusammenbruch des selbstverschuldet todgeweihten Römischen Reiches in seiner Westhälfte um das Jahr 300 gab es zahlreiche Versuche, der Zivilisation wieder aufzuhelfen und an die hellenistische Kultur ein halbes Jahrtausend vorher - bis etwa zur Zeit des Mordes der Römer an Archimedes 212 v.Chr - anzuknüpfen.
So erlebte man während der dunkelsten Perioden des sog. "finsteren Zeitalters" Europas das Auftauchen des Islam, der starke Renaissancekräfte in das Mesopotamien des Abbasiden-Kalifats, nach Ägypten und Spanien führte. Die Zusammenarbeit zwischen Kalif Harun Al Raschid und Karl dem Großen ist dafür typisch. Als Karls Errungenschaften von den normannischen Affenhorden und anderen ruiniert wurden, existierten gleichzeitig von Indien bis zu Ibn Sinas Iran Renaissanceeinflüsse.
In dem nun gerade zu Ende gegangenen Jahrtausend gab es von Anfang an beständige Versuche, Europa von der verkommenen Feudalherrschaft zu befreien. Typisch für diese immer wieder vorhandenen Bemühungen sind Abelard von Paris, die großen Kathedralen wie Chartres sowie die Hohenstaufen und Gleichgesinnte. Typisch ist auch das große Werk des Dante Aligheri und dessen Fortsetzung durch Petrarca.
Kennzeichnend für die Konflikte zwischen diesen Renaissance-Vorstößen und der von Venedig und seinem viehischen Instrument, dem Haus Plantagenet, organisierten Verderbtheit auf der anderen Seite, war eine wiederholte Zerstörung der politischen und anderen realen Ressourcen, auf die die intellektuellen Grundlagen der Renaissance-Bemühungen angewiesen waren. Der Zusammenbruch der Gesellschaft in der Periode vom Zweiten bis zum Vierten Kreuzzug, der alptraumhafte Wahnsinn der Inquisition und der nach dem Vierten Kreuzzug noch ein Jahrhundert lang andauernden Fortsetzung des ultramontanen Vorstoßes für eine allgemeine "Globalisierung" verschlechterte den realwirtschaftlichen Zustand der Gesellschaft so sehr, daß - in Verbindung mit einer wucherischen internationalen Schuldenpyramide ähnlich der nach 1971 entstandenen heute - Europa im 14. Jahrhundert in ein selbstverschuldetes, massenmörderisches "neues finsteres Zeitalter" stürzte.
Die wiederholte Lehre aus der Geschichte ist: Der Fortschritt der Gesellschaft erfordert unaufhörliche neue wissenschaftlich-technische und ähnliche Verbesserungen in der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur und der physischen Produktivität sowie ständige technologische Verbesserungen in den Lebensbedingungen der Bevölkerung. Begleitet und gefördert werden solche erfreulichen Entwicklungen durch den Anstieg und die Ausbreitung kognitiven Wissens und den damit einhergehenden Anstieg der physischen produktiven Arbeitskraft. Solche Entwicklungen erfordern die Unterstützung starker politischer Bewegungen und Institutionen. Werden diese Bewegungen und Institutionen zerstört, droht die ganze Kultur wieder zu verfallen und in ein neues finsteres Zeitalter abzustürzen. Diese dringende Warnung richtet sich besonders an die heute herrschenden Kreise in Regierungen und anderen Stellen.
Im Gesamtverlauf der europäischen Geschichte seit dem Aufstieg des antiken Griechenland war die furchtbarste Entwicklung von allen der Aufstieg des alten Rom und das rechtliche, moralische und militärische Erbe, welches dieses Imperium und seine kulturelle Tradition der weltweit ausgedehnten europäischen Zivilisation seither auferlegt hat. In der Neuzeit war der Faschismus, der als Reaktion auf die Amerikanische Revolution von 1776-1789 geboren wurde und der aus dem Jakobinerterror von 1789-94 und Napoleons Tyrannei entstand, der extremste Ausdruck davon, welche Krebsgeschwüre das romantische Erbe noch heute hervorbringt.
