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Aus der Neuen Solidarität Nr. 24/2003 |
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Köln, 2. Juni 2003. - In der heutigen ARD-Sendung "Report" (Montag, 21.00 Uhr) fordern Wissenschaftler, teure medizinische Leistungen für Ältere ab 75 Jahren nicht mehr zu finanzieren. Dazu erklärt der Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund Dr. Frank Ulrich Montgomery:
Die Forderung, älteren Menschen aus Kostengründen keine teuren medizinischen Leistungen zu gewähren, ist an Menschenverachtung kaum zu überbieten. Wir Ärztinnen und Ärzte werden nicht zulassen, daß Mitmenschen früher sterben müssen, nur weil sie älter sind. Wir sind auch keine Anwälte der Krankenkassen, die prüfen, was betriebswirtschaftlich, volkswirtschaftlich oder gar besser für die Kassenlage ist.
Es ist geradezu beschämend, wenn ausgerechnet auch ein Theologe (Prof. Joachim Wiemeyer) bestimmten Bevölkerungsgruppen das Recht auf menschenwürdiges Leben absprechen will. Diese entsetzliche Forderung nach Kostenersparnis im Sozialwesen ist das Ergebnis einer populistischen Rationierungsdebatte der politischen Entscheidungsträger. Diese wird insbesondere in der momentanen gesundheitspolitischen Reformdebatte deutlich. Anstatt mit strukturellen Reformen dem defizitären Gesundheitssystem entgegenzutreten, ist es Mode geworden, auf dem Rücken der sozial Schwächsten Sozialabbau betreiben zu wollen.
Marburger Bund, Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
Berlin, 2. Juni 2003. "Die Einführung von Altersgrenzen für medizinische Behandlung erinnert an Euthanasie unter anderen Vorzeichen. Wenn wir hier nicht unmißverständlich über die Gefahren für eine dem Humanismus verpflichtete Gesellschaft aufklären, verkommt die Würde des Menschen zum bloßen Konjunktiv", mahnte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe angesichts der Forderung einiger Wissenschaftler nach Altersgrenzen für aufwendige medizinische Leistungen. Ärzte seien dem Leben verpflichtet, der Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit und der Linderung von Schmerzen. "Wir werden uns nicht in einen Ökonomisierungswahn des Gesundheitswesens hineinziehen lassen", betonte Hoppe. "Daß diese Diskussion so möglich geworden ist, zeigt, in welcher ethischen Schieflage wir uns bereits befinden. Wir werden dagegen angehen und deutlich machen, daß wir dem ärztlichen Ethos verpflichtet bleiben."
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