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Aus der Neuen Solidarität Nr. 46/2004

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Schillerfest 2004: 200 Jahre "Wilhelm Tell"

Wie ließe sich der 245. Geburtstag Friedrich Schillers angemessener feiern als mit einer Würdigung seines beliebtesten Theaterstücks Wilhelm Tell, das vor 200 Jahren am 17. März 1804 erstmals aufgeführt wurde?

Wilhelm Tell war Schillers größter Theatererfolg, und das will etwas heißen, denn fast alle seine vorhergehenden Schauspiele waren regelrechte Siegeszüge. Schillers Tell inspirierte die Deutschen zum Befreiungskrieg gegen Napoleon, und noch heute wird er zuerst verboten, wenn irgendwo die Freiheit eines Volkes unterdrückt werden soll, und zuerst wieder gespielt, wenn die Befreiung gelungen ist.

Wer kennt ihn nicht, den kühnen Schützen, der mit seiner Armbrust auf achtzig Schritte den Apfel vom Kopf des eigenen Kindes schießt - gezwungen vom kaiserlichen Landvogt Geßler, der mit seiner Gewaltherrschaft den Widerstand der Schweizer brechen will? Der seinen Peiniger in der hohlen Gasse tötet, um seine Frau und Kinder zu schützen?

Aber Schillers Drama hat auch andere Helden. Wir werden sie, die Männer und Frauen, Bürger und Adligen der Schweiz, nicht nur aufs Rütli hinauf begleiten, sondern auch auf ihren verschiedenen Wegen des Widerstands, die sie zu einem "einzig Volk von Brüdern" zusammenschweißt, das "getrosten Mutes in den Himmel" hinauflangt, um "seine ew'gen Rechte / Die droben hangen unveräußerlich / Und unzerbrechlich wie die Sterne selbst", herabzuholen und zu verteidigen, wie Schiller in Anlehnung an die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten sagt.

Zum Schillerfest in Mainz am 13. November im Leibnizsaal des Kurfürstlichen Schlosses, und in Wiesbaden am 14. November im Kurhaus-Kolonnaden sind Sie herzlich eingeladen. Eintritt 9 Euro (ermäßigt 5 Euro), Beginn jeweils um 17.00 Uhr.