Huntingtons Buch The Soldier and the State (Der Soldat und der Staat) aus dem Jahr 1957 und alle wichtigen Produkte Huntingtons und Brzezinskis seitdem repräsentieren diese faschistische Tradition in der extremen Form, die sich in der Kombination der Politik des "Kampfs der Kulturen" mit den Ereignissen des 11. September ausdrückt. Huntingtons Definition des Berufssoldaten ist nur die Heldenanbetung dieses spezifischen faschistischen Typs, der den Nationalstaat stürzen und eine Karikatur des alten heidnischen Römischen Reiches als heutige Weltregierung gründen soll.
Die Wurzel des Bösen, das bei Huntington und Brzezinski zum Ausdruck kommt, ist kulturell: ein Haß auf die menschliche Natur, wie sie beispielsweise Moses Mendelssohn definierte. Deshalb hegt die Kabale der Elliott-Anhänger, wie Brzezinski, Huntington und Kissinger, nicht nur einen Haß auf die amerikanische intellektuelle Tradition und will sie zerstören; im Grunde hassen sie - genau wie ihre Vorgänger Friedrich Nietzsche, Thomas Huxleys H.G. Wells, Aleister Crowley und Bertrand Russell, die Menschheit, oder, wie Nietzsche und seine Anhänger, Gott selbst.
Deshalb ist es jetzt eine quasi instinktive Reaktion der oligarchischen Strömung der Gesellschaft, gezielte Schritte einzuleiten, die unbewußt oder sogar bewußt ein neues finsteres Zeitalter heraufbeschwören sollen. Sie verlegen sich auf pro-malthusianische und ähnliche Maßnahmen und Handlungen, die alle implizit darauf abzielen, das Bildungsniveau und den Lebensstandard der breiten Bevölkerung zu senken. Das war der vorherrschende Trend in der amerikanischen und internationalen Währungs-, Wirtschafts-, Strategie- und Kulturpolitik, wie wir ihn in den USA besonders stark in den letzten 35 Jahren erfahren haben...
Entsprechend schafft die entgegengesetzte Politik - die Förderung eines höheren allgemeinen Lebensstandards der Bevölkerung, verbunden mit systematischem wissenschaftlich-technischem und verwandtem Fortschritt der Erkenntnisfunktionen - eine Bevölkerung, die oligarchischer Tyrannei widersteht, während die Zerstörung der Instrumente des wissenschaftlichen und sonstigen kulturellen Fortschritts die Bevölkerung entmenschlicht und sie immer viehischer macht - so wie es dem Großteil der amerikanischen Bevölkerung, u.a. besonders den heutigen Kindern, seit den großen Schocks der Jahre 1962-65 ergangen ist.
Es gibt viele Fälle in der Geschichte und, aus ihren Artefakten ableitbar, auch in der Vorgeschichte, die veranschaulichen, daß zumindest die meisten der großen Katastrophen, die in der Vergangenheit zum Sturz von Imperien und zur Auflösung von Zivilisationen führten, ein Grundprinzip widerspiegeln: Jede Gesellschaft, die der allgemeinen Richtung folgt, wie sie einflußreiche pro-oligarchische Verschwörungen - wie die von Wells-Russell und die Kabale der Nashville-Agrarier - seit den 50er Jahren verstärkt in Gang gesetzt haben, wird sich damit selbst zerstören.
Der Kern des Arguments läßt sich folgendermaßen zusammenfassen.
Das Beispiel der Amerikanischen Revolution von 1776-89 zeigt, daß eine besser ernährte und ausgebildete, fortschrittlichere Bevölkerung - so wie die Amerikaner jener Zeit bessere Lebensbedingungen und Möglichkeiten hatten als die Völker Europas - die Verantwortung für ihr eigenes Schicksal tragen kann und als ein Volk die geistige Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen übernimmt. Typisch dafür sind sowohl die Unabhängigkeitserklärung von 1776 als auch die Verfassung von 1789, die beide hinsichtlich ihrer inhaltlichen Qualität und Kohärenz allen späteren Verfassungen anderer Nationen überlegen sind. So haben wenige Menschen ein großes Werk geschaffen.
