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Aus der Neuen Solidarität Nr. 32/2003 |
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Nach intensiven Beratungen der derzeitigen Situation, die Liberia heimgesucht hat, stimmen die Delegierten verschiedener europäischer liberianischer Organisationen darin überein, daß die Rolle von Liberianern in der Diaspora beim Erreichen von Frieden und Sicherheit im wesentlichen darin bestehen sollte:
Als Interessenvertretung Liberias in den Niederlanden, bei den einzelnen europäischen Regierungen, der Europäischen Union, der Internationalen Kontaktgruppe für Liberia und der Weltgemeinschaft zu wirken, um unserem kriegsgeschüttelten Land völligen Frieden und Stabilität zu bringen. Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß dazu folgende Probleme umgehend gelöst werden müssen:
1. Frieden
2. Sicherheit
3. Entwicklung.
Um Frieden zu erreichen, muß sofort eine bedingungslose Feuerpause vereinbart und eine Übergangsregierung gebildet werden. Darüber hinaus fordern wir den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe. Wenn zwischen heute und dem 2. August 2003 bei den andauernden Friedensgesprächen im ghanaischen Accra keine Einigung erzielt werden kann, fordern wir, daß die Weltgemeinschaft eine "Treuhänder"-Regierung bildet, von der wir glauben, daß sie dem blinden Morden und der Zerstörung seitens der Rebellen und der Regierungsstreitkräfte Einhalt gebieten kann.
Wir fordern die umgehende, bedingungslose und völlige Entwaffnung aller Fraktionen, einschließlich der Streitkräfte Liberias, aller paramilitärischen Einheiten und Milizen. Anschließend sollte eine umgehende Demobilisierung und Abgabe der Waffen erfolgen. Aus diesem Grunde muß eine Kommission für Wahrheit und Versöhnung einberufen werden. Die Rehabilitation und Reintegration von früheren Kämpfern sowie die Wiedereinführung eines Waffenembargos muß umgesetzt werden.
Institutionelle sowie allgemeine Bildung und Erziehung sowie Ausbildung für die gesamte liberianische Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung der früheren Kämpfer und der Opfer.
Ressourcen: Hilfe zur Wiederinkraftsetzung der Sanktionen auf den Export der Rohstoffe und Bodenschätze des Landes. Illegale Käufe und der Export dieser Rohstoffe sollte strafrechtlich verfolgt werden.
Einstellung der geopolitischen Einmischung, um wirtschaftliche Vorteile und Kontrolle zu erlangen.
Reorientierung der Weltwirtschaft, so daß unsere internen wirtschaftlichen Veränderungen akzeptiert werden, da Liberia als vom Krieg zerstörtes Land in den ersten fünf Jahren wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen ergreifen muß, die bestimmten Auflagenstandards des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank widersprechen, die aber im Interesse der wirtschaftlichen Erneuerung Liberias liegen.
Die in der Diaspora (vor allem in der Europäischen Union) lebenden Liberianer sind bereit, mit der Weltgemeinschaft bei der reibungslosen Umsetzung dieser Schritte mitzuarbeiten, indem sie sich direkt vor Ort und an friedensbildenden Aktivitäten beteiligen. Zu solchen Aktivitäten könnten die Verteilung von Nahrungsmitteln, die Errichtung von Treffpunkten zwischen früheren Kämpfern und ihren Opfern gehören, um den in den liberianischen Kriegen zu Opfern gewordenen und mißbrauchten Frauen und Kindern die Notwendigkeit deutlich zu machen, ihre Leiden zu verarbeiten. Dies würde neben vielen anderen Aktivitäten unserem Volk helfen, den Friedensprozeß aufzubauen.
Unterzeichnet und bestätigt von:
Abraham Tiaquicyl, Vorsitzender der Liberianischen Vereinigung in Holland
Abdullah Kromah, Vertreter der Liberianischen Vereinigung in Belgien
Elvis G. Morris, Vorsitzender der Liberianischen Vereinigung in Frankreich
James Bartee, Vorsitzender der Liberianischen Vereinigung in Schweden
Kimba Koilor, Vorsitzender der Liberianischen Vereinigung in Deutschland
Musa Zuanah, Vorsitzender der Liberianischen Vereinigung in England
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