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Aus der Neuen Solidarität Nr. 12-13/2005

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Leserforum


Zu Elisabeth Reichelt
Staatsschiff in Seenot

Schiene und Straße

Wichtige Informationen kurz zusammenfassen

Vom Drogenhandel profitieren in erster Linie europäische Banken

Köhlers Rede

Zu Elisabeth Reichelt

Frau Gründler unseren allerherzlichsten Dank für Ihren so wunderbaren, inhaltsreichen und für uns "Dresdner" sehr interessanten Bericht in Ihrer Zeitung [über die Sängerin Elisabeth Reichelt, siehe Neue Solidarität Nr. 9/2005]. Wie viele Freunde von Frau Reichelt lasen wir ihn mit großem Interesse und voller Zustimmung. Wir beglückwünschen Sie auch, wie Sie es verstanden haben, drei so wichtige Themen "Sängerin, Semperoper, Schillerjahr" in Verbindung mit "Bitterfeld" bis hin zur Gegenwart durch einen so richtigen roten Faden zusammenzubinden, was den Lesern bestimmt sehr zum Nachdenken hilft.

Hier drei kleine Korrekturen: Die Veranstaltung fand am 26. Januar 2005 statt. Die Vorgängerin von Frau Reichelt hatte den Namen Erna Sack und W. Reichelt, der spätere Ehemann, war privater Gesangslehrer und nicht an der Musikschule tätig. Wir teilen dies nur mit, sollten Nachfragen kommen.

Renate und Günter Schulze, 01279 Dresden


Staatsschiff in Seenot

Ihnen einen herzlichen Dank für Ihre Zeitung: Sie ist ein Panier der Hoffnung, sie weist auf neue alte Wege, sie erinnert an den großen Philosophen Immanuel Kant und an sein berühmtes Wort "Aufklärung ist Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit", an den Kampfruf der Aufklärung "Sapere aude! Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" In dem Trommelfeuer der Phrasen, Verdrehungen, ja Lügen ist es verdienstvoll, die Bürger/Innen zu ermutigen, in der Stille ihrem eigenen Verstand, ihrem eigenen Urteil zu vertrauen.

Es war der griechische Dichter Alkaios, ein Zeitgenosse der Sappho von Lesbos, der in die Weltliteratur die berühmte Allegorie einführte: "Das Staatsschiff in Seenot". Wir leben in stürmischer Zeit, die an Bord bedeutende Kapitäne benötigt, Staatsmänner vom historischen Rang eines Solon, der mit seiner Uneigennützigkeit, seiner politischen Weisheit, einen blutigen Bürgerkrieg verhinderte, vom Schlage eines Reichskanzlers Otto von Bismarck, der, um die Arbeiter an den Staat heranzuführen, den deutschen Sozialstaat schuf - damals ein Vorbild in der Welt.

Wo sind heute in Deutschland die Staatslenker mit ihrem ganzen Einsatz dem Gemeinwohl verpflichtet? Weder G. Schröder noch A. Merkel, weder die rot-grüne Regierung noch die schwarz-gelbe Opposition erwecken Vertrauen und Mut, weder die Eliten der Wirtschaft, denen es nicht selten an Moral, an sozialer Verantwortung für ihre Mitarbeiter/Innen, an gesellschaftlicher Verantwortung für Kommunen und Staat mangelt, noch die Gewerkschaften, denen es an dem nötigen Mut, der Härte fehlt, für ihre Mitglieder, den Arbeiter und Arbeitslosen, kampfbereit und kampfentschlossen in den nationalen Ring zu treten. So treibt das Staatsschiff in stürmischer See dahin - nahezu führerlos. Noch schlimmer, es treibt in der falschen Richtung, wie verhext, dem neoliberalen Wahnsinn zu, der die Völker arm macht.

Besonders ärgert mich, wie die Politiker mit den ihnen anvertrauten Renten umgehen. Sie plündern die Rentenkassen, bezahlen damit die versicherungsfremden Leistungen und verschonen sich und die Begüterten.

Eugen E. Ungerer, OStR a.D., 70374 Stuttgart


Schiene und Straße

Peter Junne und Ingo Naefcke sind jeweils überzeugt von Straße und Schiene (siehe ihre Leserbriefe in Neue Solidarität Nr. 7/2005 und 9/2005). Wie in der Neuen Solidarität stets betont, läßt sich der Schienenweg auf einfachste Weise mit geringen Mitteln herstellen, ist aber nicht gedacht von der Garage zum Bäcker. Auto und LKW sind da nicht wegzudenken. In die nächste Stadt könnten sich [mit der Schiene] schon Vorteile ergeben. Dazu kommt jetzt wieder die stets von Lyndon LaRouche betonte fortschrittliche Technik.

In der Zeitschrift P.M. wird ein neues LKW-Modell vorgestellt mit absenkbaren Rädern von Carl Henderson. Mit Asphalt- oder Betonstreifen neben den Gleisen kann der LKW oder auch eine Vielzahl davon von der Strasse auf die Schiene wechseln. Schienen über Land, Straßen in der Stadt zum Bäcker und ein LKW für beide sind bestimmt eine zweckmäßige Lösung.

