Der Plan und die Wirklichkeit: Es ist eine alte Binsenweisheit, daß kein Kriegsplan das erste Zusammentreffen mit dem Feind überlebt. Doch was den Amerikanern jetzt passierte, ist noch viel schlimmer. Um den Krieg der eigenen Bevölkerung und der Welt zu verkaufen, malten Bush und Co. das Bild einer einfachen "chirurgischen Operation," bei der die Amerikaner mit voller Kraft auf Bagdad losmarschieren. Die irakische Bevölkerung will ihren grausamen Diktator loswerden und begrüßt die Befreier voller Freude. Die Schiiten im Süden lassen Reis auf sie niederregnen. Saddam wird getötet. Das Regime kollabiert wie ein Kartenhaus. Die Amerikaner ziehen im Triumph in Bagdad ein. Ende. Die ganze Angelegenheit wird eine Woche dauern - höchstens: Keine Toten, keine Gefangenen.
Bush und seine Leute logen nicht. Sie glaubten wirklich, daß dies passieren würde. Wie immer gelang es den "Experten", sich selbst etwas einzureden. Sie entwarfen einen imaginären Lageplan und gründeten darauf ihre Pläne. Jetzt stießen sie auf die Wirklichkeit. In ihrer Geringschätzung des Feindes unterließen sie es z.B., die Kommunikationslinien abzusichern, so daß es am Ende für die Truppe keine adäquaten Vorbereitungen der Kämpfe gab. Nach einem schnellen Vorrücken durch die Wüste, so die rein logistische Planung, erreichte man die Gegend um Bagdad und dachte, alles andere würde sich dann von selbst ergeben.