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Aus der Neuen Solidarität Nr. 16/2003
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Friedenskonzert in Rom
"Mozart, Beethoven und der Frieden" war das Thema eines Friedenskonzertes, das am 7.April an der römischen Universität La Sapienza anläßlich ihres 100jährigen Bestehens gegeben wurde. Der Dirigent war Riccardo Muti von der Mailänder Scala.
Die Feier, die der italienische Fernsehsender TV La7 live übertrug, wurde zunächst von einigen Friedensdemonstranten gestört, die mit Bannern "Ohne Frieden keine Party" gegen die Veranstaltung protestierten. Während sie den Konzertsaal besetzten, gab der frühere Premierminister, Sen. Giulio Andreotti, der sich unter den Gästen befand, ein Interview, in dem er erklärte, er stimme völlig mit den Slogans gegen den Krieg im Irak überein, aber die Demonstranten sollten sich doch lieber das Konzert und Mozart anhören.
Der Gastgeber kündigte das Programm an (Mozarts Gran Partita für Bläser und seine Jupiter-Sinfonie), dabei zitierte er eine Textstelle über Frieden und Brüderlichkeit aus Mozarts Oper Die Zauberflöte. Das Adagio aus Mozarts Gran Partita sei eine der schönsten Passagen, die Mozart geschrieben habe, sagte er, und sehr geeignet, den Schmerz über diesen Krieg auszudrücken.
Anschließend trat der Dirigent, Riccardo Muti, ans Mikrophon und erklärte den demonstrierenden Studenten, das Orchester der Scala sei das erste gewesen, das nach dem Krieg in Sarajewo aufgetreten sei. Sie hätten ein Minenfeld überqueren müssen, um in den Konzertsaal zu gelangen und Beethovens 9.Sinfonie spielen zu können. Die Scala spiele für den Frieden, wo immer es Konflikte gebe, und aus diesem Grunde werde das Orchester demnächst ein Konzert in Ägypten geben. In der Mailänder Scala spiele man derzeit Beethovens Fidelio und widme diese Aufführungen dem Frieden, da dies die Botschaft Beethovens und seines Fidelio sei, der gegen die Tyrannei gekämpft habe. Dann sagte Muti den Demonstranten: "Entweder ihr setzt euch jetzt und hört zu, oder wir kehren zurück zu unserem Fidelio." Und siehe da, sie setzten sich und hörten sich Mozarts Musik an.
lil