Am Tag nach der Wahl legte Süddakotas ehemaliger Senator George McGovern, der 1972 als demokratischer Präsidentschaftskandidat gegen Präsident Nixon antrat, in einem Kurzinterview für EIR und den New Federalist seine Perspektive für die Zukunft der Demokratischen Partei dar. Das Gespräch führte Nina Ogden.
Sie dürften über die Sophistereien und Verdrehungen, die zu den Niederlagen von Senator Tom Daschle in Süddakota und John F. Kerrys Wahlkampf führten, nicht gerade glücklich sein?
McGovern: Nein, besonders, da ich in den letzten Wochen des Wahlkampfes den Eindruck gewann, wir könnten gewinnen. Es wurden persönliche, moralische und medizinische Gründe gegen unsere Kandidaten angeführt, die nichts in der Politik zu suchen haben.
Beim Einräumen der Wahlniederlage wurde viel über Einheit geredet.
McGovern: Um Amerikas willen müssen wir einig sein, nicht wegen der Einheit an sich. Einheit gab es schließlich auch unter Hitler. Wir sollten in bezug auf die künftige Rolle der Demokratischen Partei nicht defensiv sein.
Was, denken Sie, sollte die Demokratische Partei jetzt tun?
McGovern: Die Aufgabe der Demokratischen Partei in den nächsten vier Jahren ist es, eine loyale Opposition zu sein - loyal gegenüber dem Wohl Amerikas! Wir müssen loyal zum Gemeinwohl stehen. Wir müssen eine Opposition bieten, wie wir Opposition verstehen, eine konstruktive Opposition aufbauen. Wir müssen so loyal sein, daß wir immer sagen, was wir für wahr halten.