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Aus der Neuen Solidarität Nr. 16/2003

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LaRouche-Jugendbewegung konfrontiert Straussianer

Woolsey und der Vierte Weltkrieg

Ein Versuch der amerikanischen Kriegspartei, an US-Universitäten für ihre Idee des "permanenten Krieges" zu werben, scheiterte an der entschlossenen Gewitztheit einer Gruppe junger Leute.

Eine "Wahrheitsbrigade" der LaRouche-Jugendbewegung nutzte am 2.April LaRouches messerscharfe Analyse der Ideologie der amerikanischen Kriegsfraktion, um bei einer Veranstaltung der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) die Lügen der Drückebergerfalken bloßzustellen. Erstaunlicherweise waren sie eher bereit, ihre perverse Politik, einen neuen Weltkrieg zu entfachen, offen kundzutun, als die Tatsache, daß sie Anhänger des faschistischen Leo-Strauss-Kultes sind, der in Washington den Ton angibt.

Die Veranstaltung an der UCLA war der Beginn einer nationalen Vortragsreihe an zahlreichen amerikanischen Hochschulen mit dem Titel "Amerikaner für den Sieg über den Terror". Das Thema lautete "Ein teach-in über die Befreiung durch den ,Regimewechsel' in Bagdad und anderswo", es sprachen Paul Bremer, William Bennett und James Woolsey. Von diesen dreien hielt Woolsey, ehemaliger CIA-Chef unter Präsident Bill Clinton, sich am wenigsten zurück. Woolsey ist heute Mitglied in Rumsfelds Verteidigungspolitischem Beirat im Pentagon und einer der fanatischsten Verfechter eines permanenten Krieges.

"Ich persönlich", begann er seine Rede, "mag dieses Gerede über den ,Krieg gegen den Terror' überhaupt nicht. Ich ziehe die Formulierung meines Freundes Elliot Cohen vor, daß das, was wir jetzt beginnen, richtiger als der Vierte Weltkrieg bezeichnet werden muß - der Dritte Weltkrieg war der Kalte Krieg. Dieser Krieg, der Vierte Weltkrieg, wird länger dauern als der Erste Weltkrieg oder der Zweite Weltkrieg."

Woolsey fuhr fort: "Gegen wen werden wir kämpfen? Zunächst einmal gegen die islamistischen Schiiten, die mit der Hisbollah zusammenhängen, gegen die wir schon seit 25 Jahren Krieg führen; zweitens gegen die faschistische Ba'ath-Partei, gegen die wir seit zwölf Jahren Krieg führen; und drittens gegen die Moslems, die sich als Sunniten maskieren, gegen die wir seit den 90er Jahren Krieg führen. ... Wenn die islamistischen Schiiten im Iran noch einen Funken Verstand übrig haben, dann wird ihnen klar werden, daß sie die Frauen, die Studenten und sogar einige der Ajatollahs verloren haben. Sie müssen sich fühlen wie der Kreml 1988."

Dann sattelte Woolsey noch eins drauf: "Nun, es wird viele nervös machen, wenn wir die Demokratie weiter verbreiten. Die Mubaraks, die Saudis sagen bereits: ,Ihr Amerikaner macht uns nervös mit eurem Gerede.' Was sollen wir ihnen antworten? Unsere Antwort sollte lauten: ,Gut so! Wir wollen, daß ihr nervös seid. Unser Land marschiert, und wir sind auf der Seite derjenigen, die ihr am meisten fürchtet - eures eigenen Volkes.'"

Nachdem ihm William Bennett - ein bekanntes, neokonservatives Mitglied der Regierung Reagan - mit einigen Komplimenten gedankt hatte, ergriff die LaRouche-Jugend in der Diskussion das Wort. Die erste Frage an Bennett war bereits ein Volltreffer. Bennett wurde aufgefordert, zu seiner seltsamen Beziehung zu dem Naziverehrer Leo Strauss Stellung zu nehmen. Bennett war irritiert, und bestritt, jemals etwas von Leo Strauss gelesen zu haben.

Der zweite Fragesteller hakte nach: "Ich bin schockiert, daß Sie bestreiten, ein Straussianer zu sein. Ich habe die Mitschrift einer Diskussion, in der Sie sich selbst als Straussianer bezeichnen. Auch Wolfowitz, Perle, Rumsfeld sind Straussianer. Leo Strauss war ein Schüler der Nazis Martin Heidegger und Carl Schmitt, die anstelle des sokratischen Begriffs der Gerechtigkeit die Idee des Thrasymachos vertraten, daß der Mächtige bestimmt, was Recht ist. Wie können Sie sich mit denjenigen einlassen, die wie Thrasymachos das Recht des Stärkeren vertreten, aber gleichzeitig behaupten, daß sie die Unabhängigkeitserklärung verteidigen, die auf dem sokratischen Begriff der Gerechtigkeit beruht?"

An diesem Punkt wandte Bennett sich genervt an den Moderator der Veranstaltung: "Vielleicht kann der Exekutivdirektor unseres Projekts ihnen helfen." Dieser erhob sich auf dem Podium, und platzte los: "Ich war Schüler eines führenden Schülers von Leo Strauss, und ich schäme mich nicht, das zuzugeben."

Aha! Der Exekutivdirektor des Projektes gab also zu, ein Straussianer zu sein, während die geladenen Redner bestritten, je etwas von Leo Strauss gehört zu haben! Nach der Veranstaltung kamen noch mehr zutage. Einer der LaRouche-Aktivisten sagte zu Woolsey vor laufenden Fernsehkameras: "Herr Woolsey, ich gehöre zur LaRouche-Jugendbewegung. LaRouche wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein, und er wird alle Drückebergerfalken aus der Regierung entfernen."

Woolsey antwortete: "LaRouche ist die Opposition." Dann kam auch noch Bennett vorbei, verwirrt und mit rotem Gesicht. Der LaRouche-Aktivist rief ihm zu: "Warum haben Sie bestritten, Anhänger von Leo Strauss zu sein?" Bennett antwortete: "Einige meiner besten Freunde sind Straussianer!"

Die Moral von der Geschichte: Diese Leute sind Narren, man kann sie bloßstellen. Warum soll man ihnen nicht das Handwerk legen können?

Nick Walsh

 

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