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Aus der Neuen Solidarität Nr. 15/2005 |
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Aus der unübersehbaren Zahl der Äußerungen zum Tode von Papst Johannes Paul II. greifen wir gewissermaßen stellvertretend die folgenden heraus:
Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete Johannes Paul II. als "einen außergewöhnlich bedeutenden Menschen" und betonte, daß eine "ganze Epoche mit seinem Namen verbunden ist". Der Papst habe sich für "fairere internationale Beziehungen" eingesetzt und dafür, die Gesellschaft auf Grundlage "der Prinzipien des Humanismus und der Solidarität zu gestalten". Die Stärkung geistiger und moralischer Prinzipien im Leben der Menschen habe ihm die grenzenlose Liebe der Katholiken aus aller Welt und den einhelligen Respekt von Millionen Menschen anderen Glaubens und anderer Nationalität eingebracht. "Ich bin mir sicher, daß die Rolle Johannes Pauls II. in der Geschichte und sein spirituelles und politisches Vermächtnis von der Menschheit geziemend gewürdigt werden." Putin hob auch hervor, daß unter seinem Pontifikat "die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Rußland ausgebaut und vertieft wurden".
Der iranische Präsident Mohammad Chatami drückte seine tiefe Trauer aus und beschrieb den Papst als "einen Menschen von philosophischer Betrachtung und poetischer Schaffenskraft". Der Pontifex habe sich bemüht, "der Wahrheit, der Gerechtigkeit und dem Frieden überragenden Wert zu verschaffen".
Der kubanische Präsident Fidel Castro besuchte erstmals seit dem Revolutionsjahr 1959 eine Messe zu Ehren des verstorbenen Papstes. Zuvor schrieb er in das bei der Apostolischen Nuntiatur in Havanna ausliegende Kondolenzbuch die herzlichen Worte: "Ruhe in Frieden, unermüdlicher Kämpfer für die Völkerfreundschaft, Feind des Krieges und Freund der Armen. Dein Abschied tut uns weh, und wir wünschen uns zutiefst, daß Dein Beispiel fortdauere."
Der ehemalige französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade veröffentlichte im Namen des Schiller-Instituts die Erklärung "Johannes Paul in uns":
"Der Tod Johannes Pauls II. ist für uns alle tragisch, er war ein Stern, dessen Licht unser Leben erhellte. Sein Tod ist tragisch, weil sein Dasein in der heutigen, weltweit erschreckenden Ungerechtigkeit und im innersten Gefüge unserer Gesellschaften ein Strahl der Hoffnung und eine Quelle des Mutes war. Sein Tod ist wie das Verlöschen des Leuchtturms, eine Tragödie - aber auch ein Stern, der uns leuchtet im Kampf gegen die "Strukturen der Sünde", die er in seinen Enzykliken und im Namen des universellen Ziels menschlicher Wohlfahrt beleuchtete. Die "Kultur des Lebens" und die "Zivilisation der Liebe" dürfen nicht länger leere Worte sein, die man hinter verschlossenen Türen äußert, sondern Wahrheiten, zu denen wir in der Öffentlichkeit stehen müssen. Lesen wir wieder und immer wieder Laborem exercens und Centesimus annus - nicht als Lippenbekenntnis, sondern mit der Bereitschaft, unser Leben zu verändern.
Darum ist es mehr denn je unsere Verpflichtung, die Sache der Menschheit und die gemeinsame Entwicklung überall zu verteidigen, mit dem Mut, unsere Feinde zu lieben, denn wenn wir sie hassen, werden wir sie nie ändern und erheben.
Die wiederholte Offenbarung unserer physischen Grenzen als Sterbliche ist um so schrecklicher, wenn die Scheidenden Zeugen des Transzendenten sind; das ist jedoch auch der Moment, an dem uns ihre Teilhabe an der Unsterblichkeit nahegebracht wird.
Halten wir ihm im Denken und Handeln die Treue, damit das Wort "Politik" ins Licht der Wahrheit erhoben wird.
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