Die aversiven und gefährlichen Bedingungen, die der Jakobinerterror 1789-94, Napoleons Tyrannei und die Unmoral der großen Machtblöcke des nachnapoleonischen Europa unserer jungen Republik auferlegten, sorgten dafür, daß unsere Nation isoliert, unterdrückt und leichter korrumpierbar war. Wir konnten uns von dem moralischen Niedergang, für den die Erweiterung der Sklaverei typisch war, zeitweise erholen - dank Lincolns Sieg über das Böse, für das in den letzten hundert Jahren die Nashville-Agrarier beispielhaft stehen.
Die großen Feinde unserer Nation haben stets versucht, uns zu vernichten, indem sie uns zuerst dazu verleiteten, daß wir uns selbst zerstören - so wie sie dies seit den Krisen von 1962-65 mehr oder weniger erfolgreich getan haben.
In unserer gesamten Geschichte als Republik seit 1776 war die wichtigste Stoßrichtung des Versuchs, uns zu zerstören - ob durch Feinde von außen oder durch Verräter und Irre im Innern - , immer die Propagierung des falschen, radikal empiristischen Dogmas vom "Freihandel". Indem sie uns dazu verleiteten, uns dem "Freihandel" und entsprechenden Dogmen zu verschreiben, haben sie einen großen Teil unserer Volkswirtschaft zerstört, ihr weiteres Wachstum gehemmt und wachsende Teile unseres Volks verarmen lassen - so wie die Institution der Sklaverei auch die geistigen Lebensbedingungen der Nichtsklaven ruinierte und sie gleichzeitig auch physisch ausbeutete.
Lassen wir uns von all diesen schrecklichen Fakten nicht den Mut nehmen. Unsere Einsicht in die unmoralischen Methoden heutiger Menschheitsfeinde wie Elliotts Harvard-Brut lenkt unseren Blick - hoffentlich - auf zwei zwanghafte und tödliche Strategiefehler bei ihnen, die wir potentiell ausnutzen können. Indem sie der Gesellschaft die Mittel nehmen, von denen deren Stärke abhängt, machen sie die Gesellschaft, über die sie herrschen wollen, entsprechend anfälliger für ihren eigenen Ruin - sei er von selbst ausgelöst oder von außen aufgezwungen oder eine Kombination von beidem. Genau diese Entwicklung sehen wir heute in den USA, in der früheren Sowjetunion, in West- und Mitteleuropa, in Afrika und in ganz Nord- und Südamerika.
Kurz, die Leute in den Fußstapfen von Wells, Russell, Elliott usw. sind wild darauf fixiert, in das Boot, das sie so hassen, ein Loch zu schlagen; nur übersehen sie dabei, daß sie mit dem Boot höchstwahrscheinlich selbst mit untergehen werden. Oder - wie Russell einmal zu erkennen gab - es ist ihnen lieber, daß die ganze Welt zum Teufel geht, als daß sie in einer Welt leben müßten, in der die amerikanische intellektuelle Tradition herrscht. Man betrachte hier nur gegenwärtige faschistische Militärdiktatur in Israel, die so fanatisch entschlossen ist, ihre Pläne zu verwirklichen, daß sie scheinbar lieber in den selbstverschuldeten Untergang rast, als auch nur darüber nachzudenken, unter welcher alternativen Politik ein vernünftiges Israel überleben könnte. Elliotts Mannschaft, und die wahrhaft fanatischen Anhängern von Wells und Russell, wünschen scheinbar nichts sehnlicher als die Ekstase, auf dem Wagnerianer-Scheiterhaufen ihrer eigenen Götterdämmerung zu verbrennen.
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