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Aus der Neuen Solidarität Nr. 34/2005 |
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Die Bundesbürger stehen wieder einmal vor einer Wahl, dieses Mal in besonderer Weise, nämlich der Möglichkeit, zwischen Regen und Traufe zu wählen, denn was Rot-Grün bisher geboten und was Schwarz-Gelb sich zum Ziel gesetzt hat, ist die absolute Garantie dafür gegeben, daß sich - egal wer gewinnt - für das Volk alles nur zum Schlechteren hin entwickeln kann.
Die Ursachen des Niedergangs auf breiter Front, nämlich die Kaputtsparideologie des Maastrichter Diktats und der raubtierkapitalistischen Globalisierung in Verbindung mit der Spekulation mit Luftwerten, werden wie eine Art Gottesgebote als unumkehrbar bezeichnet. Beide Ideologien wurden jedoch von Menschen gemacht und alles, was Menschen machen, kann man ändern, wenn erkennbar ist, daß es falsch ist. Aber davon ist unsere politische Klasse weit entfernt.
Wir sind mittendrin in einer Machtergreifung des Großkapitals, und die Politiker - egal welcher etablierten Couleur - sind dabei willige Erfüllungsgehilfen. Ziel ist es - unumkehrbar - einen internationalkapitalistischen Sozialismus zu installieren, wo ein im Verhältnis zum Volk kleiner Haufen alles beherrschen wollender Oligarchen sich reich und das Volk arm machen kann.
Bezeichnend ist, was Frau Merkel - weitgehend ausgeblendet von der veröffentlichten Meinung - jüngst von sich gegeben hat: "...denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit." Hört, hört! Würde ich als Beamter mich so äußern, bekäme ich mit Sicherheit Besuch vom Verfassungsschutz und hätte ein Disziplinarverfahren am Hals. Frau Merkel aber darf das ungestraft, ungeachtet des Artikels 20 GG! Herr vergib ihr nicht, denn sie weiß genau, was sie tut!
Bezeichnend ist auch, was in der EU-Verfassung steht. Dort wird die Sozialbindung des Kapitals lt. Artikel 14 des Grundgesetzes ("Eigentum verpflichtet") völlig ignoriert. Dieses Papier trägt eindeutig die Handschrift von big money, welches sich einen Freiraum schaffen will, Europa und die ganze Welt mit seinem Diktat zu "beglücken". Festgeschrieben ist auch, daß wer die EU-Verfassung kritisiert, bestraft werden soll.
Wie war das doch gleich mit Geßlers Hut? Unsere "demokratischen" Parteien haben diesem totalitären Machwerk zu fast 100% zugestimmt, obwohl es auch in anderer Hinsicht eindeutig gegen das Grundgesetz verstößt und die nationale Souveränität der Bundesrepublik in weiten Teilen aufhebt. So soll Deutschland u.a. entgegen dem Grundgesetz verpflichtet werden, Angriffskriege (auch atomare!) im hegemonialen Interesse "unserer amerikanischen Freunde" mitzutragen. In diesem Zusammenhang ist sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe vorgesehen. Hatten wir so was nicht schon einmal, und werden dafür in alle Ewigkeit angeklagt?
Widerstand ist Bürgerpflicht und Artikel 20 Abs. 4 GG gibt jedem Bürger das ausdrückliche Recht dazu! Wir können von Glück reden, daß die Franzosen und die Holländer diesem teuflischen Plan einen Riegel vorgeschoben und den Brüsseler Totalitaristen die Rote Karte gezeigt haben. Wir Deutschen, die wir mit Sicherheit genauso entschieden hätten, wurden gar nicht gefragt, obwohl angeblich "alle Macht vom Volke ausgeht".
Glücklicherweise gibt es auch noch Leute wie Herrn Dr. Peter Gauweiler, welcher eine Verfassungsbeschwerde gegen die EU-Verfassung erhoben hat und dabei von Professor Schachtschneider, einem jener vier Professoren, die seinerzeit gegen die Einführung des Euro geklagt haben, vertreten wird. Den Inhalt dieser Beschwerde kann man unter www.oer.wiso.uni-erlangen.de/Schriften/Dokumente-herunterladen/EU-Verf-Klage-aktuell.pdf nachlesen; er ist äußerst augenöffnend!
Zusammenfassend kann man sich nun die Frage stellen, für welche der beiden zur Wahl stehenden Krankheiten wir uns entscheiden wollen. Oder werden sich beide letztendlich auf eine große, nämlich eine Große Koalition "reduzieren"? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer sich nicht quälen will, dem bleibt die BüSo, welche eine grundlegend andere Politik vertritt, eine Politik, die das Land braucht, um aus der Misere herauszukommen, in die uns die herrschende politische Klasse hineinmanövriert hat. Wichtigste Aufgabe ist es, das Gemeinwohl zu verteidigen. Wählen Sie sich frei!
Rüdiger Sibiller, Murrhardt
Als grundsätzlich an den Themen in Fusion oder Neue Solidarität interessierter Leser und Abonnent... wünsche ich mir sehr eine Versachlichung der Klimadiskussion. Polemik gegen den Treibhauseffekt schafft genau so wenig Arbeitsplätze wie die auch in meinen Augen unsinnige Ökosteuer oder Subventionen für ineffiziente Windkraftanlagen.(...)
Die seit Jahrzehnten diskutierte Frage nach anthropogen verursachten Änderungen des Klimas ist noch nicht endgültig beantwortet, die Zusammenhänge aber werden immer verständlicher und die Beiträge einzelner, so genannter Treibhausgase zur globalen Wärmebilanz sind immer genauer quantifizierbar. Dazu gehört eben auch der wärmende Effekt einer steigenden CO2- Konzentration. In vielerlei Hinsicht ungeklärt ist das Verhalten der Wolken auf eine Änderung der Temperatur des Erdbodens, der Ozeane oder der Atmosphäre, woraus sich wiederum sowohl erwärmende als auch abkühlende Einflüsse auf das Erdklima ergeben können. In diesem Detail liegt eine der wesentlichen Unsicherheiten der gegenwärtigen Klimamodellierung.
Nun einige Bemerkungen zu Herrn Dr. Böttigers Loch in der Bettdecke (in Neue Solidarität Nr. 31).
Richtige Aussagen werden nicht falsch, indem man behauptet, sie seien falsch, sondern durch den Beweis des Gegenteils. Ohne theoretische Erklärung ist einleuchtend, daß ein Mehr an Treibhausgasen, wie es seit Jahrzehnten beobachtet, das heißt gemessen wird, nicht zur Abkühlung beigetragen hat, denn die mittlere Temperatur der Erdoberfläche, der unteren Atmosphäre und auch der oberflächennahen Bereiche der Weltmeere ist gestiegen, was wiederum durch Messungen belegt wird. Wo ist das Loch in der Bettdecke?
Und um kurz auf die Zahlenspielereien die Ein- und Abstrahlungsbeträge betreffend einzugehen, hier wurden ganz schlicht die langwelligen Strahlungsbeiträge der Wolken, des Wasserdampfes und der anderen atmosphärischen Spurengase vergessen, die einen Teil (350 W/m2) der langwelligen Ausstrahlung der Erdoberfläche (390 W/m2) absorbieren, einen Teil in den Weltraum abstrahlen (235 W/m2), einen Teil (324 W/m2) aber zur Erdoberfläche zurückstrahlen. (Diese Zahlenwerte sind, genau wie die im Artikel angeführten, nachzulesen bei KIEHL und TRENBERTH, 1997 in Bull. Am. Met. Soc. 78)
Dabei liegt auf der Hand, daß gerade diese Energieumsätze in der aufgeführten Größenordnung nicht einfach aus der Betrachtung herausgenommen werden können, da diese den Effekt der Wolken und der sogenannten Treibhausgase beinhalten, was ja der Gegenstand der Untersuchungen ist.
Auch wenn ich mich in meinem Beitrag gegen jede Polemik in der Betrachtung dieser Thematik wende, erinnert mich die teilweise Leugnung der Existenz von Naturgesetzen oder die Unterschätzung ihrer komplizierten Wechselwirkungen untereinander in beängstigender Weise an solche Vorhaben wie den Stalinschen Plan zur Umgestaltung der Natur aus dem Jahre 1948 und hat ganz und gar nichts mit Bildung und Aufklärung im Sinne von Leibniz, Humboldt, Schiller usw. zu tun, welche Sie immer wieder zu Recht einfordern.
Nicht die aktuellen Feststellungen zu möglichen Klimatrends sind entscheidend für die Suche nach alternativen Energiequellen, sondern die erwiesenermaßen nur begrenzt verfügbaren fossilen Rohstoffe und das damit verbundene Potential erpresserischer Diktate der diese Rohstoffe exportierenden Länder.
Falsche Schlußfolgerungen aus bekannten Tatsachen durch die politisch Verantwortung Tragenden haben zu so unsinnigen deutschen Insellösungen geführt wie Pfand auf Müll, Subvention der Windkraft, Ökosteuer usw.
Freie Forschung und fairer Wettbewerb zur Nutzbarmachung aller denkbaren Energieformen sollte die Zukunft wirtschaftlichen Handelns und politischen Denkens sein.
Karl-Dietrich Leonhard, 48432 Rheine
Herr Leonhard meint, die Diskussion des Klimaeffekts sei für die Suche nach alternativen Energiequellen nicht entscheidend, sondern nur die Verfügbarkeit fossiler Energieträger. Das wäre schon richtig, nur warum halten sich die "Anerkannten" nicht dran, sondern beten bei jeder Gelegenheit ihre Klimalitanei herunter? Das war ursprünglich anders, als der Club von Rome 1972 seine Warnungen ausstieß. Inzwischen kennen wir trotz regen Verbrauchs heute weit mehr Lagerstätten fossiler Energieträger als damals. Das war wohl der Grund, weshalb die Anerkannten von den Behauptungen des Club von Rom abgerückt sind und sich statt auf die "Asche" aus der Nutzung der fossilen Energieträger auf das lebenswichtige CO2 als "Klimagift" gestürzt haben.