Alois Murke, 33758 Stukenbrock


Wichtige Informationen kurz zusammenfassen

Sie haben unter dem Stichwort "Konjunkturprogramm - wer fordert was?" eine Zusammenstellung ausgearbeitet, die mir persönlich hilft, mich in dem Thema zurechtzufinden. Ich wünschte mir von Ihnen weitere Zusammenfassungen dieser Art, am liebsten in möglichst vielen Ausgaben auch Ihrer Internetseiten, zu den uns in Atem haltenden Themen wie: Ex-Jugoslawien, noch im Irakkrieg kämpfende Nationen mit Zahlen von Betroffenen, einschließlich der Zivilbevölkerung, welche Gruppierungen wollen was in diesem Lande, auch in Afghanistan, der ehemaligen UdSSR - und anderes aus den Schätzen Ihres ausgezeichnet gegliederten Archivs, kurz ergänzt durch neue Entwicklungen und durch Hinweise auf Hoffnungsträger. Glauben Sie nicht, daß das viele Leser auch gerne hätten?

Renate Hommel, 12359 Berlin


Vom Drogenhandel profitieren in erster Linie europäische Banken

In der Neuen Solidarität Nr. 11 vom 16. März las ich den sehr aufschlußreichen Artikel von Ramtanu Maitra über den Drogenanbau in Afghanistan. Im großen und ganzen stimme ich dem Artikel zu, vermisse aber ein wichtiges Element, daß die strategische Gesamtlage auf den Nenner bringt: Sowohl Afghanistan als auch der Kosovo sind quasi Protektorate der NATO. Es ist zu leicht, die Verantwortung dem amerikanischen Militär zuschieben zu wollen, die wegschauen bzw. mit den Drogenlords kooperieren. Das gleiche gilt im übrigen für die Bundeswehr. Denn die Bundeswehr ist ebenfalls im Kosovo und in Afghanistan mit Spezialkräften im Einsatz.

Zu den erwähnten Banken, die recht profitabel am Drogenhandel partizipieren, gehören an aller erster Stelle europäische. Deren strategisches Interesse besteht bekanntlich seit den alten Tagen der Opiumkriege gegen China. So muß man dies auch heute verstehen: Der verlogene Krieg gegen den Terror, an dem sich Deutschland im Rahmen der NATO sehr wohl beteiligt, setzt die zersetzende Kraft der Drogenbanden als strategische Waffe gegen China, Iran, Rußland und viele andere Länder ein. Geplant und koordiniert in Brüssel (bzw. Paris, Toulouse oder wo immer der Geheimdienstrat der NATO heute tagen mag), nicht in Washington.

Christian Huth, Wiesbaden


Köhlers Rede

Nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal entpuppt sich Köhler als Präsident des deutschen Kapitals. Er ist der erste Bundespräsident ohne Bezug zur überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Seine Rezepte zur Arbeitslosigkeit sind die Rezepte, die schon unter Kohl mit der sogenannten moralischen Wende in Deutschland eingeführt wurden. Das Ergebnis ist die stete zunehmende Erhöhung der Arbeitslosigkeit sowie die Verarmung großer Teile der Bevölkerung.

Der wirtschaftliche Kollaps hat seit den 80er Jahren schon begonnen und setzt sich mit zunehmender Geschwindigkeit fort. Während der Mittelstand in Deutschland wegen der zunehmend schlechter werdenden Inlandskonjunktur stöhnt, expandiert die Großindustrie ins Ausland. Dies funktioniert nur so lange, bis auch im Ausland der letzte Sozialstaat von den Neoliberalen übernommen worden ist. Danach gibt es weltweit einen wirtschaftlichen Supergau.

Hundt, Köhler und andere Neoliberale Ideologen argumentieren wie Sektenmitglieder - blind gegenüber jeder Art von Realität. Rezepte wie Steuersenkung für die Industrie bringen keinen einzigen Arbeitsplatz. Selbst wenn ein Arbeiter umsonst arbeitet und dies sogar 24 Stunden am Tag, wird kein Unternehmer jemanden einstellen, wenn er seine Produkte, mangels Nachfrage, nicht verkaufen kann - ob er Steuern zahlen muß oder nicht, ist dabei ohne Belang. Sogenannte Wirtschaftsexperten "im Auftrag von Wirtschaftsverbänden" argumentieren so einseitig und offen, daß man sich fragen muß: "Welcher globale Wirtschaftskriminelle zerstört Deutschland und sogar diese Welt?"

Hundt, Köhler, Schröder, ja alle Abgeordneten wissen es: Die Arbeitslosigkeit wird weiter ansteigen. Not und Elend wird sich nicht nur in Deutschland ausbreiten. Der Neoliberalismus in dieser ungezügelten Art wird auch ganz Europa zerstören. Wir gehen aus lauter Habgier und Eigennutz unruhigen Zeiten entgegen.

Wilhelm Höltzl, 74297 Pfaffenhofen-Weiler

 

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