Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 21/2005

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Physische Wirtschaft
  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Kernenergie
  Die Kriegsfraktion
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Terror - Cui bono?
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

BüSo begrüßt DGB-Initiative

Reindustrialisierung. Die Landesvorsitzende der Berliner BüSo Monika Hahn begrüßt ausdrücklich den Aufruf einiger Berliner Betriebsräte für eine neue Industriepolitik.

Wir begrüßen aus ganzem Herzen das Memorandum des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg sowie der Betriebs- und Personalräte für einen neuen Industriedialog. Diese Initiative war lange überfällig, um endlich mit der Illusion Schluß zu machen, Berlin könne als Dienstleistungs- und Medienstandort auf Dauer überleben. (Lesen Sie Auszüge aus dem DGB-Aufruf auf dieser Seite.)

Berlin war einst die größte Industriestadt Europas. Hier war die Wiege des deutschen Maschinenbaus und der Elektroindustrie. Erfinder und Gründerunternehmer wie Emil Rathenau, Werner Siemens und August Borsig haben die enorme Entwicklung Berlins geprägt und schließlich Hunderttausenden produktive Arbeitsplätze verschafft. An diese Tradition heute anzuknüpfen, bedeutet, eine langfristige strategische Konzeption für die Entwicklung diverser Zukunftstechnologien in Berlin auszuarbeiten.

Dabei geht es um mehr als nur ein bißchen IT und Nanotechnologie. Die Industriegesellschaft von morgen wird Probleme der Wasser-, Rohstoff- und Energieversorgung genauso zu lösen haben wie die "Modernisierung" solcher Sektoren wie Gesundheit und Verkehr. Hier bietet sich ein schier unerschöpfliches Feld für Erfinder und Gründer: von der Medizintechnik, der Werkstoff- und Materialkunde über Nano- und Lasertechnik bis hin zum Transrapid, zu neuer, sicherer Kernenergie und bemannter Raumfahrt. Wir halten es überhaupt nicht für utopisch, daß in Zukunft Berlin wieder eine Million Menschen in industrieller Fertigung beschäftigen wird - und zwar in hochqualifizierten, gutbezahlten Arbeitsplätzen.

Eine Voraussetzung zur Umsetzung dieser Potentiale sind allerdings staatliche Investitionen in die Infrastruktur - der freie Markt allein wird die Arbeitsplätze nicht schaffen. Die Lage Berlins als "Tor zum Osten" ist dabei ein besonderer Vorteil, denn der Bau der "eurasischen Landbrücke" als internationales Infrastrukturprojekt zur Integration der Wissenschafts-, Rohstoff- und Produktionspotentiale Europas und Asiens steht gewissermaßen auf der Tagesordnung.

Diese Strategie muß allerdings im größeren Rahmen diskutiert werden: Mit dem drohenden Bankrott von General Motors sowie diversen Fluggesellschaften in den USA steht nicht nur das Schicksal der Beschäftigten dieser Unternehmen auf dem Spiel, vielmehr haben wir es inzwischen mit einer Krise zu tun, die das gesamte zum Spielkasino degenerierte globale Dollarsystem in seiner Existenz bedroht. Berlin wieder zur Industriestadt zu machen, setzt voraus, daß wir ein neues Weltfinanzsystem schaffen, das über feste Wechselkurse und regulierte Finanzmärkte eine langfristige Investitionspolitik zur Schaffung produktiver Arbeitsplätze erst ermöglicht.

Monika Hahn,
Büso-Landesvorsitzende Berlin

Lesen Sie dazu auch:
Monika Hahn 2003: "Berlin muß wieder Industriestadt werden!" (Nr.29-30, 23.7.2003)
Hauptstadt sanieren durch europäische Integration (Nr.21, 19.5.2004)
"Das Tor nach Asien steht in Berlin!" (Nr.40, 19.5.2003)

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum