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Aus der Neuen Solidarität Nr. 15/2005

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Friedrich Schiller beim Wort genommen:
Die deutsche Muse

    Kein Augustisch Alter blühte,
Keines Medicäers Güte
    Lächelte der deutschen Kunst;
Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
Sie entfaltete die Blume
    Nicht am Strahl der Fürstengunst.

Von dem größten deutschen Sohne,
Von des großen Friedrich Throne
    Ging sie schutzlos, ungeehrt.
Rühmend darf's der Deutsche sagen,
Höher darf das Herz ihm schlagen:
    Selbst erschuf er sich den Wert.

Darum steigt in höherm Bogen,
Darum strömt in vollern Wogen
    Deutscher Barden Hochgesang;
Und in eigner Fülle schwellend
Und aus Herzens Tiefe quellend,
    Spottet er der Regeln Zwang.