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Aus der Neuen Solidarität Nr. 20/2005

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Deutschlands Neocons in Berlin vorgestellt

In keinem anderen westlichen Land sind die Medien und die wissenschaftlichen Institutionen so einseitig ideologisch auf den Neoliberalismus getrimmt wie in Deutschland. Schon deswegen ist das Buch Deutschlands Neocons - wer führt den neoliberalen Angriff auf den sozialen Bundesstaat?, das im Februar vom BüSo-Bundesvorstand herausgegeben wurde, die dringlich notwendige Anomalie im erstickenden Einerlei der in deutschen Medien immer wieder neu aufgewärmten neoliberalen Thesen. Deutschlands Neocons beschreibt die Netzwerke jener internationalen Finanzinteressen, die hinter den radikalen Gegnern unseres Grundgesetz wie Miegel, Baring, Henkel usw. stehen.

Nun wurde das Buch in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt: 50 Gäste, darunter Gewerkschafter und Journalisten, wurden von einer der Autorinnen, der bayerischen BüSo-Vorsitzenden Elke Fimmen, durch den Inhalt geführt. Sie zeigte ein Kaleidoskop der Firmen, Spekulanten, Finanzoligarchen, die für den Kollaps des gegenwärtigen Systems verantwortlich sind und jetzt die Menschen dafür bezahlen lassen möchten.

Der Ausweg aus der Systemkrise wurde dann von der BüSo-Bundesvorsitzenden Helga Zepp-LaRouche dargelegt. Sie "schockierte" die deutschen Zuhörer mit atemberaubenden Nachrichten aus den USA: Bush ist politisch weitgehend lahmgelegt, und die Demokraten bewegen sich auf den Kurs von Franklin Roosevelts "New Deal"! Dies sei der Kampagne ihres Ehemannes, des demokratischen Politikers Lyndon LaRouche und seiner Jugendbewegung zu verdanken. Frau Zepp-LaRouche warnte: "Die Krise bei GM und Ford kann jederzeit das ganze System zum Einsturz bringen, und keiner sollte dann schadenfroh auf die USA zeigen, denn wir hängen alle mit drin!" Der Ausweg bestehe darin, das Allgemeinwohl gegen die privaten Interessen der Spekulanten durchzusetzen, und dies könne nur eine souveräne Regierung tun!

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, daß dieser Punkt einer intensiven historischen Aufarbeitung bedarf: die meisten Leute konzentrieren sich in ihrem Denken auf Fragen des Finanzsystems, aber die Lösung kann nur aus dem von Frau Zepp-LaRouche geforderten Paradigmawandel kommen: hin zu einer neuen, produktiv orientierten Industriegesellschaft und einer kulturellen Renaissance im Sinne der griechischen und deutschen Klassik.

rtb