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Aus der Neuen Solidarität Nr. 11/2003
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Zwischenruf
Gedankenloser Sprachgebrauch
In diesen Tagen ist fast nur noch von "Behinderten" die Rede, wenn das Für und Wider von PID und Klonen, die vermeintlichen Heilungsversprechen embryonaler Stammzellenforschung für "Behinderte" diskutiert wird. Käme indes jemand auf die Idee, von dem oder den "Gesunden" zu sprechen? Ein "Behinderter" ist wie ein "Gesunder" zunächst einmal ein Mensch.
Einigen wir uns also doch bitte darauf, sofern diese Differenzierung nötig ist, von einem behinderten oder einem kranken Menschen zu sprechen. Ein anderes Sprachgebaren begünstigt - gewollt oder nicht - ein Menschenbild, das behinderte Menschen auf ihre Behinderung reduziert. Dies ist in Zeiten von Peter Singer und anderen Bioethikern keine harmlose oder gedankenlose Nachlässigkeit, sondern kann für die betroffenen Menschen lebensgefährliche Implikationen haben.
Zudem begünstigt solch eine nur scheinbar "nebensächliche" Gedankenlosigkeit die Erosion der eigenen wie auch der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Wachsamkeit.
jut