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Aus der Neuen Solidarität Nr. 31/2005 |
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Der amerikanische Ökonom und demokratische Oppositionspolitiker Lyndon LaRouche umriß sein Konzept für eine grundlegende Reorganisation des Weltfinanzsystems durch eine verbindliche Vereinbarung maßgeblicher Regierungen - ähnlich wie 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods - in einer Rede in Washington am 18. März 1998 so:
Erstens muß man erkennen, daß die Krise keine regionale oder zyklische Krise ist, sondern eine weltweite Systemkrise. Dies ist die unverzichtbare Grundannahme für jede rationale Diskussion über die einzuschlagende Politik. In diesem Rahmen müssen die institutionalisierten Veränderungen der Politik, die dafür verantwortlich sind, daß sich in den vergangenen 30 Jahren, insbesondere seit August 1971, diese Krise zusammengebraut hat, ausnahmslos zurückgenommen werden.
Die Ursachen der heutigen globalen Systemkrise liegen in den Veränderungen der Politik der amerikanischen und britischen Regierung seit etwa 1966-67. Es fing an mit der Krise des Pfund Sterling 1967, den darauffolgenden Turbulenzen des Dollars, dem ersten Schritt in Richtung eines Zusammenbruchs des Bretton Woods-Systems im März 1968 und schließlich dem Ende des gesamten Bretton Woods-Systems Mitte August 1971.
Dies ist weder eine Krise im Konjunkturzyklus, noch ist sie regional begrenzt. Sie ist weltweit. Das ganze System hat sich selbst zerstört. Der Auflösungsprozeß, der sich drei Jahrzehnte hinzog, ist jetzt an einem Endpunkt angelangt - einer typischen Grenzschicht mit außergewöhnlichen Turbulenzen. Entweder machen wir die politischen Veränderungen, die über 30 Jahre institutionalisiert und verinnerlicht wurden, rückgängig, oder aber die Welt, wie wir sie jetzt kennen, wird nicht mehr lange existieren.
Zweitens muß das todkranke Weltwährungs- und Finanzsystem einer radikalen Neuordnung unterzogen werden. Es ist nicht zu reformieren, es muß reorganisiert werden. Eine Gruppe von Regierungen muß dabei den Anfang machen und handeln. Das Währungssystem muß einem Konkursverfahren unterzogen werden, aber nicht unter der Kontrolle internationaler Organisationen, sondern unter der Aufsicht souveräner Regierungen. Das angemessene Vorbild des reorganisierten Weltwährungs- und Finanzsystems ist das alte Bretton Woods-System der Zeit vor 1959, das allem überlegen war, was nach den axiomatischen Veränderungen in der Politik der anglo-amerikanischen Elite 1966-72 kam.
Zu den erforderlichen Maßnahmen gehören:
a) von Zeit zu Zeit neu festzulegende feste Wechselkurse der Landeswährungen,
b) (falls erforderlich) begrenzte Konvertibilität,
c) Devisen- und Kapitalkontrollen,
d) notwendige protektionistische Maßnahmen in Form von Zöllen und Handelsbestimmungen,
e) ein Verbot von Märkten, die der Spekulation gegen Währungen dienen.
Drittens weist die Weltwirtschaft heute - gemessen an physikalischen Maßstäben statt der üblichen monetären Parameter - hinsichtlich ihrer "freien Energie" ein negatives Wachstum weit unterhalb der Gewinnschwelle auf. Der derzeitige physische Ausstoß reicht nicht aus, die heutige Weltbevölkerung und die einzelnen Volkswirtschaften vor einer Abwärtsspirale beschleunigter allgemeiner Schrumpfung der Realwirtschaft bis hin zum endgültigen physischen Zusammenbruch zu bewahren.
Solange dieses Defizit an realer Gütererzeugung nicht behoben ist, kann kein Finanzsystem funktionieren, wie gut es auch sonst immer entworfen sein mag. Wenn ein Mensch dabei ist zu verhungern, kann ihn keine rein medikamentöse Behandlung retten. Jedes Finanz- und Währungssystem, das Erfolg haben soll, muß mit einem Programm zur forcierten realwirtschaftlichen Erholung einhergehen, das schnellstmöglich für immer wieder neue freie Energie sorgt. Man braucht einen Wirtschaftsaufschwung, der in wesentlichen Aspekten dem Wiederaufbau der amerikanischen Wirtschaft durch Franklin Delano Roosevelt entsprechen muß.
Die vollständige Rede siehe Neue Solidarität Nr.13/1998
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