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Aus der Neuen Solidarität Nr. 9/2003
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Stalingrad-Veteranen gegen Irakkrieg
Bei einer Gedenkfeier deutscher und russischer Veteranen des Zweiten Weltkrieges zum 60. Jahrestag der Schlacht um Stalingrad sagte der hochdekorierte russische Veteran Wassiljew Orlow, der bei der Belagerung Stalingrads als 16-Jähriger beide Eltern verlor und später in 50 Schlachten gegen deutsche Truppen mitkämpfte: "Ich bin froh, zu sehen, daß Deutschland und Rußland die gleiche Haltung gegenüber dem drohenden Krieg im Irak einnehmen. Wir Veteranen wollen nicht noch einmal einen Krieg erleben. Es wurde schon zuviel getötet." Unter dem Applaus der anwesenden deutschen und russischen Veteranen sagte er: "Ich erhebe mein Glas auf den Frieden."
Im Sommer und Herbst 1942 hatte die 6. deutsche Armee, unterstützt von rumänischen und italienischen Truppen, mit insgesamt 250000-300000 Soldaten Stalingrad angegriffen. Die Rote Armee wurde zurückgedrängt, hielt jedoch ihre Positionen auf der Westseite der Wolga. Die nicht für den russischen Winter ausgerüsteten deutschen Truppen wurden im November 1942 in Stalingrad eingekesselt und belagert. Tausende starben an Kälte, Hunger und Verletzungen. Als die Armee im Februar 1943 kapitulieren mußte, lebten nur noch 91000 ihrer Soldaten, von denen nach dem Krieg nur 6000 aus der Gefangenschaft zurückkehrten.
Heute jedoch ist Deutschland Rußlands engster Partner im Westen. Bundeskanzler Schröder erklärte in einer Grußbotschaft an den russischen Präsidenten Putin, Stalingrad sei eine große Tragödie gewesen, aus der man nur den Schluß ziehen könne, daß ein solcher Konflikt zwischen Deutschen und Russen nie wieder stattfinden dürfe.