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Aus der Neuen Solidarität Nr. 29-30/2003

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Dortmunder Erklärung

Wirtschaftswachstum schaffen durch produktive Kreditschöpfung

Im Wortlaut. Auf dem Mittelstandsseminar des Schiller-Instituts am 2. Juli in Dortmund verabschiedeten die anwesenden mittelständischen Unternehmer die folgende Erklärung.

Die Ursache der schweren Wirtschaftskrise, die nicht erst seit dem Platzen der völlig illusionären "Neuen Ökonomie" vor allem den Mittelstand - das Herzstück der deutschen Wirtschaft - direkt in seiner Existenz bedroht, ist in erster Linie systemischer Natur. Deshalb schlagen wir mittelständischen Unternehmer vor, die bewährten Maßnahmen zu ergreifen, die zur Überwindung einer schweren Krise unter Depressionsbedingungen notwendig, ja unerläßlich sind. Wir tun das nicht nur aus unmittelbarer Sorge um unsere Betriebe, die dort bedrohten Arbeitsplätze und unsere Familien, sondern vor allem auch deshalb, weil wir uns der Förderung des Gemeinwohls verpflichtet fühlen.

Wie die aktuellen Beispiele - vor allem die USA und Großbritannien - zeigen, hat das neoliberale Modell versagt; sein "Krisenmanagement" ist sogar völlig kontraproduktiv. Sowohl eine drakonische Sparpolitik zur "Haushaltskonsolidierung", wie eine steigende Verschuldung zur Ankurbelung des Konsums, und erst recht der Abbau der für die Aufrechterhaltung der Menschenwürde unerläßlichen sozialen Sicherungssysteme führen zunehmend zur Zerstörung des Teils der Gesellschaft, von dem unser aller Zukunft abhängt: der produktiven Wirtschaft und ihrer qualifizierten Arbeitskraft.

Diesen Teil unserer Gesellschaft - eine echte Gemeinschaft von Produzenten - gilt es unter allen Umständen zu erhalten, zu stärken und weiter auszubauen. Wir müssen investieren, um uns aus der Krise "herausproduzieren" zu können. Wir brauchen den Lautenbach-Plan, die Umsetzung des Konzepts der "produktiven Kreditschöpfung"!

Das heißt:

Damit kann dann aber auch endgültig das Tor zu einer "neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung" weit aufgestoßen werden, wobei die exportintensive europäische Wirtschaft - mit Deutschland und seinem mittelständischen Maschinenbau als ihrem Motor - die Rolle einer zugkräftigen "Lokomotive der Weltwirtschaft" spielen kann. Die enormen wirtschaftspolitischen Erfolge der führenden Länder Asiens - trotz weltweiter Wirtschaftsdepression erzielte China seit 1999 realwirtschaftliche Wachstumsraten von 8% jährlich, Indien immerhin von 6% - zeigen, daß der infrastrukturelle Ausbau der "Eurasische Landbrücke" von asiatischer Seite energisch vorangetrieben wird. Der "Tremonti-Plan" bietet die einmalige Chance, das gleiche auch hier in Europa zu tun. Diese Politik wird um so erfolgreicher sein, wenn Europa wie in der besten humanistischen Tradition der Renaissance großzügig die hier entwickelten Ideen und Technologien mit der ganzen Welt teilt, so daß es über den bloßen Güteraustausch hinaus zu einem echten "Technologietransfer" kommt - besonders auch mit dem Entwicklungssektor. Damit können wir Europäer einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung dessen leisten, was die menschenwürdige Zukunft von uns und allen zukünftigen Generationen garantiert: "Frieden durch Entwicklung!"

 

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