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Aus der Neuen Solidarität Nr. 39-40/2005
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- Interview -
Dresden kann die Geometrie der Weltpolitik ändern
Katarzyna "Kasia" Kruczkowski ist die Direktkandidatin der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) im Wahlkreis Dresden I, wo am 2. Oktober eine Nachwahl zum Deutschen Bundestag stattfindet.
Ganz Deutschland schaut jetzt auf den Wahlkreis 160 in Dresden. Die Wahlen dort finden jetzt zwei Wochen später statt und Sie sind Direktkandidatin für die BüSo. Wie sehen Sie die Situation?
Kruczkowski: Dresden könnte jetzt wirklich die Geometrie der Weltpolitik verändern. Alle unsere Wahlkämpfer der Jugendbewegung können sich nun volle zwei Wochen auf diesen Wahlkreis konzentrieren und den Menschen erklären, warum sie mit ihrer Stimme für mich ein Erdbeben auslösen könnten.
Kruczkowski: Ich bin mit der BüSo Teil einer internationalen Bewegung. Unsere Bundesvorsitzende Helga Zepp-LaRouche ist mit dem amerikanischen Oppositionspolitiker und demokratischen Präsidentschaftskandidaten Lyndon LaRouche verheiratet. Er führt die überparteiliche Allianz von Demokraten und Republikanern gegen Cheneys Präventivkriege an. LaRouche klärt darüber auf, daß der wahre Hintergrund der Kriegspolitik die kollabierende US- und Weltwirtschaft ist. Die Grundvoraussetzung für die Lösung der deutschen Wirtschaftskrise ist, daß die LaRouche-Bewegung und ihre politischen Mitstreiter in den USA es schaffen, eine Politik nach dem Vorbild F.D. Roosevelts umzusetzen und das amerikanische Wirtschaftssystem der Gründerväter wiederzubeleben.
Warum kann Deutschland sich nicht selbst helfen?
Kruczkowski: Wie man am Beispiel des Irakkriegs sehen konnte, waren Europa und die UNO nicht in der Lage, die Pläne der Neocons zu stoppen. Ähnlich wäre es, wenn Deutschland eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung vorschlagen würde. Wird diese nicht von den USA unterstützt, wäre sie praktisch nicht umzusetzen. Aber da LaRouche und verschiedene politische Kreise kurz davor sind, ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Vizepräsidenten einzuleiten, ist ein Machtwechsel in Washington sehr bald möglich. Und um die Geschichte der 30er Jahre nicht zu wiederholen, als Europa mit Sparpolitik in den Faschismus abgeglitten ist, während Roosevelt die Depression mit demokratischen Mitteln bewältigt hatte, brauchen wir jetzt hier in Europa Verbündete für ein neues Bretton Woods-Finanzsystem. Deswegen ist es so wichtig, daß die DresdnerInnen mich als Repräsentanten dieser Allianz und Partnerschaft als Direktkandidatin in den Bundestag wählen.
Was verstehen Sie unter "Roosevelt-Lösung"?
Kruczkowski: Angesichts der vielen Spekulationsblasen schlagen wir eine internationale Notkonferenz vor, um das derzeitige Finanz- und Bankensystem zu reorganisieren. Könnte man einen Finanzkollaps verhindern und ein neues Weltwährungsystem mit festen Wechselkursen auf die Beine stellen, wären langfristige Investitionen, vor allem in notwendige Infrastruktur, möglich.
Und das funktioniert mit dem Euro nicht? Warum zurück zur D-Mark?
Kruczkowski: Die Maastrichter Verträge verbieten Kreditschöpfung für öffentliche Investitionen in Infrastruktur. Mit einer eigenen Währung wäre eine souveräne Wirtschaftssteuerung wieder möglich. Wer seine Währung nicht kontrolliert, kontrolliert im Grunde gar nichts. Und das Festhalten an einem ausgeglichenen Haushalt schafft keine Arbeitsplätze. Ganz im Gegenteil!
Also Investitionen schaffen Arbeitsplätze?
Kruczkowski: Klar. Aber es gibt kein Geld für Sex-Shops oder Kinos. Der Gewerbeanteil bei Dienstleistungen in Dresden beträgt ohnehin schon über 50 Prozent. Dagegen machen die Industriebetriebe nur etwas mehr als 2 Prozent aus. Und es ist ja gerade die Industrie, die echte physische Werte für die Gesellschaft produziert. Große Infrastrukturprojekte kurbeln die Industrieproduktion wieder an. Deswegen wären diese Investitionen auch nicht inflationär.
Welche Rolle spielt dabei die Eurasische Landbrücke?
Kruczkowski: Wir wollen uns nicht nur um die nächsten vier Jahre kümmern, sondern fragen uns, wie die Welt in 50 Jahren aussieht. Sehen Sie, die Lebensbedingung der meisten Menschen auf der Welt sind katastrophal. Wenn wir die Welt aufbauen wollen, ähnlich wie den vom Hurrikan Katrina zerstörten Süden der USA, brauchen wir internationale Großprojekte und vor allem wieder eine produktive Wirtschaft, die das leisten kann. Außerdem ist Dresden ein wichtiger Knotenpunkt zwischen West und Ost in der Landbrücke.
Was die Wähler in Dresden besonders interessieren wird: Wie stehen Sie zu dem geplanten Verkauf der WoBa in Dresden?
Kruczkowski: Das ist ein gutes Beispiel für den Privatisierungswahnsinn verzweifelter Regierungen. Ihre einzige Antwort auf die Weltwirtschaftskrise heißt sparen. Man hätte aus der Geschichte lernen sollen, daß das noch nie funktioniert hat.
Wie sind Sie denn eigentlich zur Politik und zur BüSo gekommen?
Kruczkowski: Ich war eigentlich wie viele sehr politikverdrossen. Bis ich mich mit den Ideen der BüSo und der LaRouche-Jugendbewegung auseinandergesetzt und erkannt habe, daß das Hauptproblem nicht einmal die Machenschaften der Oligarchie sind, sondern die passive und pessimistische Einstellung der Bürger.
Deswegen bin ich auch hierher nach Dresden gekommen. Ich will mithelfen, eine politische Bewegung aufzubauen, die intellektuell und moralisch in der Lage ist, die Welt zu verbessern.
Sie haben immer sehr viele ausländische Wahlkampfhelfer. Wie erklärt sich das?
Kruczkowski: Die BüSo ist ja bekanntlich Teil einer internationalen Bewegung. Es ist für uns klar, daß Deutschland nach den USA strategisch das wichtigste Land ist, um diese Weltwirtschaftskrise zu lösen. Wenn Deutschlands Wirtschaft wieder boomt, kommt auch der Rest Europas wieder auf die Beine. Wir sind sozusagen die Lokomotive für Europa. Steht Deutschland, stehen alle. Das verstehen unsere Freunde aus Österreich, Frankreich, Schweden und Dänemark. Deswegen helfen Sie mit, mich in den Bundestag zu bringen und Helga Zepp-LaRouche zur Kanzlerin zu machen. Man könnte sagen, die Völkerschlacht findet nun in Dresden statt.
Angesichts der Umstände im Dresdner Wahlkreis und ihren vielen leidenschaftlichen Wahlkämpfern, haben sie wohl eine kleine, aber reelle Chance, in den Bundestag zu kommen. Fühlen Sie sich der Aufgabe gewachsen?
Kruczkowski: Auf alle Fälle! Ich habe schon öfters die Gelegenheit gehabt, mir Politiker anzuhören bzw. mit ihnen zu diskutieren. Das zeigte mir, wie wichtig es ist, selbst Verantwortung zu übernehmen und dem geistlosen, eingefahrenen und sophistischen Verhalten entgegenzutreten. Wir brauchen revolutionäre Ideen, die von mutigen Bürgern selbst erstritten werden. Denn wir sind nicht "die da unten", und sie nicht "die da oben".
Was wollen Sie den Wählern noch sagen?
Kruczkowski: Es geht bei dieser Wahl nicht darum, zu signalisieren, daß "man es satt hat", indem man nicht wählt oder eine Alternative wählt, die im Grunde genommen keine ist. Man muß stattdessen mit seiner Stimme zum Ausdruck bringen, daß man für grundlegende Veränderungen im Denkverhalten der Politik ist und sich selbst als Staatsbürger und nicht als Untertan sieht, und auch so handelt. Denn so wie Friedrich Schiller es sich wünschte, sollte sich jeder Mensch als historisches Individuum sehen und erkennen, daß er einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Menschheitsgeschichte leisten kann.
Den ersten Schritt dahin können Sie leisten, wenn Sie Ihre Stimme mir und der BüSo geben.
Auf der Internetseite der LaRouche-Jugendbewegung können Sie sich unter http://www.wlym.de/videos/Kruczkowski_Bundestag_1.WMV und http://www.wlym.de/videos/Kruczkowski_Bundestag_2.WMV die Videomitschnitte eines siebenminütigen Interviews und einer einminütigen Erklärung Kasia Kruczkowskis zur Nachwahl am 2. Oktober anschauen.