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Aus der Neuen Solidarität Nr. 23/2003 |
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250 Politiker, Wissenschaftler, Studenten und diplomatische Vertreter trafen sich im südindischen Bangalore zu einer internationalen Konferenz, um die Weltlage nach dem Irakkrieg zu diskutieren. Lyndon LaRouche war einer der Hauptredner.
Ende Mai besuchte der amerikanische Oppositionspolitiker und demokratische Präsidentschaftsbewerber Lyndon LaRouche die Wirtschaftsmetropole Bangalore in Süd-Indien. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand die Teilnahme an einer internationalen Konferenz über die "Weltlage nach dem Irakkrieg" am 26. und 27. Mai, auf der er eine Grundsatzrede zur amerikanischen Außenpolitik hielt. Die Konferenz wurde unter Mitwirkung des Vorsitzenden des Indischen Zentrums für Soziale Gerechtigkeit, Chandrajit Yadav, und der Vorsitzenden des internationalen Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche organisiert.
Shri K. Natwar Singh, Abgeordneter des indischen Bundesparlaments in Delhi, hielt die Eröffnungsrede. Natwar Singh ist ein ehemaliger Minister der indischen Regierung und eine führende Persönlichkeit der Kongreßpartei. Er war Generalsekretär der Bewegung Blockfreier Staaten (NAM), als Indira Gandhi 1983 Gastgeberin des Gipfels der Blockfreien in Delhi war. Es gehe darum, "die Kräfte des Multilateralismus zu stärken und den Einfluß des Unilateralismus zu mindern," sagte Singh. In diesem Sinne müsse man im Dialog auf Amerika einwirken und dabei mit Rußland, China, Frankreich, Deutschland und anderen Staaten zusammenarbeiten.
"Was die Welt heute braucht, ist keine Pax Americana, sondern eine Pax Planetica. Wir hatten die Pax Romana, wir hatten die Pax Britannica und jetzt die Pax Americana. Aber wenn die Welt ein friedlicher Ort sein soll, wo alle in Frieden und Freundschaft zusammenleben, und wo keine einzelne Macht oder Gruppe von Mächten die anderen Mächte beherrscht, sondern wichtige Fragen durch Diskussion geregelt werden, dann müssen die Vereinten Nationen gestärkt werden." Es gehe nicht um Konfrontation mit den USA, erklärte Natwar Singh, sondern "wir müssen es schaffen, unsere amerikanischen Freunde zu überzeugen, daß es eine andere Sicht der Dinge gibt, daß Macht nicht gleich Recht ist, und daß sich in dem, was wir sagen, die höheren Ideale der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung widerspiegeln."
Natwar Singh stellte dann den Hauptredner der Konferenz Lyndon LaRouche vor, der sich um die Nominierung der Demokratischen Partei für den Präsidentschaftswahlkampf 2004 bewerbe. LaRouche präsentierte eine mutige, nichts beschönigende Analyse der Lage in den Vereinigten Staaten. Eine Clique um den US-Vizepräsidenten Dick Cheney, die eine faschistische Politik verfolge, habe in Washington die Macht ursupiert, wenn auch noch nicht konsolidiert, und kontrolliere den Präsidenten. Man werde an das Jahr 1933 in Deutschland erinnert, als inmitten der Weltwirtschaftskrise anglo-amerikanische Finanziers und Hjalmar Schacht Hitler an die Macht hievten. Als Ende Januar 1933 in Deutschland die Regierung Kurt von Schleichers gestürzt und Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, "hielten die Leute das für einen schlechten Witz", sagte LaRouche. Den Reichstagsbrand, der zum Ermächtigungsgesetz und zur Konsolidierung der Nazi-Diktatur führte, verglich er mit den Anschlägen vom 11. September 2001.
"Die checks and balances der amerikanischen Verfassung wurden umgangen, um den Irak-Krieg in Gang zu bringen", sagte LaRouche. Er beschrieb seinen Kampf gegen die Kriegsfraktion und ihre verfassungswidrigen Methoden während der vergangenen Monate. Der Irakkrieg sei illegal und unmoralisch. Eine Katastrophe komme auf die Welt zu, wenn nicht die Bestrebungen von Cheney, Rumsfeld oder Wolfowitz gestoppt würden.
Aber der Staatsstreich dieser Kriegsfraktion sei noch nicht konsolidiert, fügte LaRouche hinzu. Rumsfelds Versuch, den militärischen und zivilen und Apparat des Pentagon gleichzuschalten, habe nun den lange überfälligen Widerstand von Kongreß und Senat mobilgemacht. Und diesen Widerstand gelte es jetzt, auch von außerhalb der USA, nach Kräften zu unterstützen. LaRouche rief dazu auf, erneut den Einsatz zu zeigen, den die Länder der Blockfreien Bewegung mit ihrem Gipfel 1976 in Colombo (Sri Lanka) gezeigt hatten, als es darum ging, die Welt auf den Weg echter wirtschaftlicher Entwicklung zu bringen. Jetzt gehe es darum, konsequent für eine Neue Weltwirtschaftsordnung, ein Neues Bretton Woods und eurasische Kooperation einzutreten.