Die prinzipielle Endlichkeit dieser Brennstoffe ist nicht umstritten, wo diese aber liegt, sehr wohl. Mit der Diskussion über den Peak Oil (dem Zeitpunkt, zu dem mehr fossile Energieträger verbraucht als neu entdeckt werden) will man zur ursprünglichen Argumentationsweise zurückkehren, wohl auch deshalb, weil sich die Klimaschädlichkeit von CO2 empirisch immer weniger bestätigen läßt und sich immer mehr Einwände gegen die Computermodelle zeigen. Den Verdacht bestätigt die Dritte Fortschreibung der Grenzen des Wachstums, die auf englisch im Juni 2004 mit dem Untertitel The 30-Year Update erschienen ist.
Bei dem "Loch in der Decke" handelt es sich um eine grundsätzliche Überlegung, die in den Klimamodellen nicht berücksichtigt wurde. Mögliche Klimaerwärmungen widersprechen ihr nicht, vor allem, solange deren Ursachen nicht geklärt ist. Leonhard meint, ein Wärmeeffekt gestiegener Treibhausgase sei längst nachgewiesen, weil a) der Anteil dieser Gase in der Atmosphäre zugenommen habe und b) höhere Temperaturen gemessen worden seien.
Daß die Meßergebnisse zur Klimaerwärmung selbst umstritten sind, u.a. weil die Auswirkungen geänderter Oberflächennutzung der Erde (ob Urwald, Acker oder Parkplatz) im besten Fall nur durch begründetes Raten berücksichtigt werden können, lassen wir dahingestellt, ebenso die Tatsache, daß sich die Grundannahme über die parallele Entwicklung von Temperatur und CO2 Entwicklung, die sog. Hockeystick-Kurve inzwischen - auch von anerkannter Seite zugegebenermaßen - als statistischer Fehler oder gar Betrug erwiesen hat.
Problematisch ist aber, trotz aller "Anerkanntheit", die Logik der statistischen Korrelation. Ebenso ließe sich argumentieren: a) die Anzahl der Störche pro Bevölkerung hat abgenommen, b) die Anzahl der Neugeborenen pro Bevölkerung hat abgenommen, also c) ist es der Storch, der die Kinder bringt. Nun weiß man aus anderen Quellen, daß nicht der Storch für Neugeburten zuständig ist. Bei der Klimawirkung von CO2 ist man sich da noch nicht so sicher. Denn viele Einflüsse auf das Klima, unter vielen anderen die bemerkenswerten zyklischen Schwankungen der Sonneneinstrahlung, des Sonnenwindes und der kosmischen Strahlung bleiben von den Klimamodellen unberücksichtigt oder werden dort auf recht seltsame Weise quantifiziert.
Und zu der "Rückstrahlung": Man weiß wohl, daß einzelne CO2-Moleküle Infrarotstrahlung absorbieren und reemittieren können, man weiß aber auch, daß ein CO2-Molekül zwischen der Aufnahme eines Infrarot-Quantums (Erregung) und seiner quantenphysikalisch möglichen Reemission (Abkühlung) unter den Bedingungen des Luftdrucks nahe Normal rund 100 000 Kontakte mit inerten Gasmolekülen hat, bei denen thermische Bewegungsimpulse ausgetauscht werden. Daher ist die Schwarzkörpereigenschaft in bezug auf die Infrarotstrahlung einzelner Moleküle in dichten Gasverbänden noch immer höchst umstritten.
Sie ist es nicht am Rande der Atmosphäre, wo einzelne Moleküle wenig Kontakt untereinander haben. Die Quantifizierung der Strahlungsmenge, die durch Treibhausgase reemittiert statt im Gas durch Stoß thermalisiert und dann nach oben abgeführt wird (Konvektion), ist daher sehr vage. Daß Festkörper in der Atmosphäre, wie Rußpartikel, Eiskristalle und Tröpfchen in Wolken sich wie Schwarzkörper verhalten, ist nicht umstritten, und diese sind es wohl auch, die bis zu einem nur erahnten Ausmaße für die Binneninfrarotstrahlung der Atmosphäre verantwortlich sind.
Aus diesem Grunde habe ich bei meiner "Zahlenspielerei" auch nur die Grenzübergänge zwischen Erdoberfläche, Atmosphäre und Weltraum berücksichtigt und die internen Austauschprozesse innerhalb der Atmosphäre übergangen. Die Zahlen habe ich im übrigen der "anerkannten" Literatur entnommen, da mir zu eigenen Experimenten die Mittel fehlen.
Dr. Helmut Böttiger
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