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Aus der Neuen Solidarität Nr. 20/2005

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Rettet den Maschinenbau der Autoindustrie!

Von Lyndon LaRouche

Unter dem Titel "Guts & Goverment" (Mut und Regierung) appelliert der führende Kopf der amerikanischen Opposition an Demokraten und vernünftige Republikaner.

General George Washingtons Vorgehen gegen die Briten, der Entschluß Friedrich des Großen bei Leuthen, Zar Alexanders mutiges Eingehen auf den Vorschlag der preußischen Berater, Napoleons Invasionsheer in die Falle zu locken, General Douglas MacArthurs Entscheidung für die Landung in Ichon - dies alles sind berühmte Beispiele aus der Geschichte der Neuzeit, wo eine bestimmte Lage eine Mischung aus Mut und Können eines außergewöhnlichen Menschen erforderte, der sich gegen die mangelnde Entschlußkraft einer Mehrheit der übrigen Führung durchsetzte. Die Krise um General Motors ist eine vergleichbare nationale Krise, wo sich wieder eine entschlossene Führung über eine zu Zögern und Ausflüchten neigende Mehrheit hinwegsetzen muß.

Unser Kongreß und andere führende Politiker zögern noch, obwohl die Krise bei GM an dem Punkt anlangt, wo die Zukunft unseres Landes davon abhängt, ob sich eine politische Führung mit Mut und Können findet, die strategisch richtig entscheidet. Bisher sieht man diese Kompetenz und Entschlußkraft weder bei der Regierungsspitze noch bei der Führung der Parteien. Treten wir mit unseren politischen Schuhen an die richtigen Stellen, um sie zu dieser notwendigen Verbesserung zu bewegen.

Die Bürger müssen jetzt die erforderliche Führungsqualität einfordern. Es muß umgehend gehandelt werden, denn bald kann es zu spät sein, den lebenswichtigen Maschinen- und Anlagenbau, den die amerikanische Automobilindustrie verkörpert, noch zu retten.

Einflußreiche internationale Finanzkreise sind zusammen mit Leuten in der Federal Reserve und der Regierung Bush dabei, auf eine Absprache bezüglich General Motors hinzuarbeiten, unter der das wichtigste produktive Potential der amerikanischen Volkswirtschaft praktisch völlig vernichtet und zugleich die GM-Arbeiter und Rentner um ihre Renten und andere Ansprüche gebracht würden. Wenn diese Absprache durchgesetzt wird, hieße das praktisch das Ende der Vereinigten Staaten als führende Volkswirtschaft der Welt.

Einer der wichtigsten Gründe, warum das entsprechende Können bei unserer jetzigen politischen Führung fehlt, besteht darin, daß die derzeitige Generation im Kongreß und in den Chefetagen unserer Industrieunternehmen Opfer einer seit 40 Jahren andauernden Gehirnwäsche durch das Dogma der "nachindustriellen Gesellschaft" ist. Deshalb sehen die Spitzenleute in der Regierung und anderen wesentlichen Institutionen in der Krise bei GM lediglich eine weitere Finanzkrise. Sie stellen sich nicht der Wirklichkeit: daß nicht die finanzielle Krise an sich die Überlebensfrage ist, sondern vielmehr die Gefahr, daß unsere wichtigsten realen Produktionskapazitäten verschwinden.

Das Finanzsystem ist schon hoffnungslos bankrott. Es droht der größte Finanzzusammenbruch der Weltgeschichte. Damit können Regierungen sehr wohl fertigwerden, indem sie einen Wirtschaftsaufschwung herbeiführen wie damals Präsident Franklin D. Roosevelt. Aber wenn wir die Struktur des wichtigsten Teiles unserer Industrie - den Maschinen- und Werkzeugmaschinenbau der Automobilindustrie - zerschlagen, könnte nicht einmal ein Roosevelt einen Aufschwung schaffen, den wir noch erleben würden.

Um die Nation zu retten, müssen wir die Arbeitskräfte im lebenswichtigen Maschinen- und Anlagenbau unserer Automobilindustrie an ihren Standorten angemessen weiterbeschäftigen. Diese Entscheidung muß jetzt oder sehr bald getroffen werden, denn der Zeitpunkt rückt näher, an dem sie überhaupt nicht mehr getroffen werden kann.

Der amerikanische Senat muß darauf hinwirken, daß unsere Regierung die derzeit bankrotten großen Automobilhersteller einer besonderen Treuhandverwaltung des Bundes unterstellt, um diese Arbeits- und Produktivkraft um den Maschinen- und Anlagenbau der Autoindustrie in den USA selbst funktionsfähig zu halten. Irgendwann in der Zukunft nach dem Konkursverfahren werden diese Unternehmen wieder eine vernünftige neue private Führung bekommen. In der Zwischenzeit müssen wir eine Industrie, die für unser Land den wichtigsten strategischen Wert darstellt, retten und erhalten.

Das erforderliche Wiederaufbauprogramm wird die Produktion dieser Industrie diversifizieren. Sie wird neben Automobilen auch andere Produkte herstellen, an denen dringender Bedarf besteht - Produkte, für die man genau die Produktionsanlagen braucht, die die Automobilindustrie mit ihrem Werkzeugmaschinenbau liefern kann. Bei einem Großteil dieses Marktes für Industriegüter handelt es sich um dringend erforderliche grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur. Diese Diversifizierung wird wesentlich dabei helfen, die Basis unserer Realwirtschaft so auszuweiten, daß der immer raschere Zusammenbruch unserer zunehmend bankrotten Volkswirtschaft umgekehrt werden wird.

In dieser Angelgenheit müssen wir jetzt handeln, als hinge unser Überleben davon ab. Denn es geht um die wirtschaftliche Zukunft des Landes und um noch viel mehr.

 

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