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Aus der Neuen Solidarität Nr. 35/2003
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Eine kurze Definition des Synarchismus
Von Lyndon LaRouche
"Synarchismus" ist die im 20. Jahrhundert angenommene Bezeichnung für eine geheime Freimaurersekte, die sog. Martinisten, die der Tradition von Kaiser Napoleon Bonaparte anhing. Von den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bis 1945 klassifizierten amerikanische und andere Geheimdienste sie unter der Rubrik "Synarchismus: Nazi/Kommunistisch", weil sie scheinbar gegensätzliche prokommunistische und rechtsradikale Kräfte gleichzeitig einsetzte, um Regierungen einzukreisen. Alle faschistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts und danach sind, ebenso wie die meisten terroristischen Bewegungen, Schöpfungen des Synarchismus.
Synarchismus war das wichtigste Merkmal der Organisation der faschistischen Regierungen in Italien, Deutschland, Spanien, Vichy- und Laval-Frankreich und verbreitete sich auch über spanische Kanäle der Nazis von Mexiko aus nach ganz Mittel- und Südamerika. Die mexikanische Partei PAN entstand als Auswuchs dieser Unterwanderung. Typisch sind die heutigen Anhänger von Leo Strauss und Alexandre Kojève.
Auf dieses Netzwerk stößt man in nominell linken wie rechten Kreisen, wie etwa der Redaktion des Wall Street Journal, der Mont-Pèlerin-Gesellschaft, des American Enterprise Institute und des Hudson-Instituts sowie den sog. integristischen extremen Rechten in der katholischen Kirche. Die Macht dahinter ist ein Netz privater Banken nach dem Vorbild der mittelalterlichen venezianischen fondi. Die synarchistische Verschwörung der Banque Worms in den 40er Jahren während des Krieges ist nur ein Beispiel für die Rolle solcher Bankeninteressen hinter den verschiedenen faschistischen Regierungen jener Zeit.
Faktisch entsprangen die Synarchisten dem unmittelbaren Umkreis Napoleon Bonapartes; Veteranen der napoleonischen Feldzüge verbreiteten die Praktiken der Martinisten um die Welt. G.W.F. Hegel, ein leidenschaftlicher Bewunderer Napoleons, lieferte als erster eine faschistische historische Staatslehre. Nietzsche erweiterte Hegels Theorie um die These eines von "Tiermenschen" entfesselten dionysischen Terrors, wie er von den faschistischen Bewegungen und Regimes im 20. Jahrhundert dann auch tatsächlich praktiziert wurde. Die bemerkenswertesten faschistischen Ideologen der akademischen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg sind Leo Strauss von der Universität Chikago (der Vordenker der heutigen neokonservativen Ideologen in den USA) und dessen Gesinnungsgenosse Alexandre Kojève in Paris.