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Aus der Neuen Solidarität Nr. 17/2003 |
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Berlin
Inmitten des Irakkrieges wurde der amerikanischen Bürgerrechtlerin Amelia Boynton Robinson in Berlin ein herzlicher und respektvoller Empfang bereitet. Die frühere enge Mitarbeiterin von Martin Luther King war in die Stadt gekommen, um dem "anderen Amerika" Gehör zu verschaffen, und das gelang ihr in überzeugender Weise. Sie hatte auf drei öffentlichen Veranstaltungen Gelegenheit, ihre entschiedene Ablehnung des gegen jedes Völkerrecht verstoßenden Angriffskriegs auf den Irak darzustellen: am 28.März in der Zwölf-Apostel-Gemeinde in Tiergarten und am 30.März im Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum in Neukölln und im Pakistanischen Kulturzentrum in Moabit.
Die Veranstalter aller drei Versammlungen würdigten Amelia Boynton Robinsons lebenslangen Kampf für die Menschenrechte und stellten es als nachahmenswertes Vorbild für jeden hin, daß man auch mit über 90 Jahren noch so tatkräftig für den Frieden kämpfen könne. Angesichts der Kriegslage honorierten die Zuhörer es mit großem Beifall, als Frau Robinson erklärte, sie sei stets "zuerst Mensch und dann Amerikanerin". Sie warnte davor, die Kriegsberichte in den Medien für bare Münze zu nehmen, vor allem sei es eine durchsichtige Propagandalüge, daß angeblich eine Mehrheit der Amerikaner den Krieg unterstütze. Das Gegenteil sei der Fall.
In bewegenden Worten zog sie die Parallele zwischen dem Kampf um die Bürgerrechte der Schwarzen in den 50er und 60er Jahren in Amerika und dem heutigen Kampf für eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung. Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die nach dem Mord an Martin Luther King 1968 zerfallen sei, finde heute eine Fortsetzung in der Person von Lyndon LaRouche, der "die verlorenen Teile wieder aufgesammelt und den Geist der Bürgerrechtsbewegung jetzt weltweit wiederbelebt hat".
Alle ihre Auftritte waren ein aktiver Dialog der Kulturen über alle religiösen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Am Ende der Veranstaltung im Pakistanischen Kulturzentrum stellte einer der Veranstalter fest, daß die christliche Weltanschauung, die Amelia verkörpere, vollkommen mit den Grundansichten des Islam übereinstimme, und fragte sie, warum sie nicht Muslimin würde.
Hessen
Unter diesem Motto tritt Alexander Hartmann zu den Wiesbadener Oberbürgermeisterwahlen am 11.Mai als Kandidat der BüSo an. Inzwischen ist der Wahlkampf in die heiße Phase eingetreten: Am 3. April stellte der Kandidat sich selbst und sein Programm vor, inzwischen sind Plakate aufgestellt und auch die Massenmedien zeigen Interesse.
Das vielgelesene Wochenblatt Blitztip, das allen Haushalten der Landeshauptstadt zugestellt wird, lud den Kandidaten am 14.April zu einer Telefonsprechstunde ein, und berichtete am 16.April darüber. Zunächst habe sich eine Anruferin über eine kräftige Mieterhöhung im ehemals sozialen Wohnungsbau beschwert. ",Grundsätzlich bedarf es hier zunächst einer rechtlichen Überprüfung... ob die Erhöhung gerechtfertigt ist', so Hartmann. Generell spricht sich aber die BüSo gegen die in den letzten Jahren begonnene Umwandlung der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften aus, die natürlich auch dazu geführt hat, daß die Mieten daraufhin stark angestiegen sind, und will diese Gemeinnützigkeit wieder herstellen. Welchen Einfluß man als OB auf die Bundespolitik habe, wollte eine weitere Anruferin von Alexander Hartmann wissen. ,Als Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt verfügt man über die entsprechenden Kontakte, um seine Ideen und Anschauungen bundesweit geltend zu machen. Eines der Ziele der BüSo ist ja auch, eine Gesamtlösung für die Weltwirtschaft zu finden', führte Hartmann im Gespräch aus, ,das kann man natürlich nur auf der bundespolitischen Ebene."
Nordrhein-Westfalen
Großes Interesse und Diskussionsbedarf besteht zur Zeit auch bei den Mitgliedern der BüSo und den Lesern der Neuen Solidarität über die Politik der Kriegsfraktion um Präsident Bush in den USA. Die Ungeheuerlichkeiten der amerikanischen Außen- und (Un-)Sicherheitspolitik bereiten den meisten Deutschen großes Kopfzerbrechen. Sie fühlen sich hin- und hergerissen zwischen grundsätzlicher Sympathie mit Amerika und Antipathie gegenüber Bush & Co. Deshalb ist es besonders wichtig, sich intensiv mit dem Widerstand in der amerikanischen Politik zu beschäftigen, der sich nicht darauf reduziert, gegen den Krieg zu sein. Amerika müsse sich wieder an seinen Grundfesten, der Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung, orientieren, um die Wirtschaftskrise im eigenen Land zu lösen und das Vertrauen in der Welt zurückzugewinnen, sagte William Wertz vor einem hochinteressierten Publikum auf Veranstaltungen in Köln und Bonn.
Wertz ist langjähriger Mitarbeiter von Lyndon LaRouche. Er gehört zu den Personen, die wie LaRouche Ende der 80er Jahre Opfer politischer Prozesse wurden und Jahre für ihre Überzeugungen in amerikanischen Gefängnissen gesessen haben. Detailliert erklärte Wertz dem aufmerksamen Publikum, was das "wahre Amerika" ist. Ausgehend von den Prinzipien der Präambel der Verfassung, in der das Gemeinwohlprinzip, die Souveränität und die Zukunft der kommenden Generationen im Zentrum stehen, erläuterte er die Wirtschaftspolitik des "amerikanischen Systems" von Hamilton, Carey, Lincoln, F.D. Roosevelt und LaRouche. Diese Prinzipien reflektierten sich in der Außenpolitik in einer Prinzipiengemeinschaft zwischen Nationen, wie sie von John Quincy Adams entwickelt wurde und heute von LaRouche gefordert wird.
Im Zentrum dieser Politik stehe das Konzept der eurasischen Landbrücke und die Reform des internationalen Finanzsystems. Wertz berichtete ausführlich über die Rolle von LaRouches Jugendbewegung in dem Widerstandskampf in Amerika. Eine täglich wachsende Gruppe von mehreren hundert Jugendlichen konfrontiere im ganzen Land Politiker, Professoren, Gewerkschafter und Bürger mit der Gefahr einer faschistischen Machtübernahme in ihrem Land durch Personen wie Wolfowitz, Perle, Cheney, Rumsfeld u.a. Diese Bewegung sei die wirkliche Hoffnung Amerikas, meinte Wertz.
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