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Aus der Neuen Solidarität Nr. 47/2004

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Zur Person: Prof. Dr. Heiner Flassbeck

Prof. Dr. Heiner Flassbeck gehört heute zu den renommiertesten deutschen Volkswirtschaftlern und Währungsexperten, was sicherlich zum großen Teil damit zusammenhängt, daß er als Student und Assistent an der Universität des Saarlandes bei Wolfgang Stützle ausgebildet wurde und somit als "Enkelschüler" von Wilhelm Lautenbach gelten kann, dem brillantesten deutschen Ökonomen des 20. Jahrhunderts.

Nach seinem Studium war Flassbeck zunächst Mitarbeiter im Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gehörte von 1980 bis 1986 dem Bundeswirtschaftsministerium an, und widmete sich bis 1998 beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin wieder der wissenschaflichen Arbeit. Zu Beginn der ersten Regierung Schröder diente Flassbeck unter Finanzminister Oskar Lafontaine als Staatssekretär (Schwerpunkt: Internationale Finanz- und Währungsfragen, Europapolitik); im Jahre 2000 ging er als Ökonom zur UNCTAD, der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung in Genf, für die er seit Januar 2003 als Chefökonom zuständig ist.

In letzter Zeit hat sich Flassbeck nicht nur mit seiner scharfen, öffentlichen Kritik am "Maastrichter Vertrag" und dem ruinösen "Stabilitätspakt" einen Namen gemacht, sondern vor allem auch deshalb, weil er es nicht bei der bloßen Kritik beläßt, sondern konsequent einen konstruktiven Ausweg fordert: ein "neues Bretton Woods-System", worunter er - ähnlich wie der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche - ein "multilaterales Währungssystem mit festen Wechselkursen" versteht, das "langfristige Investitionen in die Realwirtschaft" erlaubt.