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Aus der Neuen Solidarität Nr. 8/2003

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Nein zum Krieg der Zivilisationen!

Friedensdemonstrationen. Am 8. Februar veranstalteten die Kirchen gemeinsame Demonstrationen gegen den drohenden Irakkrieg. In München, wo am gleichen Wochenende die Wehrkundetagung stattfand, und in Frankfurt war die BüSo mit dabei.


Keine Zeit für Pessimismus
Weiser Unilateralismus?

"Wie kann man mit dem Einsatz von Nuklearwaffen drohen, um angebliche irakische Massenvernichtungswaffen loszuwerden?" - "Wollen die Amerikaner jetzt Millionen Zivilisten im Irak umbringen?" und "Haben diese Kriegstreiber denn gar nichts aus der Geschichte gelernt?" Solche und ähnliche fassungslose und wütende Reaktionen waren bei der Friedensdemonstration in München am vergangenen Wochenende laufend zu hören. Kein Zweifel, der drohende Krieg mobilisiert auch sonst unpolitische Zeitgenossen, wie die mehr als zehntausend Menschen bewiesen, die sich zur offiziellen Kundgebung auf dem Odeonsplatz zusammenfanden.

Diese sollte nach den Worten des Münchner Oberbürgermeisters den Münchnern die Gelegenheit bieten, gegen den Krieg zu demonstrieren, ohne "Parolen hinterherlaufen" zu müssen. Das bezog sich auf die Kundgebung von Attac und anderen Organisationen, die sich auch gegen die Bundesregierung und die Sicherheitstagung wandte, bei der vom bayerischen Innenministerium zunächst gewalttätige Ausschreitungen befürchtet worden waren. Das US-Außenministerium hatte in völlig überzogenener Weise sogar amerikanische Staatsbürger vor einem Besuch Münchens gewarnt. (Der einzige Amerikaner, der wirklich nicht willkommen war, nämlich Verteidigungsminister Rumsfeld, reiste leider trotzdem an.)

Zu der Kundgebung am Odeonsplatz hatten u.a. der bayerische DGB-Vorsitzende und SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Schösser, Münchens Oberbürgermeister Ude und die katholische und evangelische Kirche Bayerns aufgerufen, vertreten durch die jeweiligen Regionalbischöfe Siebler und Breit-Keßler - eine sehr ungewöhnliche Koalition. Die CSU und die bayerische Staatsregierung jedoch glänzten durch Abwesenheit. Der evangelische Landesbischof Friedrich hatte im Vorfeld George Bush "Fundamentalismus" vorgeworfen und die US-Regierung aufgerufen, von einem Krieg Abstand zu nehmen. Christen seien übereinstimmend der Meinung, daß ein Präventivkrieg nicht zu rechtfertigen sei. Auch Kardinal Friedrich Wetter hatte die Münchner "zu einer Mobilmachung für den Frieden" aufgerufen.

Die BüSo war mit zwei großen Bannern beim Demonstrationszug von der Münchner Freiheit über das Siegestor zur Feldherrnhalle und der anschließenden Kundgebung am Odeonsplatz beteiligt. Die Aktivisten der BüSo verteilten mehr als 8000 Flugblätter mit dem Aufruf der BüSo-Bundesvorsitzenden Helga Zepp-LaRouche "Nein zum Krieg der Zivilisationen" und Auszügen aus Lyndon LaRouches Rede am 28. Januar zur Lösung der Weltkrise.

In dem Flugblatt wird betont, daß der Protest gegen den Krieg noch weiter gehen muß: Wenn die Kriegsgefahr dauerhaft gebannt werden soll, muß die Weltwirtschafts- und Finanzkrise überwunden werden. "Die Kriegspartei um Rumsfeld, Cheney, Wolfowitz etc. will mit diesem Angriffskrieg u.a. von der systematischen Krise des Weltfinanzsystems ablenken. Es wäre ein großer Fehler, die Kriegstreiberei dieser Desperados davon zu trennen, daß es das Finanzsystem dieser Kräfte ist, das bankrott ist", heißt es in Helga Zepp-LaRouches eindringlichem Appell.

Am Büchertisch der BüSo am Sammelpunkt der Demonstrationsteilnehmer, an dem alle 10000 Teilnehmer vorbeizogen, ging es den ganzen Vormittag über hoch her. Besonders das Banner "Finanzkrach und Kriegsgefahr: LaRouches Lösung - die neue Seidenstraße!" zog viele Menschen an, die sich Material mitnahmen und sofort zu lesen begannen.

Keine Zeit für Pessimismus

Schon in den Tagen zuvor hatten zahlreiche Veranstaltungen und Vorträge gegen den Krieg stattgefunden, wobei auch die CSU-Basis etwas Dampf gegen die amerikanische Politik und die Nibelungentreue ihrer eigenen Parteiführung ablassen konnte. Peter Scholl-Latour und Peter Gauweiler sprachen im Bayerischen Hof vor fast tausend Zuhörern und legten ihre ablehnenden Positionen zum Irakkrieg dar. Allerdings gab Scholl-Latour dort auch seine bedenklichen malthusianischen Ideen über die "Bevölkerungsexplosion" im islamischen und asiatischen Raum zum besten und behauptete, der Krieg sei unvermeidbar.

Eben dieser Kulturpessimismus muß aber überwunden werden. Dazu ist es vor allem nötig, Lyndon LaRouche und seine wachsende Bewegung offensiv zu unterstützen! Die bisherige Feigheit der politischen Klasse in Deutschland gegenüber LaRouche, der in den letzten Jahrzehnten von der amerikanischen Kriegsfraktion zur Unperson erklärt worden war, muß endlich aufhören. Genau dieses Tabu wurde bei der zweitägigen Konferenz der Katholischen Akademie über die Politik der USA am letzten Wochenende, an der zwei BüSo-Vertreter teilnahmen, effektiv durchbrochen.

Weiser Unilateralismus?

Als der Direktor der Amerikanischen Akademie in Berlin, Prof. Gary Smith, in seiner Rede sagte, die Europäer brauchten sich über den amerikanischen Unilateralismus keine Sorgen zu machen, solange dieser mit "Weisheit" gepaart sei, stieß dies beim Publikum auf wenig Gegenliebe. Ein amerikanisches Mitglied des Schiller-Instituts konfrontierte ihn damit, daß es auch noch das bessere Amerika in der Tradition Hamiltons, Lincolns und Roosevelts gibt, das heute von LaRouche repräsentiert wird. In einem anderen Diskussionsbeitrag wurde auf die grundlegende Rede des amerikanischen Chefanklägers Robert Jackson bei den Nürnberger Kreigsverbrecherprozessen hingewiesen, in der dieser die völkerrechtliche Ächtung des Angriffskrieges so überzeugend dargelegt hatte. Die BüSo-Repräsentantin forderte Prof. Smith auf, die Rolle LaRouches als Kristallisationspunkt gegen den Irrsinn der heutigen amerikanischen Politik zu würdigen.

Daraufhin verlor Prof. Smith seine akademische Distanziertheit und antwortete erregt, er sei schockiert über einige der Äußerungen und vor allem darüber, bei der katholischen Akademie mit LaRouche konfrontiert zu werden, der "überhaupt keinen Einfluß" in Amerika habe. Im Verlauf der Tagung wuchs aber das Interesse an eben "diesem LaRouche" bei vielen Teilnehmern, die im privaten Gespräch Anerkennung für die mutigen Worte der BüSo-Repräsentanten äußerten.

Genau diese Zivilcourage, gepaart mit klarer Analyse und programmatischer Orientierung, brauchen wir jetzt! Helfen Sie deshalb der BüSo bei ihren Anstrengungen und rufen Sie unsere Büros an! Machen Sie mit bei Infotischen, verteilen Sie Flugblätter und spenden Sie Geld, damit wir mehr Material drucken können! Jetzt kommt es darauf an, aktiv zu werden!

Elke Fimmen, BüSo-Landesvorsitzende Bayern

 

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