Chandrajit Yadav, Hauptorganisator der Konferenz, begrüßte die auf der Konferenz vertretenen Gäste aus dem Ausland und aus verschiedenen Bundesstaaten Indiens, so aus Neu Delhi, Uttar Pradesh, Weltbengalen, Bihar, Hyderabad und Madhya Pradesh. Yadav wies auch darauf hin, daß LaRouche die meisten Wahlkampfspenden erhalten habe, was seine breite Unterstützung in der amerikanischen Bevölkerung unterstreiche. Bangalore, die indische "Stadt der Gärten" und Zentrum für Wissenschaft und Hochtechnologie, so Yadav, werde künftig auch bekannt werden als die "Stadt des Friedens und der Harmonie".
Bangalore werde zum Ausgangspunkt einer neuen weltweiten Bewegung werden, die die Entwicklung der Nationen zum Hauptthema der internationalen Politik macht, erklärte Helga Zepp-LaRouche. Sie sprach am 27. Mai zu den Konferenzteilnehmern über den Dialog der Kulturen und Religionen. Ihre Ausführungen über die große indische Kultur im tausendjährigen Dialog mit den Kulturen Europas und Chinas beeindruckten vor allem die jüngeren Konferenzteilnehmer.
Die Vorsitzende der indischen Kongreßpartei Sonia Gandhi übermittelte der Konferenz ihre Grüße und wünschte viel Erfolg. Shri T.N. Chaturvedi, der Gouverneur des Bundesstaates Karnataka, in dem Bangalore liegt, war Gast der Konferenz am 26. Mai. Der amtierende Ministerpräsident des Bundesstaates Karnataka, schickte ebenfalls eine Grußbotschaft. Shri K.H. Rangnath, Mitglied der Regierung von Karnataka, leitete die Konferenz. Anwesend waren seine Ministerkollegen Shri Dharam Singh, Shri A. Krishnappa und Shri Mahadev. Neben Parlamentsabgeordneten, Professoren aus Neu-Delhi und Bangalore, sowie Vorsitzenden von Frauenorganisationen nahmen auch viele Pressevertreter an der Konferenz teil. Zu den ausländischen Gästen und Konferenzrednern gehörten der Ägypter Nouri A.R. Hussain, Generalsekretär der afro-asiatischen Peoples' Solidarity Organisation mit Sitz in Kairo und hochrangige Vertreter der chinesischen Botschaft in Delhi. Auch der bekannte indische Militärpublizist Jasjit Singh hielt eine Rede.
Auf der Konferenz in Bangalore wurden die strategischen Diskussionen weitergeführt, die auf der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts "Wie eine bankrotte Welt wiederaufgebaut werden kann" in Bad Schwalbach Ende März begonnen worden waren. Dem Beispiel der "Bad Schwalbacher Erklärung: Diesem Krieg muß Einhalt geboten werden" vom 23. März folgend wurde eine "Erklärung von Bangalore" abgefaßt. Dabei kommt dem schnellen Anwachsen der weltweiten politischen Jugendbewegung ein besondere Bedeutung zu, was auch durch die Anwesenheit vieler Studenten unter den 250 Konferenzteilnehmern in Bangalore unterstrichen wurde. Als eine führende indische Jugendorganisation war die Nehru Bal Sangh vertreten. Sie gehört dem Zentrum für Soziale Gerechtigkeit an, das sich an den Idealen des ersten indischen Premierministers Jawaharlal Nehru orientiert. Die verschiedenen Jugendbewegungen sollten sich zusammentun und ein internationales Jugendforum für den Frieden und Entwicklung schaffen, meinten junge Konferenzteilnehmer in Bangalore.
Welchen Einfluß die Konferenz hatte, zeigte sich eindruckvoll an einem ersten Bericht im Nationalen Fernsehen Udaya am 26. Mai. Dort hieß es, während der indische Premierminister A.B. Vajpayee seinen Staatsbesuch in China vorbereite, finde eine Konferenz über Frieden und Entwicklung in Bangalore statt, die von großer Bedeutung für diese beiden großen Nationen sei. In den Tagen darauf erschienen durchweg positive Berichte über die Konferenz in führenden indischen Zeitungen wie The Hindu, The Times of India
The Asian Age, und Decan Herald. Hinzu kamen Berichte in einer ganzen Reihe regionaler Zeitungen und Fernsehstationen in den verschiedenen indischen Bundesstaaten.
Mary Burdman
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