|
|
|
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |
|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 24-25/2004 |
|
|
Europawahlkampf. Auf zwei Veranstaltungen in Hamburg und Hannover erläuterte die BüSo-Bundesvorsitzende Helga Zepp-LaRouche die "LaRouche-Doktrin".
Nachdem die "offiziellen" Medien seit Wochen dabei sind, möglichst alle wirklich relevanten Themen aus dem Europawahlkampf herauszuhalten und viel lieber über die privaten Vorlieben, wie bereits in Brüssel angemietete Wohnungen oder nette Fahrradtouren der Kandidaten durchs schöne Wendland zu berichten, setzte die BüSo mit ihren Wahlveranstaltungen den Maßstab, an dem sich jeder zukünftige Parlamentarier in Brüssel wird messen lassen müssen. Mehr als 100 Gäste waren zu beiden Veranstaltungen in Hamburg und Hannover erschienen, um die Spitzenkandidatin und Bundesvorsitzende der BüSo kennen zu lernen und wirkliche, der strategischen Lage angemessene Konzepte zu diskutieren.
Von Anfang an machte Frau Zepp-LaRouche deutlich, die Hauptursache der Krise sei darin zu suchen, daß sich der größte Teil der Bevölkerung weiterhin weigere, die Realität der Krise zur Kenntnis zu nehmen. Sie verglich diese Haltung anschaulich mit einem Menschen, der mit einem Revolver an seiner Schläfe bedroht wird und um sein Leben besorgt sein sollte, aber statt dessen an die letzte nicht bezahlte Gasrechnung denkt.
Die Dramatik der heutigen Weltlage drücke sich in drei entscheidenden Faktoren aus: Zum einen durch die sich massiv verschärfende Wirtschafts- und Finanzkrise, die ein direktes Ergebnis des grundlegenden Wertewandels der letzten 40 Jahre sei. Sie führte die Beispiele Brasilien, Argentinien, die Nullzinspolitik der japanischen Notenbank, die Immobilienblase und die Kreditkartenblase in den USA sowie die rasant ansteigenden Rohölpreise an. Die Regierungen und Institutionen wüßten um diese explosive Lage und bemühten sich hinter verschlossenen Türen hektisch darum, den unaufhaltsamen Zusammenbruch bis nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen aufzuschieben.
Der zweite Aspekt sei die katastrophale Situation im Irak. Die Amerikaner hätten mit den veröffentlichten Folterbildern den letzten Funken Glaubwürdigkeit verloren und damit auch die Ausweglosigkeit der jetzigen Irakpolitik in Washington demonstriert. Eine Ausweitung der Kriegshandlungen auf Syrien bzw. den Iran, wobei der israelischen Regierung Scharon eine besondere Rolle zugedacht sei, werde in bestimmten Kreisen, auch in Washington diskutiert.
Und drittens habe die innenpolitische Situation in den USA selbst maßgeblichen Einfluß über das weitere Wohl und Wehe der Menschheit. In den USA tobe eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Neokonservativen - den Urhebern der jetzigen Irakpolitik und des neuen Selbstverständnises der USA als Imperium - und den Kreisen, die den Ideen ihres Ehemannes und demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Lyndon LaRouche nahestehen.
Frau Zepp-LaRouche ging ausführlich auf die geistigen Wurzeln der Neokonservativen, die Synarchistenbewegung und die damit verbundenen "ehrenwerten Herren" Leo Strauss, Carl Schmitt und Joseph de Maistre ein. Mit Zitaten belegte sie die faschistische Geisteshaltung dieser Kreise und unterstrich damit die Gefahr, die auf die Welt zukäme, wenn diese politische Fraktion nicht ausgeschaltet würde.
Trotz der Schwere der Krise sei sie durchaus optimistisch, erklärte Helga Zepp-LaRouche, denn es gebe Lösungswege aus der Krise, die am besten ihr Ehemann und Bewerber um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten verkörpere. Immer mehr einflußreiche Persönlichkeiten, ob im Westen, im fernen Asien, aber vor allem in der arabischen Welt verstünden, daß LaRouches Konzepte, vor allem seine erst vor kurzem vorgelegte "LaRouche-Doktrin" für eine neue amerikanische Südwestasienpolitik, der einzig gangbare Weg für einen Ausweg aus dieser Krise bildeten.
Sie führte u.a. die Initiative der italienischen Abgeordneten für ein neues Bretton-Woods-System, Äußerungen des ehemaligen russischen Zentralbankchefs Geraschtschenko, Interviews mit LaRouche in vielen arabischen Medien und natürlich die zahlreichen Politiker in den USA selbst an, die LaRouche offiziell unterstützen und damit eine völlig neue Dynamik in die Krise allgemein, aber vor allem auch in den amerikanischen Präsidenschaftswahlkampf bringen.
Die Anwesenden erfuhren auch mehr über das neue Bretton-Woods-System, und welche Maßnahmen Roosevelt in den 30er Jahren ergriff, die heute ebenso tauglich wären, und welch immenses Potential die Verwirklichung der Neuen Seidenstraße für die Entwicklung von mehreren Milliarden Menschen in Eurasien darstellt.
Frau Zepp LaRouche apellierte an alle Anwesenden, sich in vor dem Hintergrund der explosiven Weltlage, viel mehr als bisher in die politische Auseinandersetzung einzumischen und ihr eine völlig neue Dimension zu geben. Denn der einzige Grund, heute optimistisch zu sein zu können, liege in dem Wissen über die schöpferische Vernunftfähigkeit des Menschen und der damit verbundenen Fähigkeit, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
In der anschließenden Diskussion wurde auch die Frage des Mutes angesprochen, sich für das als richtig Erkannte einzusetzen. Frau Zepp-LaRouche betonte, nur weil dieser Mut oft fehle, könnten alte feudale Strukturen heute wieder zum Vorschein kommen. Damit wurde klar, was Europa heute braucht: Mut zur Vernunft, um der Geschichte eine andere Richtung zu geben.
Andreas Richter
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |