|
|
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |
|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 8/2003 |
|
|
|
Der syrische Parlamentsabgeordnete Dr. Ahmad Samir Al Taki hielt vorletzte Woche eine Vorlesung im Zayed-Zentrum (Abu Dhabi) über die Hauptziele des Irakkriegs, mit dem eine eurasische wirtschaftliche Zusammenarbeit unterminiert werden soll. In der Presseerklärung des Zentrums vom 3. Februar heißt es: "Dr. Al Taki erklärte, der drohende Irakkrieg diene dem Hegemoniebestreben der USA; und da es heute für Erdöl keinen Ersatz gibt, gelte es als ein Aspekt dieser Hegemonie. Es gebe den strategischen Plan, die Entstehung irgendeines neuen Pols auf der Welt um jeden Preis zu verhindern. Deshalb versuchten die Vereinigten Staaten, die Eurasische Landbrücke zerstören, welche ein enormes menschliches und wirtschaftliches Potential zu einer Neudefinierung der Weltordnung habe. In dem Zusammenhang erwähnte er auch das Vorhaben, mit der Magnetschwebebahn Tokio mit Berlin zu verbinden und Brücken von Korea nach China zu bauen."
Al Taki betonte, die Geschehnisse in dieser Region definierten die künftige Bedeutung der Länder der Region auf der Grundlage eines neuen Sykes-Picot-Abkommens und der Planung einer neuen Ölpipeline von Teheran oder Basra zum syrischen Hafen Bani Yas. Ein Krieg im Irak werde sich negativ auf Syrien auswirken, da es wegen der Anwesenheit von US-Truppen für das Land schwerer werde, einem Konflikt mit Israel auszuweichen und, wie auf der Madrider Konferenz vereinbart, Druck auf die Hamas und Hisbollah auszuüben.
Die USA seien zu einer militärischen Offensive gegen den Irak entschlossen und warteten nur auf den richtigen Zeitpunkt, meinte er. Auch Israel warte auf Ereignisse wie die des 11.September als Rechtfertigung für drastische Aktionen. Mit dem Zusammenbruch der geopolitischen Systems der Region wäre den israelischen Zielen geholfen. Israel könnte die iranischen Atomanlagen bombardieren, Syrien massiv angreifen und Maßnahmen zur Vertreibung der Palästinenser nach Jordanien und in den Irak aufnehmen, so Al Taki.
China baut in der in der Nähe von Rußland, Korea und Japan gelegenen Bohai-Bucht seinen größten Komplex von Containerhäfen aus. Die Häfen Dalian, Tianjin, Qingdao und Beijing-Tanggu liegen in oder nahe der Bucht, und sie ist der Ausgangspunkt der Eurasischen Landbrücke. Die chinesischen Exporte nehmen gerade hier im Nordwesten Asiens rasch zu. China errichtet damit das dritte große wirtschaftliche Ballungszentrum nach dem Perlflußdelta im Süden und der Yangtze-Mündung im Osten.
Das Eisenbahnministerium legte einen Plan zum Bau zweier neuer Bahnlinien vor, um die vier Bohai-Häfen über Tianjin mit den Städten Zentral- und Westchinas zu verbinden. Die Mongolei, die keinen eigenen Hafen hat, hat Tianjin zum Hauptumschlagsplatz für ihre Importe aus den USA, Südkorea und Japan erkoren. Jede zweite chinesische Schnellstraße endet an der Bucht von Bohai. Mehr als 30 Containerspeditionen für Güterlieferungen ins Landesinnere haben sich dort bereits angesiedelt.
Am 25.Januar unterzeichneten der indische Premierminister Atal Behari Vajpayee und der iranische Präsident Syed Mohammad Khatami in Neu-Delhi ein Abkommen über Verkehrsprojekte, um den indischen Subkontinent mit dem Persischen Golf, Afghanistan, Zentralasien und Europa zu verbinden. Angesichts der drohenden amerikanischen Invasion des Irak und der Truppenmassierung um den Iran wird die große Bedeutung des Abkommens deutlich.
Präsident Chatami und die ihn begleitenden Minister Kamal Charazzi (Äußeres), Ali Shamkhami (Verteidigung), Mostafa Moeën (Wissenschaft und Technologie) und Bijan Zangneh (Öl) diskutierten u.a. über den Bau einer Pipeline vom Iran durch Pakistan nach Indien, die Schaffung neuer Verkehrswege zu den zentralasiatischen Staaten und die regionale militärische Zusammenarbeit, wie z.B. gemeinsame Manöver und Truppenaustausch auf allen Kommandoebenen. Die offiziellen Gespräche umfaßten die Perspektive eines Abkommens über Erleichterungen des Handels mit pharmazeutischen Erzeugnissen, Automobilen, Informationstechnologie und Nahrungsmittelverarbeitung. Das Volumen des Handels zwischen Indien und dem Iran beträgt zur Zeit nur etwa zwei Mrd.$, wovon allein 1,4 Mrd.$ 70% auf Indiens Ölimporte aus dem Iran entfallen.
Im Mai 2002 hatten Indien, Iran und Rußland das Nord-Süd-Korridor-Abkommen (NSCA) abgeschlossen, um mit ihren Verkehrsnetzen zu Lande und zu Wasser die Transitwege zwischen Europa und Asien für den Gütertransport - gegenüber dem heutigen Weg durch den Suezkanal - deutlich zu verkürzen. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz am 25. Januar erklärte Vajpayee, man habe drei weitere Verkehrsprojekte vereinbart:
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |