Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 15/2005

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Physische Wirtschaft
  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Kernenergie
  Die Kriegsfraktion
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Terror - Cui bono?
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Außergewöhnliche Debatte unter außergewöhnlichen Umständen

Die Abstimmung der italienischen Abgeordnetenkammer zur Reform des Weltwährungssystems am 6. April in Rom fand unter außergewöhnlichen historischen Umständen statt. Millionen von Pilgern aus aller Welt (man spricht vom größten Ereignis in der Geschichte des christlichen Rom) strömten in die italienische Hauptstadt, um dem gerade verstorbenen Papst Johannes Paul II. die letzte Ehre zu erweisen - ein großartiger Liebesbeweis für eine außerordentliche Persönlichkeit der Weltgeschichte.

Während sich Abgeordnete in der Parlamentsdebatte auf die Lehren des Papstes bezogen, waren schon vier Millionen Menschen in Rom eingetroffen. Eine kilometerlange Warteschlange von schätzungsweise einer Million Menschen bewegte sich langsam auf den Petersdom zu, wo der Leichnam "Karols des Großen" aufgebahrt war.

Gleichzeitig trafen auf den drei Flughäfen der Stadt mehr als 200 ausländische Regierungsdelegationen ein, die zusammen die größte Versammlung von Weltführern aller Zeiten bilden werden. Zum ersten Male ehrte ein amtierender amerikanischer Präsident (gewiß nicht ohne Hintergedanken) offiziell ein verstorbenes Oberhaupt der katholischen Kirche. "George W. Bush betet vor dem Leichnam des Papstes, der seinen Präventivkrieg vehement abgelehnt hatte", hieß es in den Nachrichten im Ersten Italienischen Fernsehens. Bush wurde von den früheren Präsidenten Bill Clinton und George H. Bush sen., seinem Vater, begleitet. Andere Delegationen wurden angeführt von Präsident Jacques Chirac aus Frankreich, Kanzler Gerhard Schröder aus Deutschland, Ministerpräsident Fradkow aus Rußland, dem Königspaar und Ministerpräsident Zapatero aus Spanien. Aus Polen kam eine große Delegation mit dem Staatspräsidenten, dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister. Hinzu kamen zahlreiche Staatsoberhäupter aus Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten, darunter der syrische Präsident Assad, sowie religiöse Würdenträger orthodoxen, jüdischen und islamischen Glaubens.

Ein zweiter Umstand von nationaler Tragweite, der die Parlamentsdebatte stark beeinflußte, war die schwere Niederlage der Partei des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Forza Italia, bei den Regionalwahlen am 3. und 4. April. Die Einbußen der Forza Italia führten dazu, daß die konservative Regierungskoalition ihre Mehrheit in sechs von bisher acht Regionen verlor. Von den insgesamt 13 italienischen Regionen gewann das konservative Bündnis "Haus der Freiheiten" nur zwei, der oppositionelle "Olivenbaum" elf. Landesweit wechselten 6% der Wähler das Lager, was auf einen wahrscheinlichen Erfolg der Opposition bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr schließen läßt.

ccc

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum