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Aus der Neuen Solidarität Nr. 41/2005

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Trickreiche "Kerninflation"

Die allgemeine amtliche Inflation in den maßgeblichen Volkswirtschaften ist die höchste seit vier Jahren, aber offiziell noch verhältnismäßig gering, im Bereich von 3-4%. Die Londoner Wirtschaftszeitschrift Economist vom 27. September berichtet, daß die US-Preise für Konsumgüter im September mit mehr als 4 % die höchste Steigerungsrate seit 14 Jahren erreichen werden. Aber der Economist hält diese Zahl wohl für zu niedrig angesetzt, denn er fügt hinzu:

"Stephen Roach, Chefökonom bei Morgan Stanley, arbeitete bis in die 70er Jahre unter FED-Chef Arthur Burns. Er erinnert sich an die Gefahren der 'Kerninflation'. Als 1973-74 die Ölpreise hochschnellten, verlangte Burns von den Ökonomen der Federal Reserve, die Energiepreise aus dem Preisindex für Konsumgüter (CPI) herauszunehmen, um ein weniger verfälschtes [sic!] Bild zu bekommen. Als die Nahrungsmittelpreise stark anstiegen, wurden auch sie herausgenommen - ihnen folgten die Preise für Gebrauchtwagen, Kinderspielzeug, Schmuck, Wohnungen usw., bis ungefähr die Hälfte des CPI-Warenkorbs von der Berechnung des Preisanstiegs ausgeschlossen war, wegen vermeintlicher 'Verfälschung' durch äußere Faktoren."